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Erklärt die Holzwurmproblematik: Organistin Dagmar Heimerl in der Kirche Kemmoden.

Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung der Sanierung in Kemmoden läuft noch bis 19. Juli

Holzwurm bedroht historische Orgel

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Über 100 Jahre lang ließ sie ihre Töne zu jedem Gottesdienst erklingen, jetzt bedrohte der Holzwurm die alte, traditionsreiche Orgel in der evangelischen Kirche Kemmoden.

Petershausen – Über 100 Jahre lang ließ sie ihre Töne zu jedem Gottesdienst erklingen, jetzt bedrohte der Holzwurm die alte, traditionsreiche Orgel in der evangelischen Kirche Kemmoden. „Betroffen war das Pedalregister, das mit seinen dunklen, warmen Tönen den Rhythmus vorgibt, und auch die Windlade“, erklärt Dagmar Heimerl, eine der vier Organistinnen, die in der Kirchengemeinde Kemmoden-Petershausen die Gottesdienste musikalisch begleiten.

In der 1829 errichteten Kirche in Kemmoden, einem der ältesten evangelischen Gotteshäuser in Oberbayern, steht noch die Orgel aus der Bauzeit der Kirche, die jetzt betroffenen Holzpfeifen wurden 1904 zuletzt erneuert.

Doch dann entdeckte Organistin Heimerl „viele, viele Haufen von Sägemehl“, sichtbare Spuren des gefürchteten Holzwurms. Eile war geboten, sollten die historischen Orgelpfeifen nicht unwiederbringlich zerstört werden. Um die mit 2500 bis 3000 Euro kalkulierte fachgerechte Reparatur zu bezahlen, setzte die Gemeinde erstmals auf einen innovativen Weg, das Crowdfunding der Evangelischen Bank. Unter dem Motto „Wurm raus – Musik rein“ läuft noch bis 19. Juli eine Online-Spendenaktion.

Doch obwohl wegen Corona große kirchliche Ereignisse wie Konfirmation und Gemeindefest ausgefallen sind, ist die Zielmarke von 1000 Euro mit einem aktuellen Spendenbetrag von 1695 Euro schon überschritten.

Das stimmt Clemens Beer vom Kirchenvorstand optimistisch. Crowdfunding könnte sich als wichtiger neuer Weg erweisen für die künftige Finanzierung der Gemeinde in schwieriger werdenden Zeiten. Weil der Holzwurm nicht wartet, bis die Finanzierung steht, wurde die Sanierung der Orgelpfeifen schon begonnen. Nun müssen die betroffenen Elemente noch gereinigt, neu eingelassen und eingebaut, die Orgel gestimmt werden, erklärt Organistin Heimerl. Schon bald wird das Instrument dann wieder kräftig erklingen. Gerade jetzt, wo während der Gottesdienste weniger gesungen wird, „da ist die Orgel besonders wichtig“. 

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