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Sie scheiden mit etwas Wehmut

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Nach 30 Jahren im Gemeinderat ist Schluss: Michael Lampl hört auf. Leicht hat sich der 56-jährige Landwirt die Entscheidung nicht gemacht.

Pfaffenhofen – „Ich hab’ lange für mich überlegt. Aber irgendwann muss man mal sagen: ja oder nein“, erklärt Lampl. Vor mehr als einem Jahr hatte er seinen Listen-Kollegen (CSU/PF) seinen Entschluss mitgeteilt.

Als Lampl mit 26 Jahren auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt wurde, musste er erstmal Geduld lernen. „Als junger Mensch soll alles schnell gehen“, erinnert er sich schmunzelnd. Er lernte dann mit der Zeit nicht nur geduldig zu sein und „einen langen Atem zu haben“, sondern auch, die anderen Gemeinderäte für seine Ideen zu begeistern. Einen großen Erfolg seiner Arbeit sieht er in der Verwirklichung der Umgehungsstraße Pfaffenhofen/Egenburg. „Ich dachte, das werde ich nicht erleben“, erzählt er ehrlich.

Die Politik lag Michael Lampl im Blut. Bereits sein Vater war im Gemeinderat, da gehörte Pfaffenhofen noch zur Verwaltungsgemeinschaft mit Odelzhausen und Sulzemoos. Bis Ende 2016 dann die VG aufgelöst wurde. Da saß er selbst bereits fast zwei Jahrzehnte im Gemeinderat. An diesen Wendepunkt erinnert sich Lampl gerne zurück. „Bis dahin waren wir eine Schläfergemeinde am hintersten Eck des Landkreises“, erzählt der Landwirt.

Konstruktiv sei aber schon mit der Amtseinführung von Helmut Zech vor 18 Jahren gearbeitet worden. Das Bevölkerungswachstum und die Gewerbesteuereinnahmen hätten auch dazu geführt, dass die Finanzlage heute so „gut strukturiert ist“.

Aber warum dann gerade jetzt, wo doch alles so gut läuft, aufhören? Und warum jetzt, wo doch die Kinder nun groß sind, wie seine Frau Annemarie, die Gründerin und Chefin des Hofladens, augenzwinkernd einwirft. „Manche können einfach nicht loslassen, und je älter man wird, desto schwieriger wird das“, erklärt Lampl. Darum will er jetzt die Jugend ranlassen. Eines seiner drei Kinder, der 28-jährige Stefan, der ebenfalls Landwirt geworden, will genau das machen. Er wurde bei seiner ersten Nominierung prompt von den Pfaffenhofenern in den Gemeinderat gewählt. Er ist nur zwei Jahre älter als sein Vater damals in dessen erster Legislaturperiode.

Ebenfalls nicht mehr weitermachen wird Andreas Riedlberger. Seit 2008 saß der 45-Jährige für die Liste CSU/Parteifreie im Pfaffenhofener Gemeinderat. „Ich werde das ganz sicher vermissen“, sagt der Maschinenbautechniker. Als technischer Leiter eines Leichtmetallfelgenherstellers ist Riedlberger beruflich sehr eingespannt und auch oft im Ausland unterwegs. Das passt nicht zu seiner Auffassung, sich zuverlässig im Gemeinderat einzubringen, „sonst hätte ich sicher nochmal kandidiert“, resümiert der zweifache Familienvater.

Kommunalpolitik war auch bei Riedlberger schon immer Thema in der Familie: Opa Xaver war Bürgermeister und Papa Xaver war Gemeinderat. „Ich war schon immer am Ortsgeschehen interessiert“, erzählt er. Und auch im Ort engagiert, angefangen bei Burschenverein und Feuerwehr, später in der Kirchenverwaltung. Andreas Riedlberger schaffte 2008 sofort den Einzug ins Gremium. Damals arbeitete er auch noch vor Ort, konnte Job, Familie und Ehrenamt gut unter einen Hut bringen. Was jetzt nicht mehr geht. „Aber wenn’s beruflich leichter wird, würde ich mich wieder aufstellen lassen“, stellt Andreas Riedlberger in Aussicht.

Auf die Frage, was für ihn der persönliche Höhepunkt seiner Zeit als Gemeinderat war, kommt blitzschnell die Antwort: „Dass wir die Verwaltung nach Pfaffenhofen geholt haben“ (nach dem Ausstieg aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Odelzhausen und Sulzemoos). „Ich bin aus tiefstem Herzen davon überzeugt, dass das der richtige Weg war“, sagt Riedlberger.

sim

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