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Bereits 350 000 Euro hat die Gemeinde Petershausen in die Sanierung der Frauenkirche in Kollbach gesteckt. 

Kosten wurden aus dem Petershauser Finanzplan gestrichen

Sanierung der Frauenkirche gestoppt

Die Kosten für die Renovierung der Frauenkirche in Kollbach wurden auf Antrag der SPD aus dem Haushalt gestrichen. Bürgermeister Marcel Fath hatte 230 000 Euro für die Sanierung der Außenfassade am Kirchenschiff eingeplant. Mit den Stimmen der SPD und der Freien Wähler wurde der Posten nach langer Diskussion gegen die Stimmen von Fath und CSU abgelehnt.

VON CORNELIA HARTMUTH

Petershausen Bevor das Geld in den Haushalt eingestellt werde, müsse erst geklärt werden, wie die Nutzung der Kirche geregelt ist, erklärte Bernhard Franke (SPD) bei der Haushaltssitzung des Gemeinderats. Er beantragte, dass die veranschlagte Summe aus dem Haushalt genommen wird. Auch sein Fraktionskollege Wolfgang Stadler betonte, dass erst eine vertragliche Nutzungsregelung vor der Sanierung vereinbart werden solle. Auf einen entsprechenden früheren Beschluss des Gemeinderates wies Hans Scherer (FW) hin und plädierte ebenfalls auf die Streichung des Postens.

„Das ist ein Schildbürgerstreich: Erst innen herrichten und dann außen so belassen“, ärgerte sich Gerhard Weber (CSU) über die Einwände. Zum Hintergrund: Die Frauenkirche, 1288 im romanischen Stil erbaut und mehrmals umgebaut, sollte im Rahmen der Säkularisierung 1803 abgerissen werden. Die Kollbacher Bauern legten zusammen und erhielten das Gebäude mit der Begründung, einen Getreidespeicher zu benötigen. Später übergaben sie die Kirche an die Gemeinde Kollbach.

Als Kollbach im Zuge der Gebietsreform Petershausen zugeordnet wurde, ging die Frauenkirche in den Besitz der Gemeinde Petershausen über. Somit muss die Gemeinde Petershausen als Eigentümer sämtliche Kosten tragen. Die liturgische Nutzung obliegt aber nach wie vor der katholischen Kirche.

Nach der letzten Renovierung 1978/79 war das Gebäude in einen äußerst schlechten baulichen Zustand geraten. Auf der Grundlage eines Fachgutachtens 2015 hat sich der Gemeinderat entschlossen, etwa 250 000 Euro für die Sicherung der Bausubstanz zu investieren, wie Fath in einem Blog informiert.

Tatsächlich würden alleine die Arbeiten der Kategorie 1 aus dem Gutachten (bauliche Sicherung) etwa 318 000 Euro kosten. Für die weitere Sanierung sei laut Gutachten für Kategorie 2 der Schäden mindestens eine weitere halbe Million Euro erforderlich.

Ein geringer Teil der Mittel kann über Zuschüsse aus dem Denkmalschutz finanziert werden. 350 000 Euro sind laut Kämmerer Daniel Stadelmann bisher in die Restaurierung geflossen. Die Schädlingsbeseitigung im Innenraum, der Austausch von Holzbauteilen im Dachtragwerk, die Reduzierung der Feuchtigkeit ins Mauerwerk oder die Sanierung des Turmes sowie dessen Neueindeckung wurden bereits umgesetzt. Wann die Renovierung fortgesetzt wird, ist noch offen. Die Kirche ist derzeit zugesperrt.

Für die dringend notwendige Sanierung der Außenfassade wollte Bürgermeister Fath 230 000 Euro in den Haushalt aufnehmen. Dann müssten noch die Fenster, das Dach und der Innenraum saniert werden. Allein für den Innenbereich rechne er mit einer halben Million. Belastbare Zahlen habe er noch nicht.

„Die Außenfassade ist so kaputt, dass die Nutzung und die Substanz gefährdet sind“, betonte Josef Gerer (CSU), der zum 2016 gegründeten „Freundeskreis Frauenkirche“ gehört.

Nutzung soll erst geklärt werden

Der „Freundeskreis“ wollte sich doch finanziell und mit Eigenleistungen in die Sanierung einbringen, meinte Andrea Stang (FW). Wegen der Auflagen des Denkmalschutzes seien Eigenleistungen schwierig, so Fath.

Zu den Bedenken der Gemeinderäte, dass die Kirche gegen eine Nutzung der Frauenkirche für nichtkirchliche Zwecke wie Konzerte oder Ausstellungen sein könnte, erklärte Gerer, dass Pfarrer Peter Dietz ausdrücklich für jede kulturelle Nutzung offen sei. Ohne schriftliche Regelung ist dies den SPD- und meisten FW-Gemeinderäten zu unsicher.

Stadler schlug außerdem vor, zunächst einen Bericht des Architekten einzuholen und die Kosten später in einem Nachtragshaushalt aufzunehmen. Die weitere Sanierung der Frauenkirche wird also nach dem Willen der Gemeinderatsmehrheit vorerst gestoppt.

Geklärt werden muss auch noch, wie die Gemeinde das Gotteshaus nutzen will. Bei einer Veranstaltung mit Bürgern zum Thema Frauenkirche wünschten sich viele neben weltlichen Programmen eine weitere liturgische Nutzung, obwohl in dem rund 820-Seelen-Dorf für den liturgischen Gebrauch noch die Pfarrkirche St. Martin zur Verfügung steht.

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