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Vorschläge der Bürger in der Diskussion: Auch Herbert R. Ullmann (stehend, im schwarzen Jacket), Geschäftsführer der Dachauer Entwicklungsgesellschaft (DEG), hörte sich an, welche Ideen die Bürger für das ehemalige MD-Gelände hatten, das in DEG-Besitz ist.

Planungswerkstatt zum MD-Gelände

Lob für die Arbeit der Bürger

Dachau - Sie haben sich ein Jahr lang Gedanken über die Zukunft des MD-Geländes gemacht, Ideen gesammelt und abgewägt. Am Samstag bekamen rund 20 Bürger für ihre Arbeit Lob.

Zur letzten Stufe der Bürgerbeteiligung kamen am vergangenen Samstag speziell zur Grünordnung beim ehemaligen MD-Gelände rund 20 Dachauer mit den beiden Landschaftsplanerinnen Stefanie Lottspeich und Ursula Hochrein, Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD), Stadträten und Vertretern der Verwaltung zusammen. Wie Moderator Markus Weinkopf betonte, ging es im Ludwig-Thoma-Haus darum, Ideen zu sammeln, egal ob sie im Bebauungsplan aufgenommen werden oder nicht. Was herauskam, fand nicht nur das Lob von OB Hartmann oder Stadtgrün-Chef Stefan Tischer, sondern auch von Umweltreferentin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau). Nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe „Nord“ soll sich ein etwa 20 Meter breiter Grünzug in Nord-Süd-Richtung vom Stadtbahnhof über das Mühlenforum bis zum Amperufer im Süden ziehen. Der Mühlbach beim Mühlenforum soll geschwungen in „S“-Form fließen und scharfe Knicke vermeiden. Zu enge Windungen seien technisch nicht machbar, warnte Heinz Gibowsky vom Bund Naturschutz. Grüne stufenartige Flächen sollen laut Planerin Lottspeich bis ans Wasser reichen. Am Südufer werde eine Kiessohle mit kleineren Wasserpflanzen und strukturierten Kiesinseln ähnlich der Würm beim Kaufland entstehen. Sie betonte: „Der Dachauer Charakter muss passen und die Lebendigkeit erhalten bleiben.“ Die Arbeitsgruppe „Süd“ sprach sich nach den Worten von Planerin Ursula Hochrein für einen Grünzug bis zur Amper aus. Die heute steilen Ufer sollen abgeflacht werden. Dazu müssten allerdings einige Bäume abgegraben und durch neue ersetzt werden. Insgesamt soll ein naturnaher Charakter entstehen und dieser südliche Bereich für Fußgänger und Radler zugänglich werden. Der schnelle Rad-Durchgangsverkehr wird allerdings verbannt. Weil jedoch der Grünstreifen relativ schmal ist, lassen sich weder Rodelhügel noch Bolzplatz unterbringen, auch wenn Kinder auf den Wiesen Ball spielen dürfen. Am Nordwestufer der Amper könnte der Geh- und Radweg unter der Bahnlinie hindurchführen und östlich der Bahn die Amper überqueren. Bei der Martin-Huber-Straße zwingt ein Privatgrundstück dazu, den Weg allenfalls auf Stelzen über den Uferbereich zu führen, der im Besitz des Freistaates ist. Aber es bestehe die Frage, ob die Martin-Huber-Straße über- oder unterquert wird. „Unter der Brücke wird’s schwierig“, warnte Andreas Meier vom Tiefbauamt. Sein Kollege Dietmar Sagmeister ergänzte: „Weil dann keine Verbindung mehr zur Martin-Huber-Straße möglich wäre.“ Keine Chance hatte Günther Koch mit dem Vorschlag einer Schlauchbootanlegestelle, da das Areal laut Sonja Epple besonders ruhig sein solle. Keine Mehrheit fand sich auch für Kochs Vorschlag, den unter Denkmalschutz stehenden Wasserturm abzureißen und durch ein Naturdenkmal in Form eines Baumes zu ersetzen. Unentschieden waren die Meinungen, ob die Ostenstraße ganz geschlossen oder sogar mehr Verkehr aufnehmen sollte. Ein Spielplatz dürfe nicht nur für Kinder, sondern für alle Altersgruppen geeignet sein. Keine Gefahr sah Dietmar Sagmeister aus Hochwassergesichtspunkten, weil das Gelände am nordwestlichen Amperufer relativ hoch liege. „Wir wären blöd, diese interessanten Beiträge nicht zu berücksichtigen, aber manches geht einfach nicht“, befand der OB abschließend. Noch vor der Sommerpause hofft er, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung dem Stadtrat vorlegen zu können.

Reinhard-Dietmar Sponder

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