Sorgenkind Staatsstraße nach Glonnbercha

Petershausens Bürgermeister Fath sauer auf CSU

Die Freisinger Straße nach Glonnbercha ist eng und ohne Rad- und Gehweg. Seit Jahren ist der Ausbau der Staatsstraße geplant. Das Projekt gerät jetzt offenbar in den beginnenden Wahlkampf.

Hintergrund ist ein Ortstermin, der Mitte Juni stattgefunden hat. Neben den Bürgermeistern von Petershausen und Hohenkammer, Marcel Fath und Johann Stegmair, waren auch der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im bayerischen Landtag, Josef Zellmeier, der örtliche Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath und der Petershausener Bürgermeisterkandidat Günter Fuchs vor Ort – alle drei CSU-Politiker. Sowohl Zellmeier als auch Seidenath sagten ihre Unterstützung für den Ausbau der Straße zu, und so lobte Fuchs in einer Pressemitteilung „das perfekte Zusammenspiel der verschiedenen politischen Ebenen innerhalb der CSU“, das ein Ergebnis nun endlich ermögliche.

Dass sich die CSU die Fortschritte beim geplanten Ausbau der Straße auf die Fahnen schreibt, ärgert Bürgermeister Marcel Fath (Freie Wähler). Denn es handelt sich um eine Staatsstraße, für die nicht die Gemeinde, sondern der Freistaat verantwortlich ist. Und wer, so Fath, sei denn in Bayern seit Jahrzehnten an der Macht? Wenn die CSU jetzt anfange, ihre eigenen Defizite zu bereinigen, dann habe sie ganz schön lange dafür gebraucht, kritisiert der Petershausener Bürgermeister im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten.

Die CSU habe in allen zuständigen Gremien und Landtagsausschüssen die maßgeblichen Positionen besetzt. Für ihn ist es zudem Fakt, dass im Bezirk Oberbayern extrem wenig Geld in die Staatsstraßen gesteckt worden sei. Das habe er auch aus anderen Gemeinden gehört. Könne es sein, fragt sich Marcel Fath, dass in Bayern, wenn es ums Drücken und Drängen eines Bürgermeisters gehe, die Parteizugehörigkeit einen Unterschied machen dürfe?

Unabhängig von möglichen Parteiinteressen scheinen alle Beteiligten den Willen zu haben, „die Kuh vom Eis zu bekommen“, wie es Bürgermeister Fath formuliert – sprich: die Freisinger Straße nach Glonnbercha so schnell wie möglich auszubauen.

Dabei wird aktuell über eine „Nordvariante“ diskutiert, bei der der Geh- und Radweg in beide Fahrtrichtungen nördlich der Fahrstraße angelegt werden soll. Laut Günter Fuchs sind die Bauern unter dieser Bedingung bereit, einen Teil ihrer Grundstücke für die Erweiterung der Straße herzugeben.

Sylvia Pfister vom Staatlichen Bauamt Freising ist die zuständige Sachbearbeiterin für das Projekt. Im Gespräch mit den Dachauer Nachrichtenweist sie darauf hin, dass für eine solche Nordvariante noch keine Planung existiere.

Die Behörde prüfe aber derzeit, ob diese Streckenführung umsetzbar sei. Dass die Straße nicht so bleiben kann, wie sie ist, stellt sie grundsätzlich nicht in Frage. Die Fahrstraße sei zu schmal und habe außerdem keinen Rad- und Gehweg. Daher arbeite das Staatliche Bauamt daran, die Strecke „zeitgemäß auszubauen“. Auf einen Zeitplan will sie sich allerdings nicht festlegen. Denn: „Straßenbau ist eine komplexe Angelegenheit“, so Sylvia Pfister.

Das gelte insbesondere dann, wenn Grunderwerb erforderlich sei. Eines sei jedoch für die Behörde klar: Eine komplett neue Straße ist keine Option. Die jetzige Streckenführung solle „auf jeden Fall“ beibehalten werden, so die Planerin. Offen ist nur noch, auf welcher Seite der Fahrbahn der Geh- und Radweg angelegt wird.

Überdies hält auch Sylvia Pfister einen kompletten Ausbau der Straße bis nach Hohenkammer für „sehr sinnvoll und auch wünschenswert“. Momentan gehe es aber ausschließlich um den Abschnitt von Petershausen nach Glonnbercha.

Unabhängig von Parteiinteressen wollen alle Beteiligten die Freisinger Straße nach Glonnbercha so schnell wie möglich ausbauen.

og

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