Ein Problemmast in Wiedenzhausen

Wiedenzhausen - Südlich von Wiedenzhausen will eine Firma einen 42 Meter hoher Funkmasten errichten - als Ersatz für den zehn Meter hohen Masten. Zwei Fachleute stellten sich deshalb dem Sulzemooser Gemeinderat. Doch die wichtigste Frage blieb offen: Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Der Punkt wurde schließlich vertagt. Bereits im Juli dieses Jahres hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Antrag abgelehnt. Da es sich jedoch um ein privilegiertes Bauvorhaben handelt, forderte das Landratsamt Dachau die Gemeinde auf, den Beschluss zu überprüfen, da dem Antrag aus sich der Behörde zuzustimmen ist. Damit drohen der Gemeinde die Aufhebung des Beschlusses und die Zustimmung zum Vorhaben durch das Landratsamt.

Die Firma Vodafone plant, dort Antennen für LTE, den neuen Mobilfunkstandard und zukünftigen UMTS-Nachfolger, anzubringen. Um die Errichtung der LTE-Antenne aus technischer Sicht besser beurteilen zu können, waren zwei Vertreter der Firma Vodafone eingeladen worden. Die Experten konnten zwar technische Details zur LTE-Technologie erläutern, doch auf die Hauptfrage von Bürgermeister Gerhard Hainzinger, welche Strahlenbelastung von dem Sender ausgeht, gab es nur eine vage Antwort: „Im Vergleich zu einem Handymast ist die Strahlung geringer, was aber nicht heißen soll, dass sie gesund ist.“ Auch eine weitere Frage von Franz Wagner, ob auf dem Sendemast nur LTE-Technologie oder auch UTMS- und weitere verschiedene Handy-Sender von unterschiedlichen Anbietern untergebracht werden, blieb offen.

„Das Problem ist, dass wir diese Masten weitgehend verhindern möchten. Dabei müssen wir damit rechnen, dass auf die bereits bestehenden Masten verschiedene Anbieter ihre Antennen montieren.“, gab Bürgermeister Gerhard Hainzinger zu bedenken. „Wenn alle paar Kilometer so ein Mast steht und von fünf oder zehn Anbietern genutzt wird, möchte ich nicht wissen, wie wir von allen Seiten bestrahlt werden. Es kann nicht sein, dass ein 42-Meter-Mast hingestellt wird und dann spätestens in einem Jahr mindestens zehn Antennen draufmontiert sind“, entgegnete Franz Wagner. „Und ich bezweifle, ob der Mast so nah am Ortsrand überhaupt genehmigt werden muss.“ Auch Richard Wohlmut zeigte sich äußerst skeptisch: „Der Standort war ja schon früher umstritten, aber der Mast wurde dann gebaut, damit die Autobahn versorgt wird. Dass man aber einen so kleinen Mast als privilegiertes Bauvorhaben auf 42 Meter erweitern kann - bei uns stimmt irgendetwas nicht mehr.“ Er schlug vor, einen anderen Standort zu suchen, da die ersten Wohnhäuser nur 200 Meter vom Mast entfernt sind.

Als der Fachmann erläuterte, dass ein Sendemast je nach Topologie der Erdoberfläche einen Bereich von 16 bis 18 Kilometern abdeckt, wollte Franz Wagner wissen, weshalb zwei Masten so nahe zueinander errichtet wurden. Denn im drei Kilometer entfernten Autobahnparkplatz bei Einsbach befindet sich ein weiterer Sendemast, der auch unter anderem mit LTE ausgestattet ist und laut Bürgermeister Gerhard Hainzinger im Dezember voll aufgeschaltet werden soll. „Ich gehe davon aus, dass die Region Sulzemoos mit dem Masten nicht versorgt wird, da hier eine Versorgung bereits vorhanden ist“, sagte der Fachmann dazu. Im Bereich Wiedenzhausen sei LTE beispielsweise schon mit einer Bandbreite von sieben Megabit pro Sekunde möglich.

Johannes Kneidl warf ein, ob Vodafone überhaupt der richtige Ansprechpartner für die offenen Fragen ist. Denn als Eigentümer und Bauherr tritt die Deutsche Funkturm GmbH München auf und sie vermietet den Funkmast weiter. Gerhard Hainzinger sagte dazu, dass bisher nur ein Antrag der Firma Vodafone, die den Masten für LTE nutzen möchte, vorliegt. Michael Schmid wollte wissen, ob die Gemeinde weitere Sendeanlagen auf dem Mast ablehnen kann, wenn er erst einmal errichtet wurde. Der Bürgermeister verneinte dies.

Am Ende der Diskussion waren sich alle einig, dass die Vodafone-Mitarbeiter die offenen Fragen klären und die Antworten der Gemeinde mitteilen sollen. Parallel dazu soll mit der Deutschen Funkturm GmbH Kontakt aufgenommen werden, um zu klären, welches Gebiet der Funkmast versorgt und ob noch weitere Anlagen auf dem Masten geplant sind. Erst dann wird an das Landratsamt eine Stellungnahme abgegeben.

(cst)

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