Viele Vereine, schwierige Planungen

Terminüberschneidungen ein Ärgernis

Petershausen - Terminüberschneidungen sind knifflig und manchmal ein Ärgernis. Das bekommen auch die Kulturschaffenden von Petershausen immer wieder zu spüren. Und oftmals nicht nur sie.

Petershausen – Ein ständig wiederkehrendes Ärgernis sind Terminüberschneidungen. So auch in Petershausen und Kollbach, wenn etwa am Freitag, 20. Januar, um 20 Uhr im Kollbacher Landgasthof Ostermair der traditionelle Ball der Vereine stattfindet und im großen Pfarrsaal von Sankt Laurentius der Kabarettist Christian Springer auftritt. Während die Kollbacher darauf pochen, immer schon am Freitag vor dem dritten Januar-Wochenende ihren Ball der Vereine veranstaltet zu haben, erklärte Barbara Blickle vom Kulturförderkreis Petershausen: „Das ist in Petershausen einfach geregelt – wenn man sich dran hält. Auf der Gemeinde-Homepage gibt es die Rubrik ‚Veranstaltungen’ und da stehen alle Termine drin.“ So auch der für Christian Springers Kabarettabend. Und schließlich gebe es in jedem Januar ein Koordinationstreffen aller Vereine und Institutionen, wo die Termine abgesprochen würden. „Wenn die Kollbacher ihre Termine schon so lange vorher wissen, können sie das auf Jahre dort eintragen.“

Auf die fixen Termine im Jahr wies die Vorsitzende des Kollbacher Pfarrgemeinderats Hedwig Amon hin: „Das Patrozinium kann ich nicht drei Wochen nachher feiern.“ Die Vorsitzende des Pfarrverbands Petershausen Elisabeth Lettmair meinte, es sei bekannt, dass der Pfarrverband stets am Freitag vor dem ersten Advent den Christkindlmarkt veranstalte. Deshalb bedauerte sie es sehr, dass sie nicht das gleichzeitig stattfindende vorweihnachtliche Konzert der Voices of Joy in der evangelischen Segenskirche besuchen konnte. Gottfried Lehmann von der evangelischen Kirchengemeinde entschuldigte sich, er habe sich nach den noch freien Terminen der Voices of Joy richten müssen. „Doch andererseits“, so Hedwig Amon, „tut man sich oft auch gar nicht so weh, wenn zwei Termine gleichzeitig stattfinden.“

Ein gutes Beispiel war die Weihnachtsgeschichte von Ludwig Thoma, die am Samstag vor dem vierten Advent in Kollbachs Pfarrkirche Sankt Martin mit gutem Besuch vorgetragen wurde und keine 24 Stunden später in der Segenskirche in Petershausen sogar sehr gut besucht war.

Terminkollisionen gibt es auch anderswo, wenn sich etwa die Zusammenkünfte des BN Petershausen (Bund Naturschutz) und anderer Vereine mit Gemeinderats- oder Ausschusssitzungen überschneiden. Laut Bürgermeister Marcel Fath (FW) stünden die Termine für Gemeinderat und Bau- und Umweltausschuss bereits für ein Jahr im voraus fest. Änderungen seien selten. „Die Termine beim Werkausschuss sind projektabhängig und beim Bauausschuss gesetzlich gesteuert.“ Denn Bauanträge müssten innerhalb von zwei Monaten behandelt werden. Bei großem Themenumfang wie Feuerwehrhaus-Neubau oder Grundschulerweiterung denke er über Sondersitzungen nach. Da sich der Besuch der Gemeinderats- und Ausschusssitzungen leider meist in engen Grenzen halte, sei das Terminproblem nicht so groß. Aber bei gut 80 oder mehr Vereinen und Institutionen in der Gemeinde und nur 52 Wochenenden komme es fast zwangsläufig zu Überschneidungen. Aber Fath und Amon waren sich einig, das zeige ja auch, wie viel in Petershausen los sei.

Noch schwieriger wird es, wenn sich Termine gemeinde- und landkreisübergreifend überschneiden. Dafür, so Fath, gebe es bald ein Werkzeug im Rahmen eines Projektes von Dachau Agil. Wie Dachau-Agil-Geschäftsführerin Sylvia Podewils bestätigte, will sie Mitte Februar einen entsprechenden Projektantrag stellen. Wenn der Lenkungsausschuss von Dachau Agil im Umlaufverfahren zugestimmt habe, könne sie den Förderantrag stellen. Der Bewilligungsbescheid könnte, so hofft Podewils, dann im April oder Mai ergehen. Das Software-Werkzeug soll dann kompatibel mit dem System der Stadt Dachau wie auch der Heimatzeitung sein.

R.-Dietmar Sponder

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