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Quartier Rosenstraße: Die rot unterlegte Fläche wird derzeit geplant. 

Anwohner in Petershausen übergeben Unterschriften

Protest gegen das „Quartier Rosenstraße“

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Die Anwohner des Neubaugebiets Rosenstraße in Petershausen haben 260 Unterschriften gesammelt und widersprechen damit der Projektplanung für das „Quartier Rosenstraße“. 

Petershausen– Im Zentrum von Petershausen soll ein 46 000 Quadratmeter großes Viertel entstehen. Geplant ist ein Wohnquartier für bis zu 800 Bewohner, mit einem öffentlichen Platz in der Mitte.

Doch Eigentümer und Bewohner der an das Gebiet des Bauprojekts „Quartier Rosenstraße“ angrenzenden Grundstücke haben „zahlreiche Bedenken“, vor allem bezüglich der Geschossflächenzahl und der Straßenführung, wie Monika Friedl mitteilt. Sie ist eine der Initiatoren einer Unterschriftenliste, die Mitte März an Bürgermeister Marcel Fath (FW) überreicht wurde. Heute will der Gemeindechef einen offenen Brief an die besorgten Bürger schicken, in dem er den Stand der Dinge mitteilt – und das weitere Vorgehen. Der Gemeindechef will mit den Bürgern nochmals in den Dialog treten – die Planung aber auf den Weg bringen: „so schnell es geht, aber auch so sorgfältig es geht“, so Fath. Am Mittwoch kündigte er an, mit dem offenen Brief reagieren zu wollen.

Seit 2012 wird das städtebauliche Konzept schrittweise entwickelt. In Workshops und Gesprächen der Eigentümer – die Gemeinde ist Eigentümerin von rund einem Drittel der Flächen, sowie fünf Privatpersonen – sei ein Entwurf entstanden, der ein Wohnviertel mit Gebäuden vom Reihenhaus bis zum mehrstöckigen Mehrfamilienhaus sowie einem öffentlichen Platz vorsieht. Den Bürgern war der Entwurf in einer Infoveranstaltung im November vorgestellt worden.

Derzeit wird ein Verkehrsgutachten erstellt, das der Gemeinderat in seiner Sitzung im Januar gefordert hatte. In der gleichen Sitzung hatte die CSU dagegengestimmt, den Entwurf als Planungsgrundlage zu verwenden.

Auch die Anwohner widersprechen dem Entwurf. „Wie es der derzeitige Planungsstand vermittelt, sind Umfang und Ausgestaltung des Bauvorhabens nach unserem Ermessen sowohl für uns als direkte Nachbarschaft als auch für die gesamte Gemeinde nicht tragbar“, schreiben sie in dem Brief, der die Unterschriften von 260 Petershausern trägt – laut Monika Friedl Bewohner der „Blumensiedlung“ sowie zum Teil der Marbacher und der Bahnhofsstraße.

Sie beunruhige zum einen die Straßenführung: „Der derzeit geplante Verlauf der Haupterschließungsstraße vom Industriering über die Rosenstraße ist für die bereits seit Jahrzehnten ansässigen Bewohner unzumutbar und wird auch den Bedürfnissen der neu entstehenden Wohnsiedlung in keiner Weise gerecht.“ Sie schlagen vor, die Straßenanordnung zu ändern, indem die entlang des Bahndamms geplante Wohn- und Spielstraße als verkehrsberuhigter Bereich auf die Rosenstraße verlegt und die Haupterschließungsstraße stattdessen entlang der Bahn geführt wird.

Ein weiterer Punkt, der die Anlieger besorgt, ist die Höhe der Gebäude und die Geschossflächenzahl. Die geplanten Wohnblöcke würden vor der bestehenden Bebauung mit Einfamilien-, Reihenhäusern und Doppelhaushälften „wie klobige Türme hervorragen und wirken dadurch sehr beengend und bedrückend. Das neue Baugebiet würde wie ein „isolierter Fremdkörper“ wirken. Die Bürger fordern eine Begrenzung der Gebäudehöhe auf höchstens drei Vollgeschosse zumindest in der ersten Baureihe, die an die bestehende Bebauung angrenzt.

Der dritte Punkt, den die Bürger aufführen: „Für die geplante Bebauung, die Wohnraum für ca. 800 Menschen schaffen soll, reicht die bestehende Infrastruktur nicht aus.“ Parkplätze würden knapp, es käme zu Engpässen im Öffentlichen Personennahverkehr, und auch die Kinderbetreuung und die ärztliche Versorgung würden an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Das Bestreben der Anwohner sei es, „unser“ Petershausen auch in Zukunft für alte und neue Bewohner so lebenswert und attraktiv zu erhalten, wie es sich heute zeige. Sie hoffen, dass ihre Kritik gehört wird und sich ein Kompromiss findet.

Auf die Kompromissbereitschaft der Anwohner hofft auch Bürgermeister Fath. Wie er gestern betonte, werde er die Einwände sehr ernst nehmen, „es gibt eine Reihe von Dingen, die nachvollziehbar sind“. Sobald das Verkehrsgutachten vorliege – laut Fath Mitte/Ende Mai – werde er als erstes die Bürger darüber informieren: in einer weiteren Dialogveranstaltung, die vermutlich im Juni oder Juli stattfinden wird.

„Ich werde mit den Anliegern nochmal diskutieren, gemeinsam Bewertungen suchen und versuchen, neue Erkenntnisse zu finden“. Allerdings „werden wir nicht in alle Ewigkeiten diskutieren“, so Fath. Er hat ein ehrgeiziges Ziel: Noch vor der Sommerpause will er mit den Anregungen der Bürger in den Gemeinderat „und nach der Sommerpause in das formelle Verfahren gehen“. Am Gründonnerstag wolle er in einem offenen Brief den aktuellen Stand mitteilen.

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