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Ehrungen in der SpVgg Röhrmoos: Günther Dietz, Dr. Nicolas Kugler, Georg Schiebel, Günter Bakomenko, Inge Künzner, Josef Reitmair und Manfred Herrler (v.l.). 

Probleme bei Röhrmooser Sportverein

SpVgg-Vorstand fühlt sich im Stich gelassen

Den Chef der SpVgg, Günter Bakomenko, plagen große Sorgen: Ihm fehlen die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Drei von sieben Posten im Vorstand sind nicht besetzt. Ein Zustand, den er so nicht länger hinnehmen will.

Röhrmoos– Günter Bakomenko, Vorsitzender der SpVgg, sprach bei der Hauptversammlung deutliche Worte: Im Vorstand fehlen die ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Dass nur vier von sieben Posten besetzt sind, kann man nicht länger hinnehmen“, betonte er. Der unterbesetzte Vorstand wird nicht so weitermachen, wie bisher. „Spätestens bei den Neuwahlen 2019 müssen alle Positionen besetzt werden.“

Die Mitglieder im Vorstand fühlen sich „im Stich gelassen, wenn sie wöchentlich 10 bis 15 Stunden für den Verein opfern müssen, die der Familie abgehen“, so Bakomenko. Für den Fall, dass sich keine Lösung abzeichnet, wird er bei der nächsten Hauptversammlung Beitragserhöhungen bis zu 10 Euro vorschlagen. Mit diesem Geld kann man Personal einstellen, das den Vorstand entlastet.

Bakomenko übte auch leise Kritik an Bürgermeister Dieter Kugler, als er angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums die Sportinfrastruktur ansprach. Der plötzlich verstorbene BLSV-Kreisvorsitzende Hans Albrecht hatte noch bei der Hauptversammlung 2017 gewarnt, die Sportinfrastruktur nicht außer Acht zu lassen. Daraufhin haben Bakomenko und dessen Stellvertreter Manfred Herrler den Bürgermeister gefragt, wo die Gemeindeverwaltung angesichts der steigenden Mitgliederzahl in der SpVgg in den nächsten 10 oder 20 Jahren vor hat, Sport- und Freizeitstätten auszuweisen. Die Antwort Kuglers war: „Wenn die SpVgg ein Grundstück hat, kann sie sich ja bei der Gemeinde melden.“ Diese ist aus Sicht des Vereinsvorstands völlig unbefriedigend. „Wir wollen die Kinder von der Straße holen und mit ihnen sinnvoll ihre Freizeit gestalten. Da sollten Gemeinde und Verein schon an einem Strang ziehen“, unterstrich Bakomenko.

Der auf der Versammlung anwesende 3. Bürgermeister, Dr. Nicolas Kugler, erklärte in seinem Grußwort, dass die Gemeinde den großen Einsatz des Vereins für die Jugend sehr schätze und auch der neue BLSV-Kreisvorsitzende Günther Dietz sprach dem Verein Lob und Anerkennung aus. Mit Zuschüssen der Gemeinde konnte die SpVgg einen neuen Zaun am Fußballplatz errichten. Die Umstellung auf LED-Flutlicht wurde neben der Gemeinde und dem BLSV auch vom Bundesumweltamt bezuschusst.

Natürlich kam Bakomenko auch auf den Betriebskostenzuschuss zu sprechen, den sein Verein von der Gemeinde erhält. Von den 1156 Mitgliedern sind annähernd die Hälfte unter 24 Jahre und fallen unter das Kinder-und Jugendhilfegesetz. Diese Jugend zu fördern und zu betreuen sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Zu bedenken gibt Bakomenko, dass das Juz in Röhrmoos zu 100 Prozent von der Gemeinde gefördert wird, die SpVgg dagegen lediglich rund 5000 Euro Grundstockförderung für 420 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhält. „Diese Kinderzahl dürfte ein Vielfaches dessen sein, die im Juz betreut werden“.

Die SpVgg erhält als freiwillige Leistung von der Gemeinde Betriebskostenzuschüsse. Weil die Sportanlagen der SpVgg etwa zur Hälfte von Kindern und Jugendlichen benutzt werden, wäre es nach Bakomenkos Ansicht gerecht, wenn die Hälfte des Betriebskostenzuschusses von der Gemeinde nicht als freiwillige Leistung, sondern als Zuschuss für die gemeindliche Pflichtaufgabe Jugendbetreuung verbucht würde.

Ein Umstand, der dem Vorstand sehr zu schaffen macht, ist der bürokratische Aufwand, der zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes in Bayern betrieben werden muss. Zum Ende des Jahres 2017 hatte die SpVgg noch 25 448 Euro verfügbare Mittel auf den Konten. „Wenn man die noch ausstehenden Zuschüsse für LED-Beleuchtung und Zaun in Höhe von 25 000 Euro hinzurechnet, ist das ein gutes Polster für das Jahr 2018“, fasste Bakomenko zusammen.

Am Ende der Versammlung erwartete den Vereinschef immerhin noch eine schöne Aufgabe: Er ehrte langjährige Mitglieder. Für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Georg Schiebel und Josef Reitmair den König-Ludwig-Taler in Gold. Die fleißige Koordinatorin im Verein, Inge Künzner, erhielt für zwölfjähriges Engagement die Karl-Valentin-Ehrenmedaille in Gold.

Die SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos ist mit derzeit 1156 Mitgliedern ein stark gewachsener Sportverein. 2015 waren es noch 1068 Mitglieder und alleine von 2017 bis 2018 verzeichnete man 65 Mitglieder mehr, was einer Zunahme von sechs Prozent entspricht.

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