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Die geplante Bebauung in der „Rosensiedlung“ in Petershausen. 

Umstrittenes Projekt

Grünes Licht für die „Rosensiedlung“

Das umstrittene Neubauprojekt „Rosensiedlung“ in Petershausen wurde in einer Sondersitzung nun genehmigt. Dort sollen 240 Wohneinheiten für Jung und Alt entstehen. 

  • In Petershausen ist das Neubauprojekt „Rosensiedlung“ umstritten.
  • Es wurde nun in einer Sondersitzung des Gemeinderats genehmigt.
  • Bei diesen Neubauten sollen 240 Wohneinheiten für Jung und Alt entstehen. 

Petershausen – Das städtebauliche Konzept für die „Rosensiedlung“ wurde vom Gemeinderat in einer Sondersitzung mit den Stimmen der Freien Wähler und SPD mit klarer Mehrheit gegen die Stimmen der CSU genehmigt. Hinter dem evangelischen Gemeindezentrum sollen auf dem fünf Hektar großen Areal mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit 240 Wohneinheiten mit verschiedenen Wohnformen für Jung und Alt, Wohnhöfe mit Gemeinschaftsgarten und Gastronomie entstehen.

Bürgermeister Marcel Fath (FW) rechnet mit einem Zuzug von etwa 525 Bürgern. Das Ergebnis sei ein Kompromiss mit den Anregungen der Planungswerkstatt, erklärt Fath auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten. Rund 100 Bürger hatten über 300 Vorschläge für die „Rosensiedlung“ erarbeitet.

Zuvor hatten 560 Bürger mit einer Unterschriftenaktion vor allem eine verkehrsberuhigte Erschließung und weniger Baudichte durch dreigeschossige anstelle der geplanten viergeschossigen Gebäude gefordert. Die Anregungen wurden vom Moderatorenteam des Workshops nach Themen zusammengefasst.   

Auf die „grüne“ Liste kamen 19 Vorschläge wie verkehrsberuhigte Erschließung oder Reduzierung der viergeschossigen Bauten, die vom Planungsbüro Eble Messerschmidt Partner eingearbeitet und mehrheitlich vom Gemeinderat abgesegnet wurden. So wird die Haupterschließung über eine Sackgasse vom Bahnhof aus entlang des Bahndamms erfolgen. Poller, die für Rettungsdienste versenkbar sind, versperren die Durchfahrt durch das Wohngebiet.

Des Weiteren werden die viergeschossigen Gebäude im Anschluss an die bereits bestehende Bebauung im vierten Geschoss zurückgesetzt, sodass laut Fath eine Art Penthouse entsteht. Dadurch ändert sich zwar nichts an der Anzahl der insgesamt 240 Wohneinheiten, aber durch die geringere Größe beziehungsweise Anzahl der Wohnungen im vierten Geschoss wird auch die Zahl der Zuzügler reduziert.

Weitere 48 Anregungen der Bürger wie Barrierefreiheit oder ökologische Vorgaben stehen auf der „gelben“ Liste. FW und SPD votierten dafür, dass diese Themen im Bauleitverfahren überprüft werden. Der Antrag von Günter Fuchs (CSU), über alle Anregungen schon im Vorfeld einzeln abzustimmen, lehnten FW und SPD ab.

Zu der ursprünglich höheren Zahl von 728 Zuzügen in der „Rosensiedlung“ erklärt Fath, dass das Verkehrsgutachten ursprünglich von drei Bewohnern pro Wohneinheit ausgegangen sei. Tatsächlich seien aber in der Region 2,16 bis 2,5 Bewohner pro Wohneinheit üblich, wodurch sich die Zahl auf 525 reduziere.

Nachhaltige, ökologische Themen werden in der neuen Siedlung eine große Rolle spielen, wie der Bürgermeister erläutert. So wird in der „Schwammstadt“ das Regenwasser bestmöglich genutzt, ein Energiekonzept auch für die umliegende Bebauung erstellt und Begrünungen von Dächern oder Fassaden vorgegeben. Anreize für Car-Sharing, das am Mobilitätszentrum direkt am Bahnhof vorgesehen ist, sind geplant.

Zentrales Anliegen für das große Siedlungsprojekt ist laut Fath, dass in Petershausen bezahlbares Wohnen für den Mittelstand angeboten wird. In der heutigen Zeit, wo sparsam mit Flächen umgegangen werden müsse, sei es unverantwortlich, nicht dicht zu bauen. Fath: „Es wird ein guter Mix aus kleinen, mittleren und großen Wohnungen sein, Generationenwohnen, Eigentumswohnungen, Mietwohnungen, genossenschaftliches Wohnen und einige Sozialwohnungen.“

Das angedachte Ärztehaus soll laut Bürgermeister wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht in der Siedlung, sondern neben dem Bahnhof bei den Parkplätzen realisiert werden.

Nicht weit genug gingen den CSU-Gemeinderäten im Hinblick auf die 560 Unterschriften die vorgeschlagenen Kompromisse etwa bei der Anzahl der Stockwerke und der Bebauungsdichte, weshalb sie gegen das städtebauliche Konzept votierten.   

Knapp 40 Prozent der „Rosensiedlung“ ist im Gemeindebesitz, der Rest gehört fünf Eigentümern. Als nächste Schritte werden ein Planungsbüro beauftragt und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit im Bauleitverfahren gestartet. Weitere Infos gibt es auf dem Bürgermeister-Blog unter www.petershausen.de.

Cornelia Hartmuth

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