Nach sieben Jahren verlässt Pfarrer Martin Zöbeley die Karlsfelder Korneliuskirche. Foto: hab

Pfarrer Martin Zöbeley verlässt Karlsfeld

Karlsfeld - Pfarrer Martin Zöbeley verlässt die evangelische Korneliusgemeinde. Schon jetzt weiß der Geistliche, dass er Karlsfeld vermissen wird. Vor allem die Menschen in der Gemeinde haben ihn beeindruckt.

Diese Woche ist er noch da. Aber er sitzt bereits auf gepackten Kartons. Anfang kommender Woche zieht Martin Zöbeley mit seiner Frau und seiner Tochter nach Pullach um. Nach fast sieben Jahren als zweiter Pfarrer der evangelischen Korneliuskirche in Karlsfeld nimmt der 53-Jährige Abschied. In Pullach (Landkreis München) erhält er eine ganze Stelle, in Karlsfeld hatte er (nur) eine halbe Stelle besetzt (wir haben berichtet).

Die Korneliusgemeinde rechnet damit, dass Zöbeleys Stelle etwa ein halbes Jahr lang unbesetzt bleiben wird. Sie wird in Kürze ausgeschrieben.

Der Musikwissenschaftler Martin Zöbeley, der sich Ende 2013 mit einem Konzert im Dachauer Schloss beruflich von der Musik verabschiedete, war länger als ursprünglich geplant in Karlsfeld: sieben statt drei bis fünf Jahre, weil das System für die z.A.-Stellen (Pfarrer zur Anstellung) in der Zeit geändert wurde.

„Die sieben Jahre haben mich doppelt erfüllt: Ich habe als Musiker all meine Träume verwirklicht und als Pfarrer gemerkt, wie gerne ich das mache.“ Ein Vorteil der halben Stelle. „Das war natürlich eine luxuriöse Situation. Ich konnte alles machen, was ich wollte. Das wird nun anders werden.“

Schließlich erwarten den geborenen Münchner in Pullach viel mehr Aufgaben wie beispielsweise die Pfarramtsführung. Aber auch darauf freut er sich. Zöbeley: „Ich sehe mich als Allrounder. Für mich ist alles gleichermaßen wichtig. Das war auch als Musiker so. Da habe ich mich auch nicht in eine Schublade stecken lassen.“

Seit Ende Oktober weiß der ehemalige Chorleiter, dass er den Zuschlag für die Stelle in Pullach bekommen hat. Er hatte sich für mehrere ganze Stellen beworben, und genau die ergattert, mit der er gar nicht gerechnet hatte. „Es gab schließlich mehrere Bewerber“, erklärt Zöbeley.

Jetzt freut er sich richtig auf die neuen Aufgaben. „Dort gibt es einen unglaublichen menschlichen Reichtum. Die Warmherzigkeit der Menschen hat mich überwältigt“, erzählt der 53-Jährige. Zudem erwartet die Familie dort eine wesentlich größere Bleibe. „Vom Drei-Zimmer-Häuschen ziehen wir in einen Palast von sieben oder acht Zimmern“, schmunzelt er. Dabei sei er eher ein Vertreter der päpstlichen Armut.

Karlsfeld verlässt er dennoch mit einem weinenden Auge. Besonders beeindruckt hatten ihn der gute Gottesdienstbesuch und die sehr lebendige Gemeinde. „Die Gemeindemitglieder machen hier so viel in Eigenarbeit. Der Pfarrer ist nicht der Motor, er kann oft nur daneben stehen und sich freuen.“

Außerdem wird er den See vermissen. „Ich gehe auch in eiskaltes Wasser. Die Schwimmsaison begann für mich immer im März.“

Ob er in Pullach dann in die Isar steigen wird, weiß er noch nicht. Fest steht aber, dass der Wechsel nach Pullach für Martin Zöbeley kein Sprung ins kalte Wasser ist. Er ist sich seiner neuen (ganzen) Aufgabe vollauf bewusst. (sue)

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