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Streicheleinheiten für die Kälber am Hof gab es reichlich. Die Jungtiere waren bei den Schülern der Grundschule Schwabhausen, die einen Tag auf dem Hof der Familie Sedlmair verbrachten, besonders beliebt.

Ehrgeiziges Ziel

Projektwochen für Schulkinder: Klassenzimmer Kuhstall

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Tausende bayerische Schüler dürfen sich in den nächsten Wochen auf einen Erlebnistag auf dem Bauernhof freuen. Das Ziel für die Zukunft ist ehrzeizig.

Schwabhausen – Als die schwarze Limousine des Landwirtschaftsministers in die Hofeinfahrt biegt, tummeln sich die Schüler der Klasse 4a der Grundschule Schwabhausen gerade auf dem kleinen Spielplatz. „Sitzt da der Präsident drin?“, fragt ein Schüler ganz aufgeregt und spitzt durch den Busch auf das Auto. „Der Minister“, hilft ihm seine Lehrerin Cornelia Kassens auf die Sprünge und lächelt. Die Schüler haben bereits einen sonnigen Vormittag auf dem Hof der Familie Sedlmair in Schwabhausen im Landkreis Dachau hinter sich. Und sie können es kaum erwarten, dem „Präsidenten“ zu erzählen, was sie dabei alles über Kuh, Käse und Kartoffel gelernt haben.

Mit seinem Besuch auf dem Erlebnisbauernhof gab Helmut Brunner (CSU) am Montag den Startschuss für die Projektwochen des Landesprogramms „Erlebnis Bauernhof“. Bis zum 28. Juli bieten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit Erlebnisbäuerinnen jede Menge Mitmach-Aktionen an den Höfen. Beim Kühe-Füttern, Getreie-Mahlen oder beim Brot-Backen sollen die Kinder lernen, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert – und wo ihr Essen eigentlich herkommt.

Im Schwabhauser Ortsteil Puchschlagen übernimmt das Bäuerin Anni Sedlmair. Seit etwa zehn Jahren ist sie zertifizierte Erlebnisbäuerin. Mittlerweile betreut sie neben zahlreichen Tagesbesuchsgruppen ganze neun Schulklassen über das Jahr hinweg, erklärt ihnen in Schulstunden, wie Brot oder Käse entstehen – und sie lädt sie natürlich zwei Mal im Jahr auf ihren Hof mit 300 Milchkühen und 200 Jungtieren ein, um den Kindern den landwirtschaftlichen Alltag zu zeigen. „Wenn wir die Leute nicht reinlassen, wie sollen sie dann wissen, wie wir arbeiten?“, fragt sie. Und außerdem sind die Kinder ja auch die Konsumenten von Morgen, wie Minister Brunner betont. Wie wirkungsvoll der Schultag auf dem Hof sein kann, erlebt Anni Sedlmair immer wieder. „Ein Kind hat mich mal gefragt, warum manche Kühe denn geschlachtet werden müssen, das Fleisch gebe es doch auch im Supermarkt.“ Manchmal fängt Anni Sedlmairs Aufklärungsarbeit bei ganz grundsätzlichen Dingen an.

Hofrundgang: Landwirtschaftsminister Brunner lässt sich von Bauer Simon Sedlmair den Kuhstall zeigen.

Nachdem die Kinder dem Minister voller Stolz ihr Fachwissen über die Herstellung von Butter und die Funktionsweise einer Melkmaschine präsentiert haben, dürfen sie noch gemeinsam den angesetzten Käsebruch schneiden – und natürlich fleißig probieren. Ein angenehmer erster Schultag nach Pfingsten. Oder wie ein Schüler sagt: „Wie ein Tag länger Ferien.“

Seit das Programm 2012 gestartet wurde, haben laut Brunner 7000 Schulklassen mit mehr als 140 000 Schülern daran teilgenommen. Wenn es nach ihm geht, ist aber noch deutlich mehr möglich. Sein Ziel: „Jedes Schulkind soll mindestens einen Unterrichtstag auf einem aktiven Bauernhof verbringen.“ Darauf will er gemeinsam mit dem Kultusministerium hinarbeiten.

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