So sieht eine ausgewachsene Nase aus.
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So sieht eine ausgewachsene Nase aus.

Glonntal Fischereiverein 1889 Petershausen setzt 5000 Nasen in die Glonn

Stark gefährdet und ökologisch wertvoll

Er schmeckt nicht gut. Und schön ist er auch nicht. Aber der Fisch namens „Nase“ ist wertvoll. In Petershausen wurden jetzt 5000 Exemplare in die Glonn gesetzt.

Petershausen – Eine herausragende Schönheit oder ungewöhnlich schmackhaft ist dieser Fisch nicht, der auch noch den seltsamen Namen „Nase“ trägt. Trotzdem hat der Glonntal Fischereiverein 1889 Petershausen jetzt 5000 Exemplare an ausgewählten Stellen der Glonn bei Petershausen besetzt.

Mit gutem Grund, wie Vorstand Walter Fröhlich erläutert. Denn die Nase, lateinisch Chondrostoma nasus, die ihren Namen der wulstigen Oberlippe verdankt, ist einerseits stark gefährdet und andererseits ökologisch besonders wertvoll. 2020 wurde sie deshalb zum Fisch des Jahres gewählt. Eine Rarität in unseren Flüssen ist die Nase erst in jüngster Zeit geworden. „Vor der Flussbegradigung, den Wehranlagen und den Wasserkleinkraftwerken war die Nase ein Massenfisch, der in großen Schwärmen auftrat“, erläutert Fröhlich.

Heutzutage ist der besondere Fisch in manchen Regionen sogar völlig verschwunden. Denn seine Wandermöglichkeiten sind stark eingeschränkt, Kieslaichplätze durch Verbauung zerstört worden. „Aber die Zeiten haben sich geändert und die Fehler der Vergangenheit wurden erkannt“, sagt Fröhlich. Auch wenn Fließgewässer immer noch nicht überall durchgängig sind. Fischtreppen, die das Wandern der Nasen ermöglichen, vermisse man vielerorts immer noch.

Dabei ist die Nase ein wichtiger Fisch. Nicht als Speisefisch, „das grätenreiche Fleisch war nie sonderlich beliebt“, erklärt Fröhlich. Aber eben ökologisch. Denn dieser Fisch weidet den Gewässergrund regelrecht ab, befreit Kiesbänke von Algenbewuchs, was den Kieslaichern unter den Fischen zugutekommt kommt und die Selbstreinigung eines Gewässers unterstützt. „Die Nase – ein toller, wertvoller Fisch mit metallisch glänzendem Schuppenkleid, der in seltenen Fällen 60 Zentimeter Länge erreicht und dabei rund zwei Kilo wiegt“, so Fröhlich begeistert.

Die Strukturmaßnahmen, die an der Glonn um den Flusskilometer 10,2 erfolgt sind, kommen nun der strömungsliebenden Nase entgegen und haben die Mitglieder des Fischervereins ermuntert, den Nasen-Bestand mit Besatzmaßnahmen zu unterstützen und aufzubauen. Davor war einiges an Recherche nötig. „Denn Nasen bekommt man nicht überall, aber mit Egidius Schulz fanden wir einen Lieferanten, der mit Herzblut und großem Aufwand Nasen nachzüchtet.“ Um den Bestand der seltenen Nase in der Glonn zu verbessern, besetzte der Glonntal Fischereiverein 1889 Petershausen 5000 Nasen mit vier bis fünf Zentimeter Länge an ausgewählten Stellen. „Und wir planen das auch für die nächsten Jahre“, so Fröhlich.

Petra Schafflik

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