Heimatforscherinnen aus Leidenschaft: Christa Liebert (links) und Katharina Axtner. Monika Mittelhammer fehlt auf dem Foto.
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Heimatforscherinnen aus Leidenschaft: Christa Liebert (links) und Katharina Axtner. Monika Mittelhammer fehlt auf dem Foto.

Die Pfaffenhofen-Chronik erschien zwar 2014, aber es gibt noch viel zu erzählen

Die Forscherinnen machen nur Pause

Katharina Axtner, Christa Liebert und Monika Mittelhammer sind Heimatforscher aus Leidenschaft. Soe haben zehn Jahre lang jede freie Minute damit verbracht, eine Dorfchronik für Pfaffenhofen auf die Beine zu stellen.

Pfaffenhofen - Unzählige Nächte haben sie sich um die Ohren geschlagen. Haben in Archiven gestöbert, auf alten Dachböden gesucht, in Kirchen recherchiert, mit vielen Menschen gesprochen, an Seminaren teilgenommen – Katharina Axtner und Christa Liebert haben zusammen mit ihrer Mitstreiterin Monika Mittelhammer und vielen weiteren engagierten Helfern und der Unterstützung der Gemeinde zehn Jahre lang jede freie Minute damit verbracht, eine Dorfchronik für Pfaffenhofen auf die Beine zu stellen.

Angefangen hatte eigentlich alles bei Katharina Axtner, die ursprünglich ihre eigene Familiengeschichte in Unterumbach ergründen wollte und dabei herausfand, dass man diese bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen kann. 2004 belegte sie einen Heimatforscherkurs. Über zweieinhalb Jahre lernte sie dort, wie man alte Schriften liest, in Archiven recherchiert, Chroniken liest, Quellen findet, geschichtliche Zusammenhänge erfasst und vieles, vieles mehr. In Christa Liebert und Monika Mittelhammer fand sie Mitstreiterinnen, mit denen sie schließlich 2014 eine zweibändige Dorfchronik herausbrachte.

Einige Dokumente über die Geschichte der Gemeinde gab es bereits, auch die machten sich die drei Damen zunutze. Dazu hatten viele Landwirte ihre Hofgeschichte aufgezeichnet, und auch die Pfarreien verfügten über zahlreiche Aufzeichnungen. Auch in der Nachbargemeinde Odelzhausen – zu dem Zeitpunkt gehörte Pfaffenhofen noch zur Verwaltungsgemeinschaft – war einiges im Archiv vorhanden.

Von allen Seiten trugen die Heimatforscherinnen zusammen, was sie nur in die Finger bekommen konnten, sortierten, fassten zusammen und begannen, die Geschichte der Gemeinde aufzuschreiben. Jeder nach seinen Fähigkeiten.

„Die Katharina ist unsere Wühlmaus“, beschreibt Christa Liebert ihre Freundin augenzwinkernd. Denn Katharina Axtners Stärke war es, viele Dokumente herbeizuschaffen. Monika Mittelhammer bestach durch Organisationstalent, Christa Liebert bewies Ausdauer beim Entziffern von alten Schriften und entpuppte sich als Spezialist für Vor- und Frühgeschichte.

Ihr bedeutendster Fund ist wohl die sogenannte „Villa Rustica“ am Rettenbach zwischen Bayerzell und Vogach – ein Beweis, dass einst Römer im Gemeindegebiet siedelten. Regelmäßig geht sie dort heute noch spazieren, entdeckte schon etliche Fundstücke, sogar einmal eine Münze.

Offizielle Grabungsarbeiten lässt der Grundstückseigentümer allerdings nicht zu. Unterstützung von offizieller Seite hätte es gegeben, auch Bürgermeister Helmut Zech hatte damals einen Zuschuss für die geomagnetische Messung genehmigt, die ergeben hatte, dass sich unter dem Acker tatsächlich Überreste eines römischen Landhauses befinden könnten. Aufgeben hat Christa Liebert das Projekt trotzdem noch nicht.

Katharina Axtner hingegen gibt zu, dass sie jetzt erst mal „eine Pause“ braucht. Sie engagiert sich in der Geschichtswerkstatt Dachau. Die Geschichte der Feldkreuze in der Gemeinde, die in der Dorfchronik nicht mehr erfasst werden konnte, hat sich aber noch im Hinterkopf. Eventuell wird das ihr nächstes Projekt werden.

Bei der Arbeit zur Dorfchronik stieß Axtner auf die Geschichte des Egenburger Malers Hans Metzger, dem jetzt eine eigene Ausstellung im Museum in Altomünster gewidmet ist. Diese wird eröffnet, sobald es die Lockdown-Bestimmungen zulassen. Der Impuls dazu kam von Katharina Axtner, die Kreisheimatpflegerin Birgitta Richter-Unger für das Vorhaben schnell begeistern konnte.

„In den Archiven liegen noch zahlreiche Dokumente, die darauf warten, auch noch in späteren Jahrzehnten erforscht zu werden“, hieß es damals im Schlusswort der Chronik von Christa Liebert, Monika Mittelhammer und Katharina Axtner – die Villa Rustica oder die Feldkreuze könnten der Anfang sein. Welch spannende Begebenheiten mögen sich noch in der Geschichte der Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn verstecken, die bis in die Steinzeit zurückreicht?

SIMONE WESTER

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