Mehrere Personen vor kleiner Kapelle
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Kräftig in die Pedale traten vergangenes Jahr die Gemeinderatsmitglieder – jetzt sollen die Gemeindemitarbeiter für den CO2-freien Antritt zum Arbeitsplatz belohnt werden.

In Pfaffenhofen an der Glonn werden neue Wege beschritten

Autoverzicht: Gemeinde belohnt Mitarbeiter

Pfaffenhofen an der Glonn belohnt Mitarbeiter, die mit dem Radl oder zu Fuß zur Arbeit kommen. Im Gemeinderat gab es Widerstand - von unerwarteter Seite.

Pfaffenhofen – Raus aus dem Auto, rauf auf den Drahtesel. Um ihren Mitarbeitern das Fahrradfahren schmackhafter zu machen, setzt die Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn jetzt auf Prämien. Wer fleißig in die Pedale tritt, kann sich bald etwas extra dazu verdienen, statt Geld an der Tankstelle auszugeben.

Aber auch wer zu Fuß zur Arbeit kommt, soll belohnt werden. Dafür müssen die Mitarbeiter in einem Kalender die zurückgelegten Kilometer eintragen. Der Monat wird nur gewertet, wenn an mindestens fünf Tagen im Monat zur Arbeit geradelt oder gegangen wurde. Die Sommeraktion startet am 1. Mai und endet am 30. September.

Abgesegnet werden musste die Aktion zuvor noch vom Gemeinderat. Dieser beschloss gegen die drei Stimmen der Grünen-Fraktion die Aktion gleich für drei Jahre. Dieter Stoll, Susanne Vedova und Marianne Klein-Kennerknecht wollten dies jedoch nur für ein Jahr absegnen. „Wir wollen das Radfahren nicht dauerhaft bezahlen“, erklärte Stoll in der Gemeinderatssitzung.

Bürgermeister Helmut Zech hatte darum geworben, die Aktion nicht nur auf ein Jahr zu beschränken, da es in der Regel mindestens ein Jahr dauere, bis so etwas angenommen werde. „Sonst’s verpufft’s“, sagte Zech. Das sahen die meisten Gemeinderatsmitglieder auch so.

Die Verwaltung schätzt die Kosten auf monatlich 668 Euro, wenn alle Mitarbeiter mitmachen würden. Die Aktion soll auch „als Vorbild“ für Betriebe in der Gemeinde dienen, wie in der Sitzung zu erfahren war. Die Idee für die Aktion kam aus dem aktuellen Meeting des Arbeitskreises Infrastruktur und Ortsentwicklung (wir haben berichtet).

Anstatt mit Verboten zu arbeiten, will man Anreize setzen. „Radfahren als klimaneutrales Fortbewegungsmittel“ gehört dazu. Wer als Beschäftigter der Gemeinde beispielsweise jeden Tag 11 bis 15 Kilometer von in die Arbeit und wieder nach Hause zurücklegt, erhält monatlich 18 Euro Zuschuss. Ab 36 Kilometern sind es sogar 44 Euro. Bereits ab einem Kilometer wird bezuschusst.

Simone Wester

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