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Setzen sich ein für den fairen Handel: Christa Jürgensonn von der Agenda-21-Gruppe, Herwig Feichtinger vom Gewerbeverein, Bürgermeister Marcel Fath, und Irma Natterer vom Team Fairkaufladen. 

Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats

Petershausen soll weiterhin „Fairtrade-Town“ bleiben

Die Idee des fairen Welthandels ist in Petershausen kein Novum. Schon seit 2015 trägt die 6500-Einwohner-Gemeinde den Titel einer „Fairtrade-Town“, als bisher einzige Kommune im Landkreis. Nur die Stadt Dachau ist ebenfalls auf dem Weg und strebt, so hat es der Stadtrat 2019 beschlossen, diesen Titel nun an. Das Siegel „Fairtrade-Town“ erhalten Kommunen, die sich zu ihrer Verantwortung in einer globalisierten Welt nicht nur bekennen, sondern konkret handeln und darauf im gesellschaftlichen Leben einen starken Akzent setzen.

In Petershausen soll es nach dem Willen des neuen Gemeinderats auch künftig so bleiben. Einstimmig beschloss das Gremium in seiner Sitzung am Donnerstag, dass Petershausen die alle zwei Jahre notwendige Erneuerung des Siegels 2021 wieder anstreben soll. Eine Auszeichnung, die „erarbeitet werden will“, wie Bürgermeister Marcel Fath (FW) betonte.

Zu den schon jetzt vielfältigen Aktivitäten will Petershausen deshalb künftig den Fairtrade-Gedanken in den Bildungsbereich, also in Schule und Kitas, stärker einbringen. Und gerade jetzt erweise sich dies als „ungeheuer wichtig“, betonte SPD-Gemeinderat Wolfgang Stadler. Angesichts nationalistischer Tendenzen in vielen Ländern sei das Bekenntnis zur globalen Verantwortung und zum fairen Welthandel „aktuell genau richtig“.

Schon seit vielen Jahren wird der Gedanke des fairen Handels in Petershausen engagiert vertreten. Erste Aktionen startete in den 1990er Jahren die Agenda-21-Gruppe, 2002 eröffnete der landkreisweit erste Fairkauf-Laden, seit 2011 wird ein „Petershausen Kaffee“ aus fairem Handel vertrieben. Aus dieser Tradition heraus war es eine logische Entwicklung, dass Petershausen 2015 das Siegel einer Fairtrade-Town erhielt.

Über 50 Aktionen und Veranstaltungen zum Thema sind über die Jahre organisiert worden. Längst ist jedes Geschenk, das Bürgermeister Marcel Fath (FW) zu Jubiläen oder Feiern mitbringt, natürlich ein Fairtrade-Präsent. Eine Routine, die sich inzwischen auch Landrat Stefan Löwl (CSU) zum Vorbild genommen hat, wie Fath anmerkte. „Immer geht es um fairen Handel als Armutsbekämpfung und um Arbeitsrecht“, erklärte Christa Trzcinski, die gemeinsam mit Christa Jürgensonn von der Agenda-21-Gruppe, Herwig Feichtinger vom Gewerbeverein und Elmira Führer von der Gemeindeverwaltung in der Steuerungsgruppe dieses Projekts aktiv ist, den Gemeinderäten.

Die Ideen gehen den engagierten Streitern für soziale Mindeststandards, Bildung, Selbstbestimmung und Umweltschutz durch fairen Handel nicht aus. Angefangen beim fantasievollen Fairtrade-Faschingswagen bis zur „fairen“ Modenschau beim Gesundheitstag der Gemeinde.

Im Sinne einer größeren Öffentlichkeit sei es wünschenswert, am Ortseingang entsprechende Hinweisschilder auf die „Fairtrade-Town“ Petershausen anzubringen, regte Lydia Thiel (Grüne) an. Lobenswert findet Grünen-Sprecher Alexander Heisler, dass im Rathaus bereits einige Computer-Mäuse aus fairem Handel im Einsatz seien. Und das Engagement geht weiter: Künftig sollen unter dem Leitgedanken des globalen Lernens Schule, evangelisches Kinderhaus Arche Noah, Gemeindekindergarten Mosaik und der Kindergarten der Aktiven Schule sich auf den Weg machen zur „Eine-Welt-Einrichtung.“ Petra Schafflik

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