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„Wir kommen toll durch die Pandemie!“

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Von: Petra Schafflik

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Bürgermeister Marcel Fath in der weihnachtlich geschmückten Schule. Deren Erweiterung war 2021 ein ganz wichtiges Thema in Petershausen.
Bürgermeister Marcel Fath in der weihnachtlich geschmückten Schule. Deren Erweiterung war 2021 ein ganz wichtiges Thema in Petershausen. © Schafflik

Welche Entwicklungen Petershausen in dieser Zeit genommen hat und welche Projekte auf der Agenda standen, darüber spricht Bürgermeister Marcel Fath.

Was hat Sie im vergangenen Jahr in Petershausen am meisten beeindruckt?

Fath: Definitiv die Impfaktion Mitte Dezember. Es war unglaublich beeindruckend, wie viele Leute in kürzester Zeit ihre Hilfe angeboten haben. Auch Bürger aus dem Gesundheitswesen, die aktuell wirklich viel zu tun haben. Diese Erfahrung zeigt: Das Ehrenamt ist beileibe nicht tot. Die Menschen engagieren sich für Dinge, die sie für wichtig und richtig erachten.

Und wie kommt die Gemeinde insgesamt durch diese schwierige Zeit?

Fath: Tatsächlich kommt Petershausen toll durch die Pandemie, in jeder Hinsicht. Die Finanzen der Gemeinde passen, wir haben stabile Einnahmen. Es wird viel investiert, auch von Unternehmen, das zeigen schon die vielen Baustellen. Das Angebot an Nahversorgung, Dienstleistung und Gastronomie ist sogar größer als vor Corona. Und der menschliche Zusammenhalt ist tragfähig, es hat sich niemand abgewendet vom Nächsten.

Welche kommunalen Vorhaben waren 2021 prägend?

Fath: Wir haben in kürzester Zeit unser Personal verdoppelt, nachdem die Gemeinde die Trägerschaft der Kitas Glonntaler Biberbau und Mäuseburg übernommen hat. Da sind wir gleich bei einer der massivsten Herausforderungen der Zukunft. Denn in Sachen Kinderbetreuung steuern die Kommunen auf ein Finanzierungs dilemma zu, das Defizit in dem Bereich beträgt in Petershausen inzwischen 2,8 Millionen Euro jährlich. Leider hört uns niemand zu. Vielleicht sollten wir mal mit Kinderwagen nach Berlin fahren.

Aber auch wichtige Bauprojekte sind vorangekommen.

Fath: Da ist 2021 in jeder Hinsicht besonders. Mit der Schulerweiterung wurde ein großes Vorhaben abgeschlossen, drei andere laufen jetzt parallel, das hat uns schon an unsere Grenzen gebracht. Denn die Errichtung einer Schlammpresse in der Kläranlage läuft wunderbar, beim Kinderhaus-Neubau haben wir eine schwierige Phase überwunden, jetzt gibt es einen festen Zeitplan und ab Januar wird in die Höhe gebaut. Aber das Feuerwehrhaus war zeitlich und emotional eine Riesenherausforderung, es gab enorme Schwierigkeiten mit dem Dach. Das ging so weit, dass wir einen bestimmten Auflagewinkel schließlich bei Amazon bestellt und in Eigenregie angebracht haben, damit die Baustelle nicht steht. Schön ist das nicht.

Und 2022 stehen erneut wichtige Themen auf der Agenda.

Fath: Das künftige Wohngebiet Rosensiedlung, das Tragweite hat für ganz Petershausen, kommt jetzt in eine entscheidende Phase. Mit den steigenden Anforderungen an Neubauten rentiert es sich für Investoren bald nicht mehr, Wohnungen mit bezahlbaren Mieten zu errichten. Da macht der angespannte Wohnungsmarkt jetzt Eile zum Gebot. Auch müssen wir nächstes Jahr über die Zukunft des Rathauses entscheiden.

Gibt es weitere Themen?

Fath: Das Glonninsel-Projekt, das den Fluss wieder erlebbar gestaltet, werden wir beginnen. Dann müssen wir entscheiden, ob die Außenfassade der Frauenkirche saniert wird. Ich persönlich wäre dafür, wir haben in der Gemeinde nicht so viele Denkmäler. Da sollten wir in die saure Zitrone reinbeißen und die Viertelmillion bis halbe Million Euro ausgeben.

Ihr Wunsch für 2022 für die Gemeinde?

Fath: Ich will wieder Kultur haben! Gerne im Sommer ein Marktplatzfest mit unseren Freunden aus Varennes. Und schon im April unseren Gesundheitstag, dazu den ganzen Vereins-, Sport- und Kulturbetrieb.

Gibt es persönliche Wünsche oder Vorsätze fürs Neue Jahr?

Fath: Die Photovoltaik-Anlage auf meinem Hausdach soll endlich ans Stromnetz angeschlossen werden. Im Bau fehlt es derzeit immer entweder am Material oder Personal. Persönlich wünsche ich mir, dass meine beiden Kinder, die erstaunlich gut durch die Pandemie gekommen sind, dieses Glück fortsetzen können.

Interview: Petra Schafflik

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