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Die Riesenkrippe von Simon Reindl beeindruckte viele Besucher. 

Krippenausstellung im Pfarrzentrum Erdweg

Kunstwerke und eine besondere Art der Verkündigung

Erdweg - Mitten im heißen Sommer haben zehn Mitglieder des Pfarrverbands Erdweg schon an die Adventszeit gedacht. Denn im Juli begannen die Vorbereitungen für die Krippen-Ausstellung „Ein Kind ist uns geboren“ im Pfarrzentrum Erdweg.

Sie wurde am Mittwochabend mit zahlreichen großen und kleinen Besuchern durch Pfarrer Marek Bula und Anton Jais eröffnet. Jais kümmerte sich zusammen mit Anneliese und Alfred Bayer, Renate Ostermeier, Heidi Grünerbel, Tanja Umbach, Gisela Erhorn, Dorothea Langer, Eleonore Pucher und Sonja Westermeir darum, dass am Ende etwa 70 Ausstellungsstücke – Krippen, Weihnachtsbilder und Fatschnkindl – zusammengetragen wurden. Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch begleitet von der Klasse 2a sowie der Orff-Instrumentalgruppe, beides unter der Leitung von Angelique Witschel. Anton Jais berichtete interessante Details zum Stichwort Krippen, das im Internet 200 000 Mal zu finden ist, in der Bibel allerdings nur im Lukas-Evangelium erwähnt wird. Im 12. Jahrhundert zeigte Franz von Assisi das Weihnachtsgeschehen als lebende Darstellung. Später wurde das Aufstellen von Krippen Prestigesache im privaten Bereich. Die Kirche widerum verbot Krippen zeitweise, weil die Darstellung der Geburt Christi oftmals zur Nebensache geraten sei. Heute sehe man Krippen als besondere Art der Verkündigung, als Kunstwerke, so Anton Jais. Und das sind sie allemal: von der großen Krippe des Pfarrzentrums angefangen, über beispielsweise eine bäuerliche Maisstrohkrippe aus Ungarn, Kleinkrippen aus Indien und Südamerika, ein anderes Exemplar, das bereits in einer Vatikan-Ausstellung zu besichtigen war oder ein Prachtstück, das seit 1900 im Besitz einer Familie ist. Die Krippen ziehen alle in ihren Bann. „Theo, die musst Du Dir anschauen“, ruft der kleine Carlo seinem Freund zu. Dann zeigt Theo stolz auf eine Holzkrippe, die seine Großeltern geschnitzt haben. Viel Platz braucht die Krippe von Simon und Therese Reindl aus Eisenhofen. Auf etwa zehn Quadratmetern ist der Stall mit dem Jesuskind, Maria und Josef zu sehen. Drumherum tummeln sich Kühe und Hunde. Enten und Schwäne schwimmen in einem Teich, aus kleinen Brunnen am Rande des Stalls sprudelt tatsächlich Wasser. Mit sechs Jahren hat es bei Simon Reindl angefangen. Das erste Häuschen kauften ihm die Eltern aus dem Quelle-Katalog. „Danach habe ich einfach immer weiter gemacht. Das ist halt ein Spleen von mir“, schmunzelt Reindl. Eine Stunde baut er gewöhnlich seine Krippe zuhause auf: auf dem überdachten Platz zwischen seinem Haus und der Garage. Viele Kinder schauen ihm dann meist über die Schulter oder kommen in der Adventszeit bei den Reindls vorbei. Diesmal hat Simon Reindl seine Schätze zum Glück im Pfarrzentrum aufgebaut. Dort ist die Ausstellung noch bis Mittwoch, 16. April, zu besichtigen. Am morgigen Sonntag bereits ab 11 Uhr. Heute und morgen werden auch Kaffee und Kuchen verkauft. 

Sabine Schäfer

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