Beben im britischen Königshaus: Nach Missbrauchsvorwürfen - Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

Beben im britischen Königshaus: Nach Missbrauchsvorwürfen - Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder
+
Er hebt beim Laufen Müll auf: Wolfgang Kuchler will andere Menschen sensibilisieren, die Umwelt sauber zu halten. 

Plogging: Sport treiben und und dabei etwas für die Umwelt tun

Bergkirchner will ein Zeichen setzen: Er sammelt Müll beim Joggen

Sport treiben und und dabei etwas für die Umwelt tun: Genau diese beiden Ziele verbindet der Bergkirchner Wolfgang Kuchler. Denn während er joggt, hebt er den Müll anderer Leute auf.  

Bergkirchen/Dachau– „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Handeln für die Natur, für uns, für morgen.“ Unter diesem Leitgedanken sammelt Wolfgang Kuchler Müll. Er ist Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Deutenhausen-Eisolzried, mit dem er sich am jährlichen Ramadama seiner Gemeinde beteiligt. Dabei handelt es sich um eine Aufräumaktion, bei der im öffentlichen Raum, unter freiwilliger Beteiligung der Bürger, Müll gesammelt wird.

Kuchler geht aber noch weiter, er sammelt das ganze Jahr über. Den Anstoß zu der Entscheidung, die Hinterlassenschaften anderer aufzuheben und fachgerecht zu entsorgen, gab ihm ein Video aus dem Internet. Der sportliche 49-Jährige verbindet seither Jogging mit Müll sammeln. Dabei legt er, je nach Verschmutzung, vier bis fünf Kilometer zurück.

Der Bergkirchner Wolfgang Kuchler betreibt etwa zwei- bis dreimal pro Woche „Plogging“ (siehe Kasten). Er startet mit dem Auto und ist in Stadt und Landkreis Dachau unterwegs. Das erste Ziel der Tour ist diesmal der Parkplatz des Familienbads Dachau. Der Diplom-Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik ist gut ausgestattet: Eimer, Müllbeutel, Taschen, Handschuhe – alles griffbereit im Kofferraum. Mit Behältnissen bewaffnet geht es los. „Den Blick sensibilisieren, darum geht es“, erzählt Kuchler während der Arbeit. Kurze Zeit später sind die Eimer randvoll. „Der Klassiker sind Zigarettenstummel und Pappbecher“, sagt der Bergkirchner, er findet aber auch regelmäßig Feuerwerksverpackungen, Kaugummidosen, Flaschen, Folienreste.

Weiter geht es anschließend Richtung Puchschlagen. Nächster Halt ist ein Grünstreifen am Straßenrand, auch dort bietet sich ein ähnliches Bild: Pappbecher, Schnapsfläschchen, Verpackungen, verteilt auf mehrere hundert Meter. Nach nicht einmal fünf Minuten ist die Tüte des 49-Jährigen wieder voll. „Ich gebe den Leuten einen Denkanstoß, ich glaube schon, dass der eine oder andere nachdenkt, wenn er sieht, wie da jemand Müll aufhebt. Es geht nicht darum, zu reglementieren, sondern zu sensibilisieren!“

Anschließend zeigt Kuchler seinen bisher größten Fund: In einem Gebüsch liegt ein ganzer Motorroller. Einige Plastikteile der Verkleidung sind bereits abgefallen. Solche großen Gegenstände kann der 49-Jährige nicht mitnehmen, in diesem Fall informiert er den Bauhof.

Die letzte Station ist das Gewerbegebiet Gada in Bergkirchen. Dort bietet sich ein Bild der Verwüstung: Große Plastikteile, Tüten, Windeln, Becher, Dosen, Kartonagen und zerbrochene Glasflaschen liegen im Grünstreifen. Kuchler zieht direkt mit einem großen Müllsack los, um dem Chaos Herr zu werden. Nach einer halben Stunde beendet er die Sammelaktion, das Auto ist voll. „Das Schöne dabei ist, dass man sofort sieht, was man getan hat“, freut sich der 49-Jährige.

Kuchlers Appell ist eindeutig: „Es geht darum, ein Bewusstsein zu entwickeln. Wir müssen von selbst wollen, dass wir unsere Umwelt sauber halten, nur dann wird sich etwas verändern.“ Bis dahin macht Wolfgang Kuchler weiter und hebt das auf, was andere wegwerfen.

Das könnte Sie auch interessieren: 

Gemeinsames Klimaprojekt: Erasmus-Schüler aus Schweden, Spanien und Frankreich besuchen Realschule Gute Änger

Plogging ist der sinnvollste Sport, den es jemals gab

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach turbulentem Martinszug-Einsatz: Kinder bedanken sich bei Feuerwehr
Die Feuerwehr sperrt beim Martinsumzug eine Straße zum Schutz der Kinder - und wird von Autofahrern übel beschimpft. Jetzt haben sich die Kinder rührend bei den …
Nach turbulentem Martinszug-Einsatz: Kinder bedanken sich bei Feuerwehr
Riesiger Fehler bei Google Maps entdeckt: Einheimische verwirrt - Steckt Absicht dahinter? 
Bayern ohne die Amper – unvorstellbar. Für den Weltkonzern Google scheint das nicht zu gelten. Die Suchmaschine hat den Fluss kurzerhand umbenannt - und verwirrt damit …
Riesiger Fehler bei Google Maps entdeckt: Einheimische verwirrt - Steckt Absicht dahinter? 
Bauprojekte schneller realisieren
„Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“ und „Wir wollen schneller werden“ - zwei Aussagen, die Bürgermeister Anton Kerle in seinem Bericht bei der Bürgerversammlung …
Bauprojekte schneller realisieren
Das große Hüpfen, Zwitschern und Krächzen
Der Vogelschutz- und Zuchtverein Dachau und Umgebung hat eine große Vogelschau in der Schulturnhalle am Stadtkeller veranstaltet.
Das große Hüpfen, Zwitschern und Krächzen

Kommentare