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Eines der Radwegeprojekte, die seit Langem nicht vorankommen, ist hier von Kollbach nach Rettenbach geplant.

Keine erfreulichen Nachrichten

Radwege in Petershausen scheitern an fehlenden Grundstücken

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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In Petershausen sind Radwege ein Dauerthema. Wie Bürgermeister Marcel Fath bekanntgab, scheitern die meisten der geplanten Radwege an fehlenden Grundstücken.

Petershausen – Das Thema Radwege ist ein Dauerbrenner in Petershausen. Viele Anfragen sind dazu im Rathaus eingegangen, nachdem die Bürgerversammlung heuer ausfallen musste. Und auch die Fraktionen im Gemeinderat haben per gemeinsamem Antrag aktuelle Informationen eingefordert.

Weil das Thema also ganz Petershausen umtreibt, gleichzeitig seit Jahren nicht viel vorangeht, hat Bürgermeister Marcel Fath jetzt in der Dezember-Ausgabe des Bürgerjournals detaillierte Zahlen und Fakten zu jeder der gewünschten Radweg-Trassen veröffentlicht. Im Gemeinderat in der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause bezog der Rathauschef ebenfalls aktuell Stellung.

Allerdings: Erfreuliche Nachrichten gibt es zu diesem Thema nicht. Denn bei vier von fünf Radwegrouten kann die Gemeinde nur unterstützend tätig werden, planen und bauen müssten entlang von Kreis- und Staatsstraßen dann Landkreis oder Freistaat. Und die meisten der seit Langem gewünschten Radwegverbindungen scheitern schlicht daran, dass – oft seit Jahrzehnten – die notwendigen Quadratmeter Ackerfläche von den Eigentümern nicht verkauft werden.

Wie beim Radweg von Kollbach nach Rettenbach. Der zuständige Landkreis hat bereits einen Plan erstellt für einen 2,5 Kilometer langen Weg. Die beiden Gemeinden Vierkirchen und Petershausen, auf deren Areal der Weg gebaut würde, konnten insgesamt 15 Grundstücke erwerben. Das nützt aber nichts. Denn, so ist im Bürgerjournal nachzulesen, „ein Eigentümer weigert sich, Verhandlungen zu führen.“ Damit ist das Vorhaben auf absehbare Zeit nicht umzusetzen.

Ähnlich ist die Situation beim geplanten Radweg von Petershausen nach Obermarbach. Dort fehlen 300 Meter zum Lückenschluss, weil zwei Grundeigentümer über die notwendigen 390 Quadratmeter nicht verhandeln wollen. Doch sobald 2021 die dort am Ortsausgang geplanten Holzgebäude für Asylbewerber errichtet werden, werden die Teilstrecken des Geh- und Radwegs gebaut, für die bereits Grund erworben werden konnte, wie Fath den Gemeinderäten erläuterte. Kuriose Folge: „Die Strecke beginnt und endet dann im Nirgendwo.“

Hoffnung gibt es dagegen beim geplanten Radweg nach Jetzendorf, der ebenfalls seit Jahren an mangelnder Verhandlungsbereitschaft einiger Grundeigentümer scheitert. Nun könnte das Vorhaben über ein Planfeststellungsverfahren weiterkommen. Voraussetzung ist, dass sich die Landkreise Dachau und Pfaffenhofen dazu entscheiden, die Kreisstraße neu auszubauen und dabei dann auch einen Radweg anzulegen.

Selbst in der Hand hat die Gemeinde dagegen den Rad-Ring Petershausen, ein Konzept für sichere Radwegeverbindungen im Ort. Hier soll der Abschnitt Lagerhausstraße bis zur Unterführung an der Jetzendorfer Straße 2021 angepackt, ein Budget im Etat eingeplant werden.

Fazit des Rathauschefs: Am Geld oder am Willen der Gemeinde liegt es nicht, wenn Radwegrouten oft über viele Jahre nicht vorankommen. Weitere Informationen zu einzelnen Radwegprojekten gibt es auch im Bürgerjournal im Internet unter www.petershausen.de/rathaus/buergerjournal-mein-petershausen.

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