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Geeignetes Grundstück: Zwei Häuser könnten für Asylbewerber auf Gemeindegrund nahe der Tankstelle gebaut werden.  

Beschluss des Petershauser Gemeinderats

Zwei Häuser für Asylbewerber

Zwei neue Häuser für Asylbewerber darf der Landkreis Dachau laut Petershauser Gemeinderatsbeschluss auf dem Gemeindegrundstück nahe des Gewerbegebietes I-Nordost in Richtung Mittermarbach errichten.

VON CORNELIA HARTMUTH

Petershausen – In Petershausen dürfen zwei neue Häuser für Asylbewerber gebaut werden. Das genehmigte der Gemeinderat. Die bestehenden Unterkünfte beim Recyclinghof für derzeit knapp 80 Asylbewerber müssen Ende 2021 entfernt werden. Der Freistaat und der Landkreis möchten daher menschenwürdige Unterkünfte für eine längere Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren schaffen, erklärte Bürgermeister Marcel Fath (FW) zu den Hintergründen.

Bei allen Gemeinden sei daher angefragt worden, welche Standorte in Frage kämen, so der Gemeindechef weiter. Der Gemeinderat habe bereits die Häuser in Holzständerbauweise in Karlsfeld angeschaut, die als Karlsfelder Modell als Vorbild für den Landkreis gelten würden, so Fath. Wenn die Frist für die jetzige Containeranlage auslaufe, sei die Gemeinde für die Unterbringung der dann Obdachlosen zuständig. „Für die Menschen wäre der Neubau ein riesengroßer Fortschritt zur jetzigen Situation“, betonte Fath.

Pro Gebäude könnten jeweils bis zu 50 Menschen in acht Wohnungen untergebracht werden. Wenn zwei Gebäude gebaut würden, sei eine Vollzeit-Betreuungsperson vor Ort und die Gemeinde hätte Verhandlungspotenzial beispielsweise für einen Schulungsraum für die Vhs oder die Unterbringung von anderen Obdachlosen. Die Dachauer Wohnbaugesellschaft, so Fath, würde alles organisieren. Auch mit dem Unterhalt der Häuser habe die Gemeinde nichts zu tun, schloss der Bürgermeister.

Schnell waren sich die Gemeinderäte einig, dem Landkreis, zuständig für die Unterbringung von Asylsuchenden, einen Standort für zwei Häuser anzubieten. „Sonst haben wir keinen Kümmerer“, meinte Wolfgang Stadler (SPD). Außerdem sei alles mustergültig organisiert, und das Landratsamt habe einen Raum für die Vhs sowie Räume für Obdachlose zugesagt. Die Einhaltung der genannten Konditionen vorausgesetzt, plädierten auch Ernst Nold (FW) und Günter Fuchs (CSU) für zwei Häuser.

Gegen das Vorhaben sprachen sich nur Lydia Thiel und Gerhard Weber (beide CSU) aus. „100 Menschen sind für unseren Ort wegen der Integration zu viel“, plädierte Thiel für nur ein Haus. Die restlichen Leute könnten woanders unterkommen. Für Weber ist eine Zusammenarbeit mit Vierkirchen denkbar. Wenn jede Gemeinde ein Haus errichte, könnten sie sich einen Kümmerer teilen, so Weber.

Dies habe in Weichs überhaupt nicht geklappt, wandte Stadler ein. Und auch Nold war gegen einen gemeinsamen Kümmerer: „Die Probleme treten nicht nur stundenweise auf.“ Außerdem sei ein Kümmerer in Vollzeit vor Ort auch für den Helferkreis ein großer Vorteil.

Der Gemeinderat votierte schließlich mit 16 gegen zwei Stimmen für zwei Häuser.

Als Standort schlug die Verwaltung acht Grundstücke vor, die teils in Privat- und teils in Gemeindebesitz sind. Das jetzige Gelände der Unterkünfte am Recyclinghof käme nicht in Frage, erklärte Fath. Es würde bei einer größeren Anlage im Überschwemmungsgebiet liegen. Als geeignet stellten sich nach der Diskussion zwei Grundstücke heraus: das knapp 7000 Quadratmeter große Areal nahe des Gewerbegebiets bei der Tankstelle Kloiber sowie das 17 600 Quadratmeter große private Grundstück gegenüber des Standortes des neuen Feuerwehrgebäudes nahe des Westrings.

Wie Fath zu Letzterem ausführte, sei der Eigentümer verhandlungsbereit. Vorteilhaft sei auch die gute Positionierungsmöglichkeit der Gebäude. Außerdem könnten die Erschließungskosten für das neue Feuerwehrhaus aufgeteilt werden. Einkaufsmöglichkeit bestünde beim neuen Edeka-Supermarkt. Nachteilig sei, dass eventuell Lärmschutzmaßnahmen nötig würden und die Gemeinde nicht Eigentümer sei.

Bei der Variante auf dem Gemeindegrund nahe der Tankstelle Kloiber sind Aldi, Norma und Rossmann in nächster Nähe. Als nachteilig führte die Verwaltung an, dass die Weiterentwicklung der Gewerbeflächen und der Bau des Radwegs nach Obermarbach sowie der Umgehungsstraße behindert werden könnten.

Als Favorit stellte sich das Areal nahe der Tankstelle heraus. „Wir haben es damals extra für diesen Zweck gekauft“, meinte Stadler. Zur Sicherung des geplanten Radweges, der für Andrea Stang (FW) Priorität hat, schlug Karina Hechtl (FW) vor, einen Streifen offen zu halten.

Gegen die Stimmen von Fath, Stang, Margarete Scherbaum (FW) und Nold entschieden sich die Gemeinderäte dafür, dem Landkreis den Standort nahe der Tankstelle für die neuen Asylbewerberunterkünfte vorzuschlagen.

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