Galerie der Aufrechten

Ehre für den Widerstandskämper Alois Dempf

Altomünster - Dem Altomünsterer Alois Dempf wurde eine besondere Ehre zu teil: Sein Bild ist künftig in der "Galerie der Aufrechten" zu sehen. Eine Auszeichnung, die sein Verhalten während der NS-Zeit würdigt.

„So eine geistige Größe wie Prof. Alois Dempf konnte es nicht in Altomünster halten. Genau das macht es aber schwer, sein Lebenswerk nachzuzeichnen“, sagte Bürgermeister Anton Kerle bei der Enthüllung eines besonderen Porträts im Eingangsbereich des Rathauses. Dem 1891 geborenen Altomünsterer Alois Dempf sollte dabei eine besondere Ehre zukommen: die Aufnahme in die „Galerie der Aufrechten“.

Diese Galerie ist eine Sammlung von Porträts ehemaliger Widerstandskämpfer und aufrechter Persönlichkeiten, die gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft gewirkt und oft dabei ihr Leben verloren haben. Initiator dieser Galerie ist Prof. Dr. Wolfgang Marcus, einer der Schüler, der Prof. Dempf in Philosophie zum Doktorvater hatte. Ihm war es ein Anliegen, dass diese mutigen Menschen ihren Platz auch in den kommenden Generationen haben. Die Galerie ist als Wanderausstellung zusammengestellt worden, mit ihrem festen Platz in Weingarten (Württemberg).

Gemalt wurde das Alois-Dempf-Bildnis von Sigrun C. Schleheck aus Überlingen, die schon mehrere Personen für die Galerie der Aufrechten porträtiert hat. Landrat Stefan Löwl hat nun dieses Bildnis zusammen mit Gerhard Gerstenhöfer enthüllt. Bürgermeister Anton Kerle freute sich, dass ein Zweig der Familie Dempf sogar bis Wollomoos reicht. Er erinnerte auch daran, dass zum 25. Todestag von Dempf vor seinem Geburtshaus (die frühere Schultes- Apotheke in der Pipinsrieder Straße) eine Stele errichtet wurde. Außerdem sei ihm bereits eine Straße gewidmet worden.

Gerhard Gerstenhöfer hatte sich in den vergangenen zehn Jahren mit dem Lebenswerk von Alois Dempf beschäftigt und seinen geistigen Nachlass verwaltet, der inzwischen in der Bayerischen Staatsbibliothek archiviert wurde. Gerstenhöfer hält es für ungemein wichtig, „dass der Prophet im eigenen Land bekannt wird“, wie er bei der Enthüllung betonte. Dempf habe es wirklich verdient in dieser Galerie einen festen Platz zu erhalten.

Landrat Stefan Löwl beurteilte die Galerie als wunderbare Idee gegen das Vergessen. „Die Zeitzeugen sterben langsam weg, deshalb werden diese Bilder für die Zukunft sehr wichtig.“ Er zeichnete den Weg von Alois Dempf nach, der ursprünglich ein „Geistlicher Herr“ werden sollte, später mehr in Richtung Medizin ging und auch im ersten Weltkrieg als Hilfsarzt seinen Dienst tat. Schließlich studierte er aber doch Philosophie, promovierte und hatte letztlich einen Philosophie-Lehrstuhl in Wien und München. Dempf war an unzähligen Zeitschriften beteiligt, schrieb 30 Bücher und viele Abhandlungen und Vorträge. „Er war ein typischer Vertreter der Wissenschaft mit ländlichem Hintergrund, der untrennbar mit Altomünster und dem Landkreis Dachau verbunden ist“, sagte Landrat Stefan Löwl. Er sei froh darüber, dass die Ausstellung diese Menschen zeigt, die für ihre Überzeugung eingestanden und standhaft geblieben sind. „Sie können für junge Leute ein Vorbild sein.“

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