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Arbeiten in und für dem Freundeskreis Frauenkirche zusammen (v.l.): Renate Berberich, Marcel Fath, Josef Gerer, Kirchenbetreuerin Annemarie Westenrieder, Schriftführerin Hedwig Amon, Josef Mittl sowie hinten Dekan Peter Dietz und vorne Monsignore Dr. Clement Obielu.

Es geht um Hilfe – und viel Geld

Frauenkirche wird renoviert

Kollbach - 34 Besucher haben sich spontan in die Unterstützerliste eingetragen. Der neu gegründete lockere Zusammenschluss Freundeskreis Frauenkirche Kollbach hatte zu einem Informationsabend in den Gasthof Ostermair gebeten.

Seit eineinhalb Jahren setzen sich die Kollbacher für eine Renovierung ihres älteren Gotteshauses Mariä Geburt, der so genannten Frauenkirche, ein. Jetzt liegt ein Gutachten über Schäden und nötige Maßnahmen zu deren Behebung sowie die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn vor. Doch noch immer gibt es laute Stimmen dagegen. Daher lud der neu gegründete lockere Zusammenschluss Freundeskreis Frauenkirche zu einem Informationsabend in den Gasthof Ostermair ein.

Es ging nach einem Vortrag von Ortsheimatpflegerin Renate Berberich um Hilfe und viel Geld. Josef Gerer sagte als Sprecher des neuen Freundeskreises, laut Gutachten seien 850 000 Euro Gesamtkosten in den kommenden zehn Jahren zu erwarten, 250 000 Euro werden bis 2018 fällig.

Bürgermeister Marcel Fath, der ganz oben auf der Unterstützerliste des Freundeskreises steht, rechnet mit einer Million. Gerer: „Wir brauchen Spenden, keine kleinen Beträge, und Leute, die mitmachen.“

Kritische Stimmen gab Dekan Peter Dietz weiter: „Die einen wollen renovieren, die anderen sagen, ‚das braucht’s doch nicht’.“ Manche Leute seien aus der Kirche ausgetreten und ärgerten sich nun, dass mit ihren Steuern doch wieder saniert werden solle.

Kollbachs Bauern verhinderten bei der Säkularisation 1803 den Abriss der Frauenkirche. Sie kauften das alte Gotteshaus. Somit gehörte es der einstigen Gemeinde Kollbach, die sie laut Renate Berberich als „Brautgeschenk“ 1978 in die „Ehe“ mit Petershausen einbrachte. Einen Verfall des Gebäudes verbietet heute das Denkmalschutzgesetz.

Bürgermeister Fath begründete das übergeordnete Interesse der Gesamtgemeinde damit, dass die Frauenkirche „ein Stück Heimat“ und ein Gebäude mit Identität stiftendem Charakter für alle Bürger darstelle.

Dekan Dietz brachte die Frage nach der künftigen Nutzung ein. „Wir haben mit Sankt Martin eine Pfarrkirche. Mit Ausnahme von Ostern und dem Martinstag passen dort das Fünf- bis Zehnfache der Gottesdienstbesucher hinein. Eine zweite Kirche bringt’s also nicht. Aber ich könnte mir auch eine weitere Nutzung für kulturelle Zwecke wie Konzerte und Lesungen vorstellen.“

Das freute Fath. Er hofft, dass man künftig auch wisse wohin mit all den Autos, die die Besucher zur Frauenkirche brächten. Es dürfe nicht eine Woche geben, in der das Gebäude ungenutzt bleibe.

Eine Idee ist schon alt: Ein Markt, der Ende der 1990er Jahre eingeschlafen war. Hier solle Fath aktiv werden, findet Gerer. Doch Dekan Dietz ist skeptisch: „Die Zeit ist vorbei.“

Schließlich trugen sich an diesem Abend 34 Besucher in die Freundeskreislisten ein, wie Josef Mittl, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bekanntgab. Demnächst soll es auch ein Spendenkonto geben. Ein Sparbuch mit 600 Euro von der letzten Renovierung vor 40 Jahren besteht noch und soll den Startschuss fürs Renovierungskonto bilden.

rds

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