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Kahl, grau, trist, eng: In diesem Raum versteckt sich Anne Frank mit ihrer Familie und Freunden . 

Premiere am Jugendtheater am Stadtwald

Eine authentische Anne Frank

Das Jugendtheater am Stadtwald hat sich dieses Mal an ein ernsthaftes und anspruchsvolles Stück herangewagt: Anne Frank. Und das mit großem Erfolg: Die Darsteller brillieren, die Zuschauer sind begeistert.

DachauBeim Jugendtheater am Stadtwald läuft zur Zeit so einiges anders als normalerweise. Die wohl größte Veränderung: Die Regiearbeit wurde das erste Mal nicht von Jugendleiter Bernhard Vieregg geführt, sondern von Korbinian Konwitschny, da der Jugendleiter dieses Mal selbst auf der Bühne steht. Das zweite Novum ist das Stück selbst. Es heißt „Anne“, wurde von Leon de Winter und Jessica Durlacher geschrieben und beschreibt das Leben der Anne Frank in ihrem Versteck in Amsterdam. Ein anspruchsvolles Thema also.

Der junge Regisseur Korbinian Konwitschny hatte anfangs mit leichtem Unverständnis bezüglich der Wahl des Stückes zu kämpfen. „Ich wurde oft gefragt, ob das denn das Richtige für unsere Bühne sei“, gibt er zu. Doch die 15 Mitspieler im Alter von 14 bis 27 Jahren waren sofort von der Geschichte fasziniert.

Annelies „Anne“ Frank war ein jüdisches deutsches Mädchen, das 1934 mit seiner Familie in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. 1942 musste sie sich in Amsterdam mit ihrer Familie, einer befreundeten Familie und einem anfangs noch fremden Mann in einem geheimen Hinterhaus versteckt halten. Über zwei Jahre musste das junge Mädchen in diesen beengten Verhältnissen ausharren. Ihre Gedanken und Probleme verarbeitete sie beim Tagebuch-Schreiben.

Die Inszenierung des Jugendtheaters am Stadtwald bringt dem Zuschauer die Charaktere und Lebensumstände wahrscheinlich deutlicher und authentischer nahe, als es jedes Buch oder jeder Film es könnte. Der Hauptdarstellerin Caroline Guth, die die Anne spielt, gelingt ein beeindruckend präziser Spagat zwischen dem fröhlichen und vorlauten Mädchen und der jungen Frau, die in einer Welt des Kriegs und der Verwüstung aufwächst. Die Luft ist zum Zerreißen gespannt und jeder Zuschauer hält die Luft an, als Männer der Gestapo immer wieder suchend um die Bühne und durch die Stuhlreihen schleichen.

Besondere Erwähnung verdient auch Alexander Langer, der einen jungen Mann spielt, und damit zwar eher eine zurückhaltende Rolle hat, aber das Publikum mit einer überraschend guten Gesangseinlage begeisterte. Zu Recht heimste er einen lang anhaltenden spontanen Szenenapplaus ein.

Alles in allem ist Korbinian Konwitschny bei seiner Premiere als Regisseur eine rundum stimmige und mitreißende Inszenierung gelungen, die von den Schauspielern entsprechend authentisch umgesetzt wurde. Dabei hatte das Team durchaus einige Schwierigkeiten zu meistern. „Wir mussten das Stück etwas umschreiben, so dass es zu unserer Bühne gepasst hat. Da die Hauptgeschichte im Hinterhaus spielt, war es außerdem eine neue Herausforderung für die Schauspieler, dass sie immer auf der Bühne zu sehen waren und immer in ihrer Rolle bleiben mussten, ohne sich dazwischen hinter der Bühne ausruhen zu können“, erklärt Konwitschny.

Seit Anfang Januar probte das Ensemble zwei Mal wöchentlich. Dabei war ein großer Teil der Probenarbeiten die Beschäftigung mit der Rolle, da jeder Schauspieler ganz genau den Charakter, der Person die er verkörperte, kennen musste. Doch Konwitschny ist sich sicher: „Der Aufwand hat sich absolut gelohnt!“

Zwei Aufführungen

finden noch statt, am Samstag, 6. Mai, und Sonntag, 7. Mai. Einlass ist jeweils um 18:30 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Karten gibt es zu 6 Euro bei der Dachauer Rundschau oder an der Abendkasse.

Stefanie Ritter

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