+
Es drohen Kurse auszufallen befürchten Geschäftsleiterin Maureen Bauer (links) und Vorsitzende Birgit Sprattler von der Vhs Petershausen.

Petershausen: In Kursraum zieht Kinderkrippengruppe

Herber Schlag für Volkshochschule

Nach Wegfall von 100 Quadratmetern Fläche in der Kinderkrippe ist die Volkshochschule Petershausen in Raumnöten. Ein herber Schlag, meinen die Verantwortlichen und üben Kritik an der Gemeinde.

Petershausen Das neue Semester der Volkshochschulen im Landkreis hat eben begonnen. In Petershausen war der Start nicht einfach. 46 Kurse mussten verlegt werden, weil in den bisherigen Kursraum eine fünfköpfige neue Kindergartengruppe einzog.

Die Volkshochschule Petershausen als eingetragener Verein existiert bereits seit 1980, also bald 40 Jahre. Aktuell werden 160 Kurse und Vorträge angeboten zu den Themen Gesellschaft (Politik, Umwelt, Wirtschaft, Führungen zu historischen Orten), Sprachen, Sport und Spiel, Kultur und Gesundheit. Diese Gesundheitskurse nehmen einen breiten Raum ein im Angebots-Spektrum, aber neuerdings steht dafür kein idealer Raum mehr zur Verfügung.

Vorsitzende Birgit Sprattler: „Das Dachgeschoss der gemeindlichen Kinderkrippe an der Münchner Straße war mit rund 100 Quadratmetern ideal dafür. Da konnten die Teilnehmer ihre Yogamatten ausbreiten und gingen sich nicht im Weg um. Die Kündigung war ein herber Schlag für uns, aber sie ist natürlich vollkommen rechtens, denn die Gemeinde hat ja die Pflicht, jedem Kind einen Platz zur Verfügung zu stellen.“ Aber vielleicht hätte es für ein halbes Dutzend Kinder der Montessori-inspirierten Elterninitiative auch ein kleinerer Raum getan, meint sie. Und die Geschäftsleiterin Maureen Bauer ergänzt: „So einen Raum mit dieser Größe und Atmosphäre gibt es in Petershausen kein zweites Mal. Wir waren hier sechs Jahre und haben in dieser Zeit das Angebot im Gesundheitsbereich enorm vergrößern können. Jetzt mussten teilweise die Teilnehmerzahlen reduziert werden.“

Die Örtlichkeiten der Vhs waren bisher: Räume in der Grundschule, SV Petershausen, Bildungstreff in der Indersdorfer Straße, eine Wohnung in der Münchner Straße 20 und eben das besagte Dachgeschoss der Kinderkrippe. Jetzt ist die Vhs weit verstreut im Ort: Gemeindesaal der evangelischen Kirche, Danuvius-Haus, Pfarrheim Kollbach, Hebammmenpraxis und katholischer Kindergarten. Maureen Bauer sieht zwei Probleme: Zum einen ist unsicher, ob die verstreuten Räume akzeptiert werden. Zum anderen muss das Kurs-Material jedes Mal umgezogen werden. Das sei ein erheblicher Aufwand. „All diese Räume kosten Miete. Das ist eine Belastung für die Erwachsenenbildung, für die die Gemeinde ebenso einen Auftrag hat“, sagt Sprattler und verweist darauf, dass die Vhs über keine Rücklagen verfügt. „Im schlimmsten Fall müssen wir das Angebot zurückfahren und im allerschlimmsten Fall droht das komplette Aus.“

Ihre Hoffnung ruht auf die Nutzung von Mehrzweckräumen im neuen Schulhausbau. Ihre Vision: „Ein Bürgerhaus wäre ideal. Im halb so großen Weichs haben die es auch hingekriegt.“ Derzeit werden in Petershausen zahlreiche Wohnprojekte angeschoben. Bei Einwohnerzahlen an die 8000 könnte man doch wirklich über ein Bürgerhaus nachdenken.

Das aktuelle Programm der Vhs liegt in vielen Geschäften und natürlich in der Vhs-Geschäftsstelle im Rathaus-Untergeschoss kostenlos aus.

Gottfried Möckl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anderthalb Stunden Höchstspannung
Das Theater Indersdorf verlegt „Heilig Abend“ ins Frühjahr: Spielleiter Werner Popfinger inszeniert das gleichnamige Stück von Erfolgsautor Daniel Kehlmann, Premiere …
Anderthalb Stunden Höchstspannung
Das Brettl, das allen Freude machen soll
Im Landkreis Dachau startet ein neues Projekt: das Herzbrettl. Doch damit es funktionieren kann, braucht es nicht nur Leute, die geben, sondern vor allem Menschen, die …
Das Brettl, das allen Freude machen soll
CSU Odelzhausen will mindestens sechs Sitze
Die CSU Odelzhausen hat ihr Wahlkampfprogramm vorgestellt – und sich dabei von der Bürgergemeinschaft Odelzhausen (BGO) abgegrenzt.
CSU Odelzhausen will mindestens sechs Sitze
„Parteipolitik hat in der Kommunalpolitik nix verloren“
Vor den Kommunalwahlen am 15. März hat sich die Allgemeine Wählergruppe (AWG) im Schützen- und Feuerwehrhaus in Ebersried noch einmal vorgestellt.
„Parteipolitik hat in der Kommunalpolitik nix verloren“

Kommentare