Wasser im Keller
+
Vollgelaufene Keller: Dreck und Wasser stehen bis zu zehn Zentimeter hoch und verursachen große Schäden.

Einige Anwohner der Dorfstraße klagen in der Gemeinderatssitzung ihr Leid

In Unterumbach laufen die Keller voll

Einige Unterumbacher sind es leid: Bei Starkregen laufen die Keller voll. Dem Gemeinderat präsentierten sie jetzt eine Lösung

Unterumbach – Bei jedem Starkregen beginnt das große Zittern – einige Anwohner in der Dorfstraße in Unterumbach werfen dann schon einmal ihre Pumpen an, richten die Sandsäcke her und haben den Finger auf der Durchwahltaste zur Feuerwehr. Erst vor wenigen Wochen liefen wieder einige Keller voll. Bei einem Anwohner entstand ein Schaden in Höhe von 50 000 Euro, nicht der einzige in den vergangenen 20 Jahren.

„Wenn das so weitergeht, dann schmeißt mich die Versicherung raus“, befürchtet der Unterumbacher, der mit zwei seiner Nachbarn in der jüngsten Pfaffenhofener Gemeinderatssitzung zu Wort kommen durfte. Bürgermeister Helmut Zech hatte das Thema auf die Tagesordnung genommen und die betroffenen Anwohner eingeladen.  

Einer der Betroffenen schilderte ausführlich die seiner Meinung nach erforderlichen Maßnahmen. Die drei Nachbarn präsentierten ein Konzept, das Bürgermeister Zech einige Bauchschmerzen bereitete. Denn er schätzte die notwendigen Maßnahmen „für drei Betroffene“ auf etwa eine Million Euro. Es dürfe natürlich auch keine „Bastellösung“ geben, räumte der Gemeindechef ein. Sprich: Es soll ein durchdachtes Konzept sein, das nun von einem Ingenieurbüro erarbeitet und dann in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt werden soll.

Was fordern die betroffenen Anlieger, deren Keller regelmäßig volllaufen? Zum einen ein Regenrückhaltebecken. Dann soll in einem Feldweg eine Mulde rausgenommen und dieser Weg als natürlicher Staudamm ausgebaut werden. Zudem soll ein neues Abwasserrohr verlegt werden, das in das bestehende Abwassersystem führen soll. Und es soll mehr Abwasserrinnen geben.

Ein bestehender Kanal soll nach Osten erweitert, aber nicht an das bestehende System angeschlossen werden. In dem Schreiben an die Gemeinde heißt es wörtlich: „Wir empfehlen daher, die geplante Osterweiterung des Regenwasserkanals nicht wie bisher angedacht an den bestehenden Kanal anzuschließen, sondern das in den Ablaufrinnen vor unseren Hofeinfahrten gesammelte Wasser über einen zweiten leistungsfähigen Regenwasserkanal in Richtung des östlichen Ortsausgangs von Unterumbach zu führen und dort unter dem Feld in Richtung Umbach abzuleiten.“

Löcher im Boden für die Schläuche der Trockenmaschinen sind ein ständiger Anblick in einigen Kellern in der Dorfstraße.

Ein Problem ist laut den Anwohnern auch der lehmige Bogen des benachbarten Bauern, der „fast zu 100 Prozent Mais anbaut“. Dieser Boden nehme kein Wasser mehr auf, so einer der Wortführer.

Bürgermeister Helmut Zech und die Gemeinderäte hörten sich die Ausführungen aufmerksam an. „Viele Maßnahmen müssten auf Privatgrund laufen“, stellte Zech danach fest. Laut den Aussagen der Anwohner gibt es offenbar vielversprechende Gespräche mit den jeweiligen Grundstückeigentümern. Offizielle Statements liegen der Gemeinde bis jetzt allerdings noch nicht vor.

Zech erhofft sich vom Ingenieurbüro jetzt erst einmal schnell zu ergreifende Maßnahmen, um den betroffenen Anliegern vor den erforderlichen großen Baumaßnahmen schnell helfen zu können. Denn der nächste Regen kommt bestimmt.

Und dann stellt sich für die Anwohner erneut die Frage, auf die Zech keine Antwort hatte: „Wer kommt dafür auf, wenn wieder was ist?“ SIMONE WESTER

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Beliebte Autobahnrinder an A8 bald Geschichte: Halter wittert Verschwörung - doch Verpächter reagiert
Sie sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch nützlich für die Grünflächen an der A8 - die schottischen Hochlandrinder. Jetzt gibt es jedoch Streit zwischen den …
Beliebte Autobahnrinder an A8 bald Geschichte: Halter wittert Verschwörung - doch Verpächter reagiert
AKK und israelische Generäle kommen nach Dachau
Hoher Besuch in der KZ-Gedenkstätte: Annegret Kramp-Karrenbauer, der israelische Botschafter sowie hochrangige Militärvertretern aus Deutschland und Israel kommen am …
AKK und israelische Generäle kommen nach Dachau
Bauarbeiten voll im Soll
Die Bauarbeiten beim Kinderhaus in Weichs laufen nach Plan.
Bauarbeiten voll im Soll

Kommentare