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Heimatforscherinnen bleiben aktiv

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2 Frauen, ein Mann rechts Plakat
Wünschen sich Zuwachs: die Heimatforscherinnen Christa Liebert (links) und Katharina Axtner, hier mit Bürgermeister Helmut Zech auf der Metzger-Ausstellung. © sim

Trotz der Pandemie haben die Heimatforscherinnen Katharina Axtner und Christa Liebert auch 2021 in Pfaffenhofen wieder Zeit investiert und viel geplant.

Für die Sonderausstellung im Bezirksmuseum Dachau beispielsweise erstellte die Geschichtswerkstatt Dachau ein Museumsheft, an dessen Entstehung Katharina Axtner mitgearbeitet hat. Ihre Themen waren die Bäckereien und Lebensmittelgeschäfte in den Gemeinden Pfaffenhofen, Odelzhausen und Sulzemoos. Ein Getreidesack aus dem Jahr 1900 aus Oberumbach schaffte es sogar als Ausstellungsstück zum Thema Mühlen ins Bezirksmuseum.  

Die Hans-Metzger-Ausstellung im vergangenen Jahr im Museum in Altomünster (wir haben berichtet) kam dank der Recherche der Pfaffenhofer Heimatforscherinnen zur Familiengeschichte des Egenburger Malers überhaupt erst zustande und wurde ein voller Erfolg.

Angefangen hatte alles mit einer kleinen Metzger-Ausstellung im Egenburger Rathaus während des Christkindlmarktes 2009. Seitdem stand Axtner, die an einem Beitrag für den Ausstellungskatalog mitgearbeitet hat, in Kontakt mit Verwandten des bekannten Malers, von denen auch heute noch viele in Egenburg leben. „Ich bekomme heute noch Anrufe von Leuten, die Bilder von Hans Metzger besitzen. Wir bleiben an dem Thema dran“, verspricht Axtner.

Bodenfunde aus keltischer und römischer Zeit sind das Spezialgebiet von Christa Liebert. Dank ihrer guten Kontakte zu den Landwirten im Gemeindegebiet darf sie regelmäßig nach Absprache die Felder absuchen und hat dabei schon viele aufregende Funde machen können (wir haben berichtet). Auf dem Osterberg waren dies beispielsweise Gegenstände aus der Zeit, als die Kelten im heutigen Gemeindegebiet siedelten. Römische Münzen tauchten unter anderem in Stockach auf. Dazu fand sie viele Überbleibsel von Alltagsgegenständen wie Tongefäße oder Dachziegel römischer Bauten.

Ein besonderer Fund ist ein sogenannter Reibstein, ein steinzeitlicher Mahlstein, den Liebert mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers ins Huttermuseum in Großberghofen bringen durfte. Von dem Fundort existiert nicht nur eine Luftaufnahme, sondern dank der Initiative von Christa Liebert mittlerweile auch ein aktuelles Bild, aufgenommen von einer Drohne.  

Diese Aufnahme machte ein befreundeter Hobbyarchäologe über dem Maisfeld, auf dem der Stein gefunden worden war. Hier war – wie schon bei der herkömmlichen Luftaufnahme – wieder ein weißer Ring über der Fundstelle zu sehen. „Vermutlich ist dort mehr als der Reibstein, eventuell eine Grabstätte“, vermutet Liebert. Sie will an dem Thema dran bleiben und weiter auf Spurensuche gehen.

Eine weitere Fundstätte befindet sich in der Nähe des neuen Kinderhauses in Egenburg. Als man für die 2015 fertiggestellte Umgehungsstraße Erdarbeiten vornehmen musste, tauchten bronzezeitliche Keramikfunde auf, die Christa Liebert dem Landesamt für Denkmalpflege zur fachgerechten Aufbewahrung übergab.

Weiterhin ist geplant – auch auf Wunsch von Bürgermeister Helmut Zech – dass die Dorfchronik weitergeschrieben wird. Dafür, wie für alle anderen Projekte, suchen die Heimatforscherinnen dringend Unterstützung. „Wir gehören jetzt einfach schon zu den Senioren“, erklärt Katharina Axtner die Beweggründe.

Es gibt sehr viele weitere Themen, die bearbeitet werden sollen. Für zwei Personen ist das auf Dauer nicht zu bewerkstelligen. Dabei betonen Liebert und Axtner, dass Interessenten sich nicht allen Themen auf einmal widmen müssten, sondern sich gerne ihre Lieblingsbereiche wählen dürften. Die Kontaktdaten der beiden Heimatforscherinnen sind der Homepage der Gemeinde und dem Gemeindemitteilungsblatt zu entnehmen.

Simone Wester

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