Pfaffenhofen/Bayern: Pensionswirtin will mit neuer Geschäftsidee durch Corona-Krise kommen
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Will sich nicht in Bockshorn jagen lassen: Monika Sappler hofft auf eine Ausnahmegenehmigung zur Vermietung ihres Pools.

Ruhe abseits überfüllter Badeseen

„Kontaktloses Schwimmen“: Pensionswirtin will mit völlig neuer Geschäftsidee durch Corona-Krise kommen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Monika Sappler, Pensionswirtin aus Pfaffenhofen/Glonn, hat eine Idee: Sie will ihren acht mal vier Meter großen Pool zwei-Stunden-weise vermieten, „kontaktlos selbstverständlich“.

  • Monika Sappler ist Pensionswirtin aus Pfaffenhofen/Glonn.
  • Die Corona-Krise stellt sie vor Herausforderungen - doch die Pfaffenhofenerin hat eine ungewöhnliche Geschäftsidee.
  • Sie will Gästen „kontaktloses Schwimmen“ ermöglichen - abseits überfüllter Badeseen.
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Pfaffenhofen/Dachau – Für Sappler, die aktuell ohnehin nicht arbeiten kann und wohl auch im Sommer, wenn die Hotellerie wieder öffnen darf, ihre Zimmer nicht vermieten wird – „mein Mann gehört zur Hochrisikogruppe“ – wäre die Pool-Vermietung eine willkommene Einnahmequelle. Für zwei Stunden will sie 30 Euro verlangen, maximal vier Personen können das Angebot nutzen. 

Dabei, verspricht Sappler, werden die Gäste „über den Hof direkt in den Garten gehen. Sie dürfen die Liegen benutzen und das WC.“ Klar, dass alles regelmäßig genauestens desinfiziert werde. Und: „Ich dulde keine Partygäste oder Saufgelage!“ Vielmehr wolle sie Menschen abseits der höchstwahrscheinlich ziemlich überfüllten Badeseen ein wenig Ruhe bieten. Beim Landratsamt, betont Sappler, sei man von dieser Geschäftsidee begeistert gewesen.

Pfaffenhofen/Glonn: Pensionswirtin will mit völlig neuer Geschäftsidee durch Corona-Krise kommen

Tatsächlich, bestätigt Sprecher Wolfgang Reichelt, habe seine Behörde den Plan der Pfaffenhofenerin „charmant und reizvoll gefunden“. Allein: „Stand heute ist er nicht zulässig.“

Laut der jüngsten Aussage von Ministerpräsident Markus Söder dürfen nämlich Hotels und Pensionen tatsächlich am 29. Mai öffnen, allerdings explizit ohne Sauna, Wellness und Pool. Reichelt ist zwar überzeugt, dass irgendwann auch wieder diese Anlagen werden betrieben dürfen, nur gibt es dafür eben noch kein Datum. Würde Monika Sappler – oder jeder andere Pool-Besitzer der Region – also im Mai sein Schwimmbecken gegen Eintrittsgeld der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, wäre dies „unerlaubter Betrieb einer Badeanstalt“ – und würde ein saftiges Bußgeld nach sich ziehen.

Coronavirus: Pensionswirtin will Pool vermieten - „Kontaktloses Schwimmen“

Monika Sappler lässt sich von so viel Bürokratie nicht ins Bockshorn jagen. Die 64-Jährige ist stolz, „ganz allein auf die Idee“ gekommen zu sein und glaubt fest an ihre Geschäftsidee des „kontaktlosen Schwimmens“. Sobald es daher erlaubt ist, will sie die ersten Badegäste willkommen heißen. Am Landratsamt drückt man ihr dafür die Daumen. Denn: Monika Sappler eine Ausnahmegenehmigung für ihren Pool erteilen zu dürfen, bedeute schließlich auch, so Wolfgang Reichelt, dass „die Coronazahlen weiter sinken“.

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