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Vier auf einen Streich

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Ein großes Fest feierte die Gemeinde Pfaffenhofen. Wegen Corona hatten lange keine Einweihungsfeiern stattgefunden. Das wurde nun alles am Samstag nachgeholt. Gleich viermal.

Pfaffenhofen – Vier auf einen Streich – nachdem lange Zeit aufgrund der Pandemie keine Einweihungsfeiern mehr hatten stattfinden können, legte Bürgermeister Helmut Zech einfach die Anlässe zusammen, und so feierte die Gemeinde Pfaffenhofen am vergangenen Samstag gleich vier große Projekte, die fertiggestellt werden konnten: der neue Geh- und Radweg zwischen Pfaffenhofen und der Glonntalbrücke Dietenhausen, die Kanalsanierung und Ortsdurchfahrt Wagenhofen, der zweite Abschnitt der Dorferneuerung Pfaffenhofen und natürlich das neue Feuerwehrhaus in Pfaffenhofen, das im vergangenen Frühjahr in Betrieb genommen werden konnte.

Kosten für alle vier Projekte: rund 4,5 Millionen Euro. Davon musste die Gemeinde 2,5 Millionen Euro stemmen, der Rest konnte durch Fördermaßnahmen abgefedert werden. Gerade beim neuen Feuerwehrhaus war durch Eigenleistung enorm viel eingespart worden.

Wie viele Stunden von den Mitgliedern der Feuerwehr, aber auch anderen freiwilligen Helfern geleistet worden waren, konnte Kommandant Christian Tratz gar nicht aufzählen. Denn das hätte den Rahmen gesprengt. Das unglaubliche ehrenamtliche Engagement, die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und natürlich die Fördergelder hatten es möglich gemacht, dass die Kosten für den Neubau unter einer Million Euro geblieben waren. Eine wahre Meisterleistung angesichts der Größe und der modernen Technik des Gebäudes. „Als wir uns andere Häuser angeschaut haben und ich gesagt habe, dass wir unter einer Million bleiben wollen, wurden wir schon ein bisschen belächelt“, erinnerte Tratz in seiner Rede.

Noch-Kreisbrandrat Franz Bründler lobte aber nicht nur die Muskelkraft, sondern auch das „Hirnschmalz“ von Christian Tratz und seinem Team. Denn es wurde nicht nur körperlich angepackt, sondern es wurde auch viel Planung ehrenamtlich übernommen. Wie etwa die Aufstellung eines Feuerwehr-Bedarfsplanes, für den Gemeinden häufig externe Büros beauftragen und dessen Erstellung eine fünfstellige Summe an Kosten für die Gemeinde bedeutet, wie Bürgermeister Zech vorrechnete.

Das neue Feuerwehrhaus entspricht laut Kommandant Tratz, der am Einweihungstag Führungen durch das neue Gebäude anbot, einem Passivhaus und ist energetisch autark. Alles ist untereinander vernetzt und optimiert. Wie wichtig das gerade in der heutigen Situation sei, rief Tratz den Anwesenden angesichts der Kriegssituation in der Ukraine und dem damit verbundenen Energieproblemen deutlich vor Augen. Denn so kann die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen an der Glonn jederzeit ausrücken und helfen.

Ein Punkt, den auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, neben zahlreichen Gästen aus der Politik, Verbänden und Vereinen einer der Ehrengäste, hervorhob und der Feuerwehr dankte, dass sie „Tag und Nacht für uns da sind und wir so ruhig schlafen können“. Dieses Kompliment gab er auch die anwesenden Johanniter und Helfer vor Ort weiter.

Er betonte aber auch die Wichtigkeit des neuen Geh- und Radweges. Nicht nur, dass man auf das Auto so öfter verzichten könne, Radfahren sei „auch gesund“, so Seidenath. Das unterstrich Bürgermeister Helmut Zech. Doch leider gebe es bei der Verwirklichung neuer Geh-und Radwege in der Gemeinde immer wieder eine besonders große Hürde – den Grundstückserwerb. Denn ohne Grundabtretungen komme man als Gemeinde nicht weiter. „Gemeinde san mir alle miteinander“, appellierte Zech und bekam dabei Unterstützung von Diakon Michael Popfinger, der zusammen mit Pfarrerin Lisa Bühler von der Friedensinsel alle vier Projekte segnete. Es sei gelebtes Christentum, aktiv für die Gemeinschaft zu handeln und nicht nur sonntags in der Kirche zu beten, obwohl dies auch wichtig sei.

Der neue Geh- und Radweg wird bisher sehr gut angenommen. „Die Schulkinder nutzen den Weg jetzt auch“, verkündete das Gemeindeoberhaupt freudig.

Auch die Dorfgemeinschaft Wagenhofen bekam ein Extralob von Zech. Für das leibliche Wohl sorgte Christian Lampl mit bayerischen Schmankerln, die Feuerwehrler bewirtschafteten den Getränkewagen und hatten einen Teil des Kinderprogramms organisiert, das auch von den gemeindlichen Kinderhäusern und den Johannitern gestemmt wurde. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Blaskapelle Odelzhausen.

Kind spritzt auf Papphaus, Zuschauer daneben
Zielspritzen: Ein buntes Kinderprogramm ließ die Herzen der kleinen Besucher höher schlagen. © Foto: sim
2 Seelsorger, 3 Feuerwehrler und 2 Männer im Anzug
Gemeinsame Weihe (v.l.): Diakon Michael Popfinger, 2. Bürgermeister Harald Mang, Kommandant Christian Tratz, Kreisbrandrat Franz Bründler, Bernhard Seidenath, Pfarrerin Lisa Bühler und Helmut Zech. © Foto: sim

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