Detailplanung: Bei Thalhausen könnte ein Windrad innerhalb des gelb markierten Geländes aufgestellt werden. Foto: kra

Ein Prozent der Gemeindefläche für Windkraftv geeignet

Altomünster - Landschaftsarchitekt Hans Brugger stellte am Dienstag seine Detailplanung für Windkraftanlagen in der Marktgemeinde Altomünster vor: Rund ein Prozent der Gemeindefläche sind laut seinem Gutachten für den Bau von Windrädern geeignet.

Es war eine Punktlandung, die dem Aichacher Städteplaner gelungen war. Der Bau von Windkraftanlagen ist bekanntlich privilegiert. Eine Gemeinde muss ihre Errichtung „positiv planen“ und dazu mindestens ein Prozent ihrer Fläche für Windräder vorsehen. Bruggers Ergebnis: Auf 79 Hektar könnten Windräder aufgestellt werden - das entspricht genau einem Prozent des Altomünsterer Gemeindegebiets.

Das Resultat ist etwas überraschend. Denn Bruggers Kollegin, Irene Burkhardt, die Ende April eine Studie für das Landratsamt präsentiert hatte, kam auf einen deutlich größeren Flächenanteil: Rund 3,7 Prozent hielt sie im Prinzip für bebaubar. Die Differenz erklärt sich aus deutlich größeren Mindestabständen zwischen Wohngebieten und Windrädern, die Brugger - wie in übrigens allen Gemeinden - zugrunde gelegt hat: Er nahm 900 Meter Abstand zu jeglichem Wohnhaus an, während die Gesetzeslage Distanzen zu Weilern und Höfen von nur 350 Metern vorsieht. „Es ist uns wichtig, dass alle Bürger gleich behandelt werden“, erklärte dazu Bürgermeister Konrad Wagner (FW).

Unter dieser Maßgabe bleiben für Altomünster nur noch zwei Areale übrig, die für die Windenergiegewinnung genutzt werden könnten: der Altowald nördlich der Marktgemeinde und eine elf Hektar umfassende Fläche westlich von Thalhausen. Dort könnte laut Brugger ein Windrad errichtet werden; im Altowald-Gebiet, das 68 Hektar umfasst, vermutlich drei oder vier - der Experte wollte sich nicht festlegen.

„Bei der Eigentümer-Struktur des Waldes ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass es dort je zu einer Einigung kommt,“ wandte CSU-Gemeinderat Josef Riedlberger ein.

Der Forst teilt sich auf rund 30 Eigentümer auf. Der Xygerer fragte auch an, wie es sich bei Anlagen verhielte, die im Konsens mit den betroffenen Anwohnern errichtet würden: „Kann man dort die Abstände verringern?“ Brugger hielt solche Ausnahmereglungen für fragwürdig. Bürgermeister Wagner hingegen meinte, dass müsste mit dem individuellen Bauantrag geklärt werden.

Dr. Roderich Zauscher, der Vorsitzende des Bund Naturschutz im Landkreis Dachau und ein klarer Befürworter von alternativen Energien, kommentierte das Vorgehen in Altomünster mit: „Die 900 Meter Abstandsvorgabe sind reine Willkür. Damit fährt Altomünster eine Verhinderungsstrategie.“ Wagner lässt den Vorwurf nicht gelten: „Wir weisen einen substanziellen Flächenanteil für die Windenergie aus und genau das war unsere Aufgabe.“

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