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Mehr Respekt und Gelassenheit

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Mann an  Schreibtisch
Einiges hat ihn beeindruckt, anderes macht ihn besorgt: Bürgermeister Helmut Zech aus Pfaffenhofen an der Glonn. sim © Simone Wester

Helmut Zech, Bürgermeister in Pfaffenhofen an der Glonn, wünscht sich für 2022 wieder mehr Gelassenheit - und von der Politik Antworten.

Was hat Sie im vergangenen Jahr in Ihrer Gemeinde am meisten beeindruckt?

Helmut Zech: Sicherlich könnte ich hier einige Punkte aufzählen, gerade was im Thema Hilfsbereitschaft geleistet wurde, aber dennoch möchte ich eine Bürgerin hervorheben, die ohne großes Trara für ihre in Not geratene Nachbarin Haushaltsgegenstände organisiert hat und diese auch für ihre Tochter am Sonntag aufgebaut hat. Ebenfalls hat mich persönlich eine Dankeskarte für einen Geburtstagsbesuch, den ich während der Coronazeit durchgeführt habe, sehr beeindruckt, die Dankbarkeit und Offenheit mir gegenüber hat mich sehr berührt.

Was ist gut gelaufen in 2021?

Die Umsetzung des Erlebnisteiches am Räuberwald, egal ob die Abstimmung mit Dachau Agil, Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Dachau oder die komplette bauliche Umsetzung mit den Tiefbauunternehmen Mayr in Rossbach oder die wunderschöne Beleuchtung, welche vom Team Manuela und Marianne mit Bauhof gestaltet wurden, hat mir sehr gut gefallen.

Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr besonders, was wird das schönste Projekt, was das wichtigste für die Gemeinde?

Das schönste Projekt und gleichzeitig das wichtigste in meinen Augen wird das Thema Mehrflexgebäude in Egenburg sein. Hier wird die Gemeinde erneut das Thema barrierefreies Bauen und Seniorenwohnungen mit Nachdruck angehen und Mietwohnungen zu bezahlbaren Preisen für unsere Bevölkerung bauen. Die Planungsaufgabe macht natürlich mir als gelerntem Baumeister besonders Spaß! Ebenso steigen wir im nächsten Jahr in die Kanalplanung und den Bau in Unterumbach ein, ein wichtiges Vorhaben, was natürlich aber nur unter der Erde vollzogen und in der Regel für viel Ärger sorgen wird, weil natürlich damit Behinderungen für alle Anlieger verbunden sind.
    Aber egal, so was bin ich mittlerweile gewohnt, und am Ende, wenn alles fertig ist, freuen sich die Menschen trotzdem und sind stolz, dass ihre Ortschaft zukunftsfähig und toll gestaltet ist.

Welche Projekte müssen aufgrund der finanziellen Einbußen gestrichen werden, welche können noch verwirklicht werden?

Aufgrund der finanziellen Verhältnisse werden wir keine der geplanten Maßnahmen verschieben, da alle Maßnahmen klug durchdacht sind und bereits vom Gemeinderat genehmigt. Eine Verschiebung würde nur zu Mehrkosten führen, wie Baupreissteigerungen – momentan pro Jahr fünf bis acht Prozent –, und ebenfalls zusätzliche Abwicklungskosten verursachen. Die Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn wird einen Teil über eine Kreditaufnahme finanzieren müssen, aber gebührenfinanzierte Maßnahmen wie Kanalbau sind für den Umweltschutz wichtig und sorgen für saubere Gewässer!
    Ebenso ist der kommunale Wohnungsbau ein wichtiger Faktor, um die Wohnungsnot gerade für ältere Personen, die in Rente gehen und nur noch ein geringeres Einkommen zur Verfügung haben, von großer Bedeutung. Durch die großzügige Wohnungsbauförderung des Freistaats Bayern können hier die Kosten in einen rentierlichen Bereich gesenkt werden.

Wie ist der Zusammenhalt in Ihrer Gemeinde in dieser schwierigen Zeit?

Durch Corona bemerkt man deutlich, dass natürlich das Gemeinsame nicht mehr möglich ist und das Thema Egoismus und auch Rücksichtslosigkeit verstärkt auftreten. Dennoch sind viele Menschen bereit, für andere Hilfe zu leisten, was mich besonders freut, hier möchte ich zum Beispiel die Tausenden Stunden der freiwilligen Helferinnen und Helfer unseres First Responders erwähnen. Das ist einfach klasse und mit nichts zu bezahlen. Auch unser Vereinsleben konnte größtenteils weitergeführt werden, was sehr wichtig war. Ich hoffe sehr, dass es nach Corona wieder zu einen gemeinsamen Wir zurück kommt und die Menschen wieder etwas gelassener mit sich und der Umgebung umgehen, aber dennoch erkennen, dass jeder seinen Betrag leisten sollte!

Was wünschen Sie sich für 2022?

Natürlich Gesundheit für meine Familie und alle Menschen in meinem Umfeld und dass wir Corona in all seinen Varianten endlich beherrschen. Weiter würde ich mir von der Politik endlich Antworten auf die drängenden Themen der Zeit wünschen und generell mehr Respekt vor der Leistung des anderen! Die vielen Themen, die unsere Gesellschaft spalten, müssen ein Ende haben!

Haben Sie Vorsätze für das neue Jahr?

Keine, oder doch… Ich versuche mal wieder, die für mein Alter erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen zu machen. Den Vorsatz, etwas mehr Sport zu treiben und auch mein Übergewicht zu reduzieren, habe ich schon mehrmals gebrochen, und deshalb steht das nicht mehr auf der Liste!

Interview: Simone Wester

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