Polizei über Malina-Gutachten: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse“

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Räuberischer Diebstahl vor Gericht

Powerfrau (64) stellt Apfeldieb (85)

Dachau - Alte Äpfel haben in einem Dachauer Schrebergarten für Furore gesorgt. Ein 85-jähriger Karlsfelder landete wegen ihnen sogar vor dem Amtsgericht Dachau. Der Vorwurf: räuberischer Diebstahl.

Es war im vergangenen November, als ein 85-jähriger Mann aus Karlsfeld von der Straße aus Äpfel auf dem Rasen eines Gartens in Dachau liegen sah. „Die Äpfel gehen hier zugrunde, niemand nimmt die mehr“, habe er sich an jenem sonnigen Herbsttag gedacht, meinte der Rentner nun vor Gericht. Er kletterte also über das geschlossene Gartentor und schlug mit einem langen Holzstock in die Baumkrone. Etwa 40 Äpfel konnte er danach vom Boden aufklauben und in eine mitgebrachte Plastiktüte stecken. Dann wurde er jedoch auf frischer Tat ertappt. 

Die Besitzerin des Schrebergartens hatte schon mehrere Male bemerkt, dass Äpfel aus ihrem Garten verschwunden waren. Sie habe an diesem Tag „fast schon damit gerechnet“, einen Dieb zu sehen. „Ich war jederzeit bereit, jemanden zu erwischen“, erklärte die 64-jährige Münchnerin im Zeugenstand. Deshalb sprang sie, als sie den Rentner erblickte, sofort auf ihn zu und hielt ihn fest. „Richtig gefesselt“ habe sie ihn mit ihrem Körper, damit er nicht habe fliehen können, bevor die Polizei kam. Es kam zum Gerangel. Mit vollem Einsatz kämpfte die Powerfrau mit dem Störenfried. „Lass mich gehen!“, rief der 85-Jährige immer wieder; das gab er zu. „Lass mich gehen, sonst töte ich dich!“, soll er obendrein gebrüllt haben; das stritt er jedoch vehement ab. Das Kuriose an der Sache: Trotz des ganzen Hickhacks erlaubte die 64-Jährige dem Eindingling, die gestohlenen Äpfel mitzunehmen. 

Dass der Streit die Gartenbesitzerin bis heute mitnimmt, wurde im Gerichtssaal deutlich: Sie brach im Zeugenstand in Tränen aus. Den Entschuldigungsbrief, den ihr der Angeklagte schickte, knallte sie ihm im Saal auf die Anklagebank. Sie habe ihn nicht lesen wollen, sie wolle ihn nicht haben. Der Verteidiger des Angeklagten meinte, dass sein Mandant nicht schuldfähig sei und legte dem Gericht ein ärztliches Attest vor, dass diesem eine Durchblutungsstörung im Gehirn bescheinigte. Eine sachverständige Ärztin räumte diese Bedenken in der Hauptverhandlung jedoch aus dem Weg. Auch Richter Tobias Bauer und die Schöffen hielten den Karlsfelder für schuldfähig. Es könne ihm aber nicht nachgewiesen werden, dass er die Gartenbesitzerin bedroht habe. Eine Beutesicherungsabsicht, wie für den Tatbestand des Raubes ausschlaggebend, sah das Gericht aufgrund des geringen Wertes der Äpfel auch nicht. „Er wollte nur noch weg“, erklärte dazu der Verteidiger. 

Zu einer harten Strafe wurde der 85-Jährige dennoch verurteilt – wegen Diebstahls mit Waffen. Denn: In seiner Hosentasche hatte die Polizei am Tattag zwei Schälmesser gefunden. Das Urteil lautete schließlich auf zwei Jahre Gefängnis – mit Bewährung.

Eva Lang

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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