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Das Modell der Bebauung zeigt, wie das Raiffeisengelände später einmal aussehen soll.

Photovoltaik, Farben und Dachneigung

Gemeinderat Pfaffenhofen diskutiert über Raiffeisengelände

Bezüglich des Bebauungsplanes „Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenplatz“ gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Pfaffenhofen noch reichlich Diskussionsbedarf. Auslöser dafür war die Teilaufhebung des Bebauungsplanes, um Änderungen und Ergänzungen vornehmen zu können.

Pfaffenhofen – Diskutiert wurde unter anderem über die Farbe und Neigungen der Dächer, die Wandhöhen, Drehung von Gebäuden, aber auch, ob die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den neuen Gebäuden verpflichtend sein sollen.

Dafür hatte sich die Fraktion von Bündnis90/ Die Grünen ausgesprochen und einen entsprechenden Antrag eingereicht, über den in der Sitzung ausführlich diskutiert wurde. Beim Thema Photovoltaik (PV) ist die Gemeinde seit Langem führend und erzeugt mehr Energie, als sie aktuell verbraucht. Darauf wies Bürgermeister Helmut Zech zum Einstieg in die Diskussion hin. Aber die Bauherren verpflichten zu wollen, die PV-Anlagen per Gemeinderatsbeschluss zu installieren, widerstrebte dem Gemeindeoberhaupt dann doch. „Das halte ich für brandgefährlich“, sagte Zech. Auch über die Wirtschaftlichkeit der Anlagen solle jeder Eigentümer selbst entscheiden dürfen. Gegen die drei Stimmen der Grünen wurde deren Ansinnen abgelehnt.

Zech warnte eindringlich, dass bei einer Verpflichtung zur Installation entsprechende nachträglich ausgeschriebene Fördergelder flöten gingen. Denn wenn der Bauherr die Anlagen schon angebracht hat, bevor der Staat Gelder ausschreibt, um die Installation zu fördern, dann ginge im Nachhinein meist nichts mehr, so die Erfahrung des Bürgermeisters.

Das war auch die Meinung der Gemeinderäte Harald Mang, Florian Merk und Georg Kalmbach, die angaben, dies gelesen zu haben. Dieter Stoll von den Grünen wollte das jedoch so nicht hinnehmen und sprach von „unbestätigten Pressemeldungen von irgendwoher“. „Wenn’s wirtschaftlich ist, werden’s die Bauherren sowieso machen“, meinte Zech. Auch Solarthermie sei willkommen. Aber er räumte ein, dass es durchaus Pro und Contra gebe.

Laut Gemeinderatsbeschluss – gegen die Stimmen der beiden anwesenden Gemeinderäte der Grünen – werden die Eigentümer nun lediglich darauf hingewiesen, dass die Gemeinde sich PV-Anlagen wünschen würde. Eine Verpflichtung gibt es nicht.

Diskutiert wurde auch über die Farbe der Dächer. Harald Mang warnte davor, dass die Ortschaften nicht ihr Gesicht verlieren sollten, und plädierte dafür, sich bei der Farbwahl auf rot, braun und anthrazit zu beschränken. Dieter Stoll fragte, warum man sich in dieser Frage einschränken solle. Keine „grellen“ Farben will Bürgermeister Helmut Zech in der Gemeinde sehen. So sah es auch die Mehrheit des Gemeinderates und stimmte wieder gegen die Stimmen der Grünen für die drei Farben.

Einstimmigkeit herrschte bei dem Beschluss, dass die Nutzung von Untergeschossen nicht nur auf Keller und Garagen beschränkt ist. „Wenn’s die Belichtung hergibt, dann gehen auch Wohnräume“, sagte Zech. Weiter wurde beschlossen, dass neben Holz- und Metall- auch Maschendrahtzäune errichtet werden dürfen.

Weitere Beschlüsse zum Bebauungsplan waren ein Gebäude um 90 Grad zu drehen und die Dächer sowie einen Teil der Wände zu erhöhen, um mehr Raum zu schaffen. Außerdem soll die Dachneigung von Satteldächern zwischen 25 und 45 Grad liegen und die Umgrenzung der Tiefgaragen ausgeweitet werden. Als Dächer dürfen Walmdächer, Krüppelwalmdächer, Sattel- und Zeltdächer zum Einsatz kommen.

Während sich Florian Merk nicht begeistert über den Höhenzuwachs zeigte, meinte der zweite Bürgermeister Harald Mang, dass ihm eine Verdichtung lieber sei, „als wieder Flächen zu versiegeln“. Eingebunden in die Teilaufhebung waren zahlreiche Behörden, Institutionen und Verbände.

Simone Wester

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