Hohe Ziele: Marco Woytowicz (links) und Lennart Weber geben Technik und Richtung vor.  Foto: ep
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Hohe Ziele: Marco Woytowicz (links) und Lennart Weber geben Technik und Richtung vor.

Profi-Tipps für kleine Sportskanonen:

FC Bayern schickt einen Trainer und einen Spieler zu Basketballwoche an der Mittelschule Karlsfeld

Eine ganze Woche Basketball: Die Mittelschule Karlsfeld war im Spielfieber mit dem roten Ball und dem „roten“ Verein, dem FC Bayern München.

Karlsfeld – Die Bayern schickten Trainer und Spieler nach Karlsfeld, um diese Schule, die schon sehr stark ist im Landkreis mit Basketball, noch stärker zu machen. Aber auch, so Sportlehrer und Organisator Christian Steinberger, „um Spaß zu verbreiten, Begabungen zu fördern, Kinder zu stärken in ihren Fähigkeiten und wieder einmal mehr das Motto ‚Schule in Bewegung‘ umzusetzen“.

Und das war sie. Fast die ganze Schule machte mit bei diesem einmaligen Angebot: „320 Schülerinnen und Schüler von 400 waren dabei“, sagt Steinberger.

Nach einem genauen Trainingsplan kam jede Klasse, von der 5. bis zur 11., für knapp zwei Stunden dran. Steinberger ist glücklich über den Erfolg, aber auch ein wenig geschafft. „Etwas stressig war‘s schon.“ Dann noch die Corona-Auflagen, mit Pause und Lüften alle 80 Minuten, offenen Hallentüren bei Wind und Regen draußen.

Es hat alles bestens geklappt. Rektor Hakan Özcan: „Das ganze Kollegium hat das mitgetragen. Was wir planen, ist mit viel Aufwand und Herzblut verbunden.“ Das zeige sich seit Jahren beim Projekt „Demokratie leben“, in den musisch-kulturellen Arbeitsgemeinschaften und jetzt wieder beim Sport. „Manche Kinder möchten auch gerne in einen Sportverein gehen.“ In Karlsfeld gibt es keine Basketballabteilung, so kooperiert die Schule mit dem TSV Dachau 1865.

Und seit Frühjahr 2019 gibt es eine Kooperation mit dem FC Bayern. An diesem Mittwoch sind von 9.40 Uhr bis 11 Uhr die Schülerinnen aus den 5. und 6. Klassen in der Halle. Begleitet werden sie heute von Sportlehrer Jonathan Schmidt, Trainer sind Marco Woytowicz und Profispieler Lennart Weber. „Der Lenny“, wie ihn die Mädchen nennen dürfen, ist 18 Jahre alt, spielt Basketball, seit er sechs ist, und ist jetzt aktuell in der ProB Süd, der 2. Bundesliga des FC Bayern. Er übt mit den Mädchen Handwechsel, Passen, Werfen und das Zusammenspielen. Wie das klappt? Die Mädchen spielen sogar mehr im Team als die Jungs!

Marina ist zehn Jahre alt und spielt in der Freizeit öfter Basketball. „Ich will lernen, wie man g‘scheit wirft und dribbelt.“ Und, hat sie? „Ja, geht schon viel besser!“ Sofia ist zwölf, spielt seit zwei Jahren Fußball. Basketball findet sie seit heute „super“, möchte aber dennoch gerne Fußballtrainerin werden.

Marco Woytowicz, Jahrgang 1963, ist ehemaliger Bundesligaspieler und jetzt Koordinator der Basisteams. Beim Training motiviert er, spornt die Kinder an, lobt. Seine Begeisterung für den roten Ball kommt rüber.

Im Rundgespräch nach den Übungen, wenn sich alle auf den Boden setzen, stellen die Mädchen die entscheidenden Fragen: „Wie groß bist Du, Lenny?“ 2,02 Meter. „Hast Du eine Freundin?“ Ja, hat er. Mit auf den Weg gibt Marco Woytowicz allen Gruppen, was es bringt, in einem Verein mit zu machen: „Da lernt man unheimlich viel, auch in der Gemeinschaft.“ Und außerdem: „Sport ist gut für‘s Gehirn, Sport macht schlau.“

ELFRIEDE PEIL

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