Freie Fläche mit Sträuchern am Rand
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Auf dem bisherigen P&R-Parkplatz in Egenburg soll Parken, Leben und Arbeiten kombiniert werden.

Gemeinderat stellt erste Weichen für geplantes Neubaugebiet in Egenburg

Viele Ideen für den Innovationspark

Am Park&Ride-Parkplatz entsteht das „Innovationspark Egenburg“. Das Projekt ist taufrisch, aber es gibt schon jede Mnge Ideen.

Pfaffenhofen – Wenn ein Gemeinderatsmitglied bei allen Abstimmungen rund um das geplante Neubaugebiet „Innovationspark Egenburg“, das gleich neben dem neuen Kinderhaus/Park & Ride-Parkplatz entstehen soll (wir haben berichtet), bei allen Abstimmungen mit „Nein“ stimmt, während sogar die Fraktionsmitglieder alle zustimmen, löst das Verwunderung aus.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ging es um Vorentwürfe und Billigungsbeschlüsse für den Bebauungsplan und Änderungen des Flächennutzungsplanes, um den Planern eine Art Weichenstellung zu geben. Es soll nach dem Willen des Gremiums eine Art Mischgebiet entstehen, mit Geschäfts- und Bürogebäuden, Wohnmöglichkeiten – auch speziell für Senioren, Mehrgenerationenhaus, Gewerbebetriebe, wie die W. Kalmbach GmbH und Co. KG, die dort auch Mitarbeiterwohnungen errichten will. Es soll auch Platz sein für „sonstige Gewerbebetriebe und Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke“ – ein richtiges Mischgebiet eben.

Ziel der Gemeinde ist es auch, den Park & Ride-Parkplatz in verkleinerter Form zu erhalten. 50 Stellplätze zuzüglich Busparkplatz mit Wendemöglichkeit sollen auf alle Fälle bleiben. Die Park & Ride-Fläche umfasst momentan noch etwa 0,7 Hektar und soll auf 0,24 Hektar verkleinert werden. Im Gespräch sind auch Tiefgaragenstellplätze, wie Bürgermeister Helmut Zech noch einmal in Erinnerung rief.

Wo nun all das genau hinsoll, war nicht explizit Thema im Gemeinderat. Es geht derzeit um die Aufstellung eines Bebauungsplans und die nötige Änderung des Flächennutzungsplans, wie Zech mehrfach in der Sitzung betonte.

Gemeinderat Dieter Stoll vom Bündnis 90/Die Grünen hatte sich im Vorfeld zur Sitzung etliche Gedanken über das neue Mischgebiet gemacht (siehe Kasten) und lieferte Vorschläge wie Räume für Direktvermarkter, Bäcker, Café, aber auch eine Art Begegnungsstätte. „Das ist alles schön, aber das ist heute ein anderer Planungsschritt“, betonte Zech, obwohl er gleichzeitig auch einräumte, dass die Anregungen „sehr wichtig“ seien und einige davon schließlich auch in die Beschlussvorschläge aufnehmen ließ.

Ihm liege auch ein „komplettes Energiekonzept“ von Gemeinderat Richard Kalmbach vor, berichtete der Gemeindechef den Räten. Aber auch dafür sei es zu früh.

Doch Dieter Stoll wollte so schnell nicht locker lassen und brachte immer wieder so genannte „Mobiltäts-Hubs“ ins Gespräch. Laut verschiedener Suchmaschinen handelt es sich dabei um Orte, „an denen verschiedene Verkehrsmittel und deren Services den Menschen gebündelt zur Verfügung stehen“. Zech forderte konkrete Vorschläge, wie diese Hubs aussehen könnten.

Stoll verwies auf Universitäten, die sich damit beschäftigten, und da könne man doch jemanden beauftragen, gab der Grünen-Politiker zur Antwort. „Wir sind eine kleine Gemeinde, wir können nicht für alles jemanden beauftragen“, entgegnete Zech in Anspielung auf die Kosten.

Attraktivität soll sich erhöhen

Zur Umplanung des P&R-Parkplatzes in Egenburg betont Gemeinderat Dieter Stoll in einer Stellungnahme, dass man vom Bündnis 90/Die Grünen das Vorhaben prinzipiell gut fände, man bei weiteren Planungen aber überlegen müsse, wie man die Attraktivität rund um die Park- und Mitnahmefläche erhöhen könne. Stoll weist darauf hin, dass durch das Kinderhaus und die geplanten Praxen für Ärzte und andere Dienstleister bereits viele Bürger täglich den Innovationspark besuchen werden. „Hinzukommen dann Nutzer der Park- und Mitnahmefläche, die Mitarbeiter der angesiedelten Betriebe sowie die Bewohner des Mehrgenerationenhauses. Dadurch haben wir die große Chance, Begegnungsstätten im öffentlichen Raum zu schaffen und den Innovationspark zu beleben“, heißt es in dem Statement. Eine Erhöhung der Attraktivität könne unter anderem mit einer Bäckerei (inklusive Café), Co-Working-Spaces, Toilette, Bücherschrank, Verkaufsstellen für Direktvermarkter und Stationen für Sharing-Angebote erreicht werden. sim

Eine klare Abfuhr erteilte Zech auch den Vorschlägen Stolls, dass dort Gastronomie einziehen könne. 2. Bürgermeister Harald Mang und Richard Kalmbach sprangen ihm dabei zur Seite. Die jetzige Wirtschaft am Sportplatz halte sich schon mit „Ach und Krach“ über Wasser, so Mang. Auch eine fahrende Bäckerei sei ohne Erfolg geblieben, erinnerte Mang. Zudem sei man mit dem „Farfallina’s“ in Wagenhofen bereits abgedeckt.

Ihr „Nein“ bei allen Abstimmungen begründete Susanne Vedova schließlich: „Der Park & Ride-Parkplatz kommt total in den Hintergrund“, bemängelte die Gemeinderätin. „Es wird alles zugebatzelt, darum stimme ich dagegen“, so Vedova. „Das ist ihr Privatvergnügen“, war Zechs Antwort auf Vedovas Statement. Diese wollte das so nicht stehen lassen und betonte, dass sie hier als „gewähltes Mitglied des Gemeinderates“ anwesend sei, nicht als Privatperson.

In den kommenden Sitzungen wird es der Egenburger Innovationspark noch etliche Male auf die Tagesordnung schaffen.

Simone Wester

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