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Schönes Leben hier: die Mädels vom Bankerl mit (vorne von links) Monika Kölbl, Tanja Fischer, Michaela Spicer, Anita Kölbl, Birgitta Gückel, (hinten von links) Claudia Schmid, Christine Tischner, Tina Schneiderbauer, Gertrud Lindermayr und Babsi Schneider. Es fehlt Claudia Koppold.

Pipinsriederinnen treffen sich an der Dorfbank

Die Pipinsrieder Mädels vom Bankerl

Elf Frauen treffen sich in Pipinsried das Jahr über jeden Donnerstag um acht Uhr abends auf einen Ratsch  - an ihrem Bankerl.

„Es ist erstaunlich, wie viele Leute auf der Durchfahrt kurz anhalten und uns mitteilen, wie schön sie das finden, dass es so einen Treffpunkt gibt“, meint Birgitta Gückel, eine der „Ratschkatln“.

Angefangen hatte alles im Mai 2009, als sich ein gewisser Ott Madl (Martin Ott) eines Abends mit seinem Allerwertesten auf das ziemlich heruntergekommene Bankerl, das unter dem Nussbaum des Wirts steht, setzte – und direkt in einem abgebrochenen Spax landete. Der Mann meinte, dass es schade sei um seinen Hintern, aber vor allem um diesen schönen Platz, wenn man sich dort nicht gescheit hinsetzen könne. So machte er seine Spezln vom „Bibaschriada Bauwong“ mobil. Und in den darauffolgenden Tagen trafen sich die Männer täglich in der Holzhütte von Siegfried Gückel, um eine neue Bank zu bauen.

Genau heute vor sieben Jahren, am 10. Juni 2009, war es dann endlich soweit. Die neue Bank wurde auf den Anhänger von Sige Gückel verladen und in einer feierlichen Prozession, die die Pipinsrieder Musikanten anführten, zum Nussbaum geleitet. Dort wurde das neue Werk fachmännisch aufgestellt und ausgerichtet. Die Musikanten spielten ein Standerl, und das Bankerl wurde feierlich eingeweiht.

Zwei Jahre lang stand es da, einsam und verlassen. Nur ein paar rastende Radlfahrer und wenige Jugendliche benutzten fortan das gute Stück.

Da beschlossen ein paar Mädels, dass man sich doch am Bankerl treffen könnte, um den Tag ausklingen zu lassen. „Und somit hat es sich nun eingebürgert, dass wir uns bei schönem Wetter stets am Donnerstag um acht Uhr abends am Bankerl auf einen gemütlichen Ratsch treffen“, verrät Birgitta Gückel.

Vor zwei Jahren konnte die fröhliche Runde ihr fünfjähriges Bestehen feiern. Wieder spielten die „Bibaschriada Musikanten“ – und danach wurde gegrillt. „Es war eine sehr schöne Jubiläumsfeier, zu der auch viele Dorfbewohner vorbei kamen“, so Gückel.

Kommt dann der Winter, ist Bankerlpause. „Aber es freut sich jede, wenn es im Frühling wärmer wird und wir uns das erste Mal am Bankerl treffen“, so Gückel. Getroffen wird sich meist von März bis Oktober.

Gerne kommen auch Dorfleute einfach mal so vorbei. „Platz ist genug, da fast jede von uns letztes Jahr einen Campingstuhl geschenkt bekommen hat. Und der Rest setzt sich halt auf den Rand des Blumentrogs“, sagt Birgitta Gückel.

Dieses Jahr im Juni haben die Mädels sogar eine eigene Hymne gedichtet: den Bankerlsong. Uraufführung war am 50. Geburtstag von Monika Kölbl. „Dieses Lied singen wir von nun an jeder Bankerldame zum Geburtstag“, sagt Gückel. Und wenn ein Madl einen runden Geburtstag feiert, dichtet die Runde ihr ein eigenes Lied. 

(dn)

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