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Einige der Kandidaten: Sie wollen für die Grünen in den Pfaffenhofener Gemeinderat.

Kommunalwahl 2020/Pfaffenhofen: Susanne Vedova kandidiert

Susanne Vedova fordert Helmut Zech heraus

Susanne Vedova fordert bei den Kommunalwahlen Bürgermeister Helmut Zech (CSU) heraus. Bei der Nominierungsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen wurde die 54-jährige Pädagogin einstimmig nominiert.

Pfaffenhofen – Bei der Aufstellungsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Pfaffenhofen-Odelzhausen ist Susanne Vedova einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin gewählt worden.

Die 54-jährige Pädagogin lebt seit mehr als 25 Jahren in der Gemeinde und „will dieser Politik zeigen, dass es anders geht“. Dem „CSU-lastigen Gemeinderat“ warf sie „fehlende Transparenz“ und „oft nicht nachvollziehbare“ Entscheidungen vor. Oft gehe es aus ihrer Sicht nur um die Erlangung von Fördermitteln. Dabei vermisse sie allerdings die mittel- und langfristige Perspektive, so Vedova.  

Sie frage sich auch immer, wie diese „Zu-Null-Entscheidungen“ zustande kämen. Gar „Vorabsprachen“ vermutete die grüne Bürgermeisterkandidatin bei der Nominierungsversammlung im Farfallina’s in Wagenhofen, da der Gemeinderat sich immer „gegenseitig stützend und zustimmend“ verhalte.

Susanne Vedova, die an der Mittelschule Dachau-Süd arbeitet, hatte bei ihrer Kandidatur zur Gemeinderätin davon gesprochen, dass es an der Zeit gewesen sei, einen Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zu gründen. Denn es sei „leicht zu meckern und alles besser zu wissen“.

Auf die Frage, was sie als Bürgermeisterin gegen die hohen Grundstückpreise machen wolle, antwortete die Pädagogin, dass es wichtig sei, „dass es anders weitergeht“. Auch um einen verbesserten ÖPNV will sich die 54-Jährige, die seit 2018 bei den Grünen ist, kümmern. Beim Thema Zuzug argumentierte sie, dass es erst mal eine Verdichtung geben müsse, die im Gemeinderat beschlossen werden müsse.

Als Ersatzkandidat für Vedova wurde Dieter Stoll von den acht anwesenden Stimmberechtigen gewählt. Seine Motivation: „Ich will, dass die Grünen einen Bürgermeisterkandidaten stellen.“

Bei der Aufstellungsversammlung für den Gemeinderat konnte Ortsverbandssprecher Tobias Hartmann-Brockhaus Jutta Krispenz vom Kreisvorstand Dachau als Wahlleiterin gewinnen. Zehn Mitglieder wurden im Anschluss gewählt (siehe Kasten). Bei der Aufstellungsversammlung wurden keine Ersatzleute nominiert. Die Versammlung beschloss hingegen, im Falle eines Ausfalls die Listenplätze von oben nach unten zu verdoppeln. Es erging zudem der Vorratsbeschluss, im Falle einer Verdoppelung der Stimmenzahl in Gemeinden unter 3000 Einwohnern, wie dies laut Hartmann-Brockhaus 2014 der Fall gewesen sei, die ersten neun Plätze zu verdreifachen, wohingegen Antonius Keller freiwillig auf einem einfachen Platz bleiben will.

1. Susanne Vedova, 54, Pädagogin an der Mittelschule Dachau-Süd. Statt nur zu meckern, will sie selbst anpacken und Dinge verbessern. 2. Dieter Stoll, 64, Diplom-Ingenieur im Bereich Wasser- und Erdgasfahrzeuge. Sein Schwerpunkt: „Mobilität ohne viel Auto zu fahren.“ Er setzt sich für regenerative Energien und gegen Flächenfraß ein. 3. Margarete Klein-Kennerknecht, 34, Erzieherin aus Pfaffenhofen. Sie will für Nachhaltigkeit sorgen und dafür, dass „die Kinder im Dorf leben können“. 4. Tobias Hartmann-Brockhaus, 59, Gärtnermeister und Biogärtner, der in Wagenhofen eine Firma für Saatgut betreibt. Er lebt seit 15 Jahren in Egenburg und sieht bei den täglichen Hundespaziergängen „viel, was mir nicht gefällt“. Er engagiert sich zudem im Bereich ökologische Landwirtschaft und Flächenverbrauch. 5. Christina Aschenbrenner, 65, Diplom-Ingenieurin für Gartenbau. Sie lebt seit 20 Jahren in der Gemeinde und hat gesehen, dass es „nicht schön ist, wie es sich entwickelt hat“. Sie setzt sich ein für ökologische Landwirtschaft und Gartenbau und erneuerbare Energien. 6. Volker Haberland, 61, ehemaliger Basketball-Trainer, jetzt im Behindertensportverband tätig. Er lebt seit 20 Jahren in Egenburg und hat als ehemaliger Betriebsrat „keine Angst, für etwas einzustehen“. 7. Tabea Reisländer, 22, Studentin der Agrarwissenschaften. Der Schwerpunkt der Oberumbacherin liegt auf Ressourcen und Umweltschutz. 8. Dr. Josef Eiblmeier, 35, Chemiker. Der Niederbayer zieht mit Frau und Kindern gerade nach Egenburg. Er will sich für Alternativen für Plastikverpackungen einsetzen und plädiert für weniger Verkehr. 9. Dr. Doris Eiblmeier-Fischhaber, 34, Ärztin. Die dreifache Mutter und Ehefrau von Josef Eiblmeier will sich dafür engagieren, dass die „Kinder noch in die Natur können“. 10. Antonius Keller, 35. Er ist vor zwei Jahren nach Pfaffenhofen gezogen, kommt ursprünglich aus Stuttgart, lebt aber seit zehn Jahren in Bayern. Er ist viel an der frischen Luft und will sich in den Mobilität und Nachhaltigkeit engagieren.

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