Der ehemalige Edeka-Supermarkt mitten im Dorf steht seit Monaten leer.
+
Der ehemalige Edeka-Supermarkt mitten im Dorf steht seit Monaten leer. Doch Musik- und Volkshochschule sind nicht an einer Nutzung interessiert.

Petershauser Volkshochschule und Musikschule sind an den Räumen nicht interessiert

Gemeinderat diskutiert über Edeka-Nutzung

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
    schließen

Petershausen – Der Engpass an Räumen bei Volkshochschule (Vhs) und Musikschule ist immer wieder Thema auch im Gemeinderat. Beide Einrichtungen haben kein eigenes Domizil. Die Erwachsenenbildung hat dezentral Räume im Ort angemietet, die Musikschule nutzt Klassenzimmer in der Schule. Vielleicht könnte das Gebäude des alten Edeka übergangsweise eine Option sein, überlegte daher Gemeinderat Gerhard Weber (CSU).

Und stellte den Antrag, Bürgermeister Marcel Fath (FW) solle doch bei den beiden Organisationen anfragen.

Denn die Sparkasse als Eigentümer will den leerstehenden Laden vermieten, ein entsprechendes Plakat prangt auch am Gebäude. Eine Teilfläche könnte für die Bildungsangebote gepachtet werden, erklärte Weber seinen Vorschlag im Gemeinderat. „Selbstverständlich wäre die eine oder andere Umbaumaßnahme nötig.“

Bürgermeister Marcel Fath (FW) hat die Gemeinderatsdiskussion gar nicht abgewartet, sondern schon vor der Ratssitzung mit Verantwortlichen von Vhs und Musikschule gesprochen, wie er im Gremium erläuterte. Das Fazit: Beide Institutionen wünschen sich ein Engagement der Gemeinde in der Raumfrage. Aber der ehemalige Supermarkt „wird nicht als Lösung gesehen“.

Die Musikschule benötige einen Raum, in dem mit dem Orchester geprobt werden könne. Der Volkshochschule fehlen Räume für Bewegungsangebote mit warmem Fußboden. Der ehemalige Supermarkt sei stark sanierungsbedürftig, so Fath, „mit ein paar Spanplatten ist es nicht getan“. Der Verkaufsraum sei „voller Säulen“, es fehlten Toiletten und Fenster. Einen „Rattenschwanz an Umbauarbeiten“ fürchtet auch Andrea Stang (FW).

„Die Räume sind völlig ungeeignet und für uns als Gemeinde viel zu teuer“, findet auch Karina Hechtl (FW).

Ernst Nold (FW) sorgt sich, eine Zwischennutzung könnte die weitere Entwicklung auf dem zentralen Grundstück verzögern. „Wir wollen, dass dort etwas entsteht.“ Diese Bemerkung bezieht sich auf Überlegungen für einen Rathausneubau an der Stelle. „Ich glaube nicht, dass wir was verzögern. Die nächsten Jahre bauen wir kein neues Rathaus“, entgegnete Weber. Tatsächlich wurde gerade eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes entschieden, um es auf einige Jahre nutzbar zu halten. Dass die Option für Vhs und Musikschule nicht einmal mit dem Eigentümer konkret abgeprüft werden soll, „dafür habe ich kein Verständnis“, schimpfte Weber.

Leerstehende Immobilie soll angeschaut werden

Nachdem sich die potenziellen Nutzer gegenüber dem Bürgermeister abschlägig geäußert hatten, lehnte eine Mehrheit Webers Antrag ab. Weiterverfolgt hätten die Idee gerne CSU und Lydia Thiel (Grüne). Auf Anregung von Stefan Fischer (FW) wollen sich die Gemeinderäte aber die leerstehende Immobilie einmal ansehen.

Für Irritationen in der Debatte hatte ein Statement der Vhs-Vorsitzenden Birgit Sprattler gesorgt. Da Bürger in Ratssitzungen kein Rederecht haben, meldete sich Sprattler vorab in der Bürgerfragestunde zu Wort. Sie sei „verwundert“, so Sprattler über den vorliegenden Antrag. Ebenso über die einige Wochen zurückliegende Unterschriftensammlung, bei der es bekanntlich um den Erhalt der Nahversorgung im Ort ging, aber auch die Nutzung des Edeka von Vhs und Musikschule als Idee genannt war. Einige Gemeinderäte interpretierten Sprattlers Äußerung so, dass zum Antrag von CSU-Gemeinderat Weber keine Gespräche mit der Vhs geführt worden sind. Dem widersprach Rathauschef Fath dezidiert. „Mit beiden habe ich geredet.“

Tatsächlich, das präzisierte die Vhs-Vorsitzende am nächsten Tag auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten, habe sie sich gewundert, dass die Initiatoren von Unterschriftensammlung wie Gemeinderatsantrag nicht vorab auf die Vhs zugekommen sind. Dann hätte schnell geklärt werden können, „dass das eine schöne Idee ist, die Räume aber für uns nicht nutzbar sind“. Gerade in der aktuellen Situation sei die Option auch finanziell nicht zu stemmen. „Wir können weder so viel investieren, noch dauerhaft solche Mieten bezahlen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare