Hier nicht! Die Bürgerinitiative Gegenwind will das Aufstellen von drei Windrädern verhindern. Foto: rds

In Petertshausen verschärft sich der Streit um Windkraftanlagen

Petershausen - In und um Petershausen schlagen die Wellen der Diskussion zum Thema Windkraftanlagen weiter hoch. Die Bürgerinitiative Gegenwind hatte am Orts- und Waldesrand zu einer Protestaktion gerufen, in der Fragestunde waren die Windräder genauso Thema wie in der folgenden Gemeinderatssitzung.

Mit dem seinem Mehrheitsbeschluss nach der Kritik des Freymanners Josef Rottmair, in Teilen gegen den interkommunalen Teilflächennutzungsplan zu Windkraftstandorten zu stimmen, hatte sich der Petershausener Gemeinderat in der vorletzten Sitzung in eine Sackgasse manövriert (wir berichteten). Der scheidende Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) trug in der jüngsten Sitzung nun die schriftliche Stellungnahme des Planungsbüros Brugger vor, wonach Petershausen mit dem Abstimmungsverhalten von damals das gemeinsame Verfahren der 14 Kommunen verlassen müsste. Doch dies hätte automatisch zur Folge, dass die gesetzliche Privilegierung von Windkraftanlagen in Kraft treten würde und so die Gemeindebürger noch weniger geschützt wären. Denn die Windräder könnten dann noch näher an die Wohngebiete heranrücken.

In ihrer letzten Gemeinderatssitzung betonte Elisabeth Kraus von den Freien Wählern (FW): „Die unterschiedlichen Abstände für Innen- und Außenbereich sind mir zwar nach wie vor nicht verständlich, aber ich sehe keine andere rechtliche Möglichkeit, die Bürger zu schützen, als dieser unverständlichen Regel zuzustimmen.“ Ihr Fraktionskollege Josef Mittl ergänzte, es sei wichtig, das gemeinsame Teilflächennutzungsverfahren der 14 Kommunen jetzt durchzuziehen, weil sonst die Investoren wie im Fall Dachau vor Gericht klagten. „Aber auch alle Weißlinger Bürger können gegen den geplanten Windpark klagen.“ Deshalb hob der Gemeinderat mit 17:2 Stimmen (gegen Ludwig Kloiber und Bernhard Reischl - beide CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung seinen Beschluss aus der vorangegangenen Sitzung wieder auf. Dasselbe Stimmenverhältnis ergab sich beim Beschluss zum Teilflächennutzungsplan, mit dem dieser in die zweite öffentliche Auslegung geschickt wurde.

In der Bürgerfragestunde vor der Sitzung hatte Erna Feicht gefragt, ob die Gemeinde die Höhen des Windrades im Weißlinger Forst über einen Bebauungsplan zu begrenzen gedenke. Das sei vorstellbar, antwortete Bürgermeister Fuchs. Er würde allerdings eine Rückstellung des Projekts beantragen, damit man sehen könne, wie die allgemeinen Vorgaben der Staatsregierung ausfallen. Darauf Feicht: „Wie denken die anderen Gemeinden - insbesondere im Landkreis Freising - über solch eine Höhenbegrenzung per Bebauungsplan?“ Darüber sei noch nicht gesprochen worden, bekannte Fuchs. Aber auch das sei denkbar. „Was passiert, wenn die Grundstücksbesitzer nicht an die Windradbetreiber verpachten?“ Hierzu konnte der Bürgermeister genauso wenig sagen wie zur Frage Feichts nach den Konzentrationsflächen in den Nachbargemeinden.

Ihrem Ärger über drei geplante Windräder zwischen Weißling, Lauterbach, Kollbach und Kammerberg gaben unterdessen rund 100 Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind bei einer Protestaktion am Ortsrand von Weißling Ausdruck. Auf einem großen Transparent hieß es: „Stoppt den Windpark!“ Wie berichtet, befürchten die Demonstranten nach eigenen Angaben Nachteile durch Lärm und Infraschall und zudem einen Wertverlust ihrer Immobilien. Außerdem werde das Naherholungsgebiet beeinträchtigt. (rds)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Vhs ist trotz Corona guter Dinge
Bei der Mitgliederversammlung der Vhs Bergkirchen sind die Verantwortlichen überrascht, wie gut das Online-Angebot läuft.
Die Vhs ist trotz Corona guter Dinge
Altlandrat Christmann im Verwaltungsrat der Sparkasse
Diese Personalie kommt überraschend: Die Regierung von Oberbayern hat Altlandrat Hansjörg Christmann für den Verwaltungsrat der Sparkasse Dachau ausgewählt.
Altlandrat Christmann im Verwaltungsrat der Sparkasse
„Bei den Bürgern ist er sehr beliebt“
Für den Röhrmooser Behindertenbeauftragten Josef Schmid gab es viel Lob. Bürgermeister Dieter Kugler hat ihn nun verabschiedet.
„Bei den Bürgern ist er sehr beliebt“
Auf einen Blick sehen, wo es Regionales gibt
Verbraucher und Landwirte auszusöhnen, Verständnis füreinander aufzubringen und gemeinsam Regionalität und Artenvielfalt im Landkreis unterstützen. Das ist das Ziel …
Auf einen Blick sehen, wo es Regionales gibt

Kommentare