Am Anfang noch im Windschatten, dann flog er vorbei: Florian Engel (mit Sonnenbrille) lief beim Start noch hinter Nada Balcarczyk (41) her, überholte sie dann aber bald. foto: horst kramer
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Am Anfang noch im Windschatten, dann flog er vorbei: Florian Engel (mit Sonnenbrille) lief beim Start noch hinter Nada Balcarczyk (41) her, überholte sie dann aber bald.

Straßenlauf Markt Indersdorf

Rasende Schlaftabletten und ein schneller Engel

Indersdorf - Bei der 20. Auflage des Indersdorfer Straßenlaufs siegte mit Michael Wilms ein deutscher Vizemeister. Wegen der Hitze war die Strecke auf acht Kilometer gekürzt. Ein heimischer Athlet versuchte ein Experiment.

Thomas Mittag (TSV Jetzendorf) kommentierte die Streckenkürzung mit einer gewissen Selbstironie: „Wunderbar, auf den letzten beiden Kilometern tue ich mich letzter Zeit ja etwas schwer.“ In Hilgertshausen war der 33-Jährige nach acht Kilometern ausgestiegen, der Hitze wegen.

An einen Sieg verschwendeten weder Mittag noch die anderen Landkreis-Cracks wie Klauspeter Möhrlen oder Dirk Hohmann indes keinen Gedanken. Denn mit Michael Wilms (LG Olympia Dortmund) hatte sich der deutsche 3000-Meter-Hindernis-Vizemeister des vergangenen Jahres angekündigt. Der 26-Jährige lebt in Eching und ist bis zur vergangenen Saison noch für die LG Stadtwerke München gestartet.

Der Mittelstreckler ging auch gleich in Führung. Auf den ersten drei Kilometern wurde er noch von seinem früheren Mannschaftskameraden Jan Lettenmaier (LG Stadtwerke München) sowie von dem oberfränkischen Crossexperten Christopher Nowak (SC Kemmern) begleitet, die weiteren Runden bestritt er alleine. Dahinter folgten Möhrlen, Hohmann und Mittag.

Bei den Frauen übernahm Nowaks Kollegin Sandra Haderlein (SC Kemmern) ab dem Start die Führung. Die aktuelle oberfränkische Meisterin über zehn Kilometer gab sie bis ins Ziel nicht mehr her.

Dirk Hohmann nutzte die verkürzte Strecke, um erstmals seine neue „Ballenlauftechnik“ in einem Wettkampf auszuprobieren: Dabei rollt der Fuß von vorne nach hinten (wie beim Sprint) ab und nicht über die Ferse von hinten nach vorne. Von außen war der Unterschied kaum zu bemerken, doch Hohmann äußerte sich zuversichtlich: „Das hat schon ganz gut geklappt.“ Der Karlsfelder Leichtathletik-Chef hofft, auf diese Weise schneller zu werden. In Indersdorf zog indes der Jetzendorfer Mittag an ihm vorbei und wurde Fünfter.

Für dessen Vereinskollegen Möhrlen hätte es fast noch zu einem Podestplatz gereicht. In der letzten Runde rückte er dem 16 Jahre jüngeren Nowak dicht auf die Fersen. Der Petershauser benötigte 29:09 Minuten, Nowak sechs Sekunden weniger. Eine ganze Minute schneller war Lettenmaier, doch an Wilms kam er nicht heran. Der Deutsche Vizemeister beendete das Acht-Kilometer-Rennen schon nach 27:42 Minuten.

Bilder: Straßenlauf in Markt Indersdorf

Bilder: Straßenlauf in Markt Indersdorf

Bei den Frauen gewann Haderlein überlegen in 30:06 Minuten. Die Lokalmatadorin Claudia Kaspar (SG Indersdorf) holte Bronze in 33:40 Minuten. Dazwischen lag Katharina Seelos (LG Stadtwerke München) mit einer Zeit von 32:23 Minuten.

Das Vier-Kilometer-Rennen entschied der Rettenbacher Florian Engel (SG Indersdorf) in 14:38 Minuten für sich. Sein Bruder Michael folgte mit 15:03 Minuten knapp vor Nada Balcarczyk (LG Würm Athletik). Die 16-jährige Puchheimerin benötigte als beste Frau nur 15:09 Minuten.

Ein großes Hallo gab es wie immer bei den Kinderläufen und den Staffeln. Als schnellstes Team erwiesen sich „Die rasenden Schlaftabletten“ mit Georg Gleißner, Frederic Boncourt und Simon Jung. Das Trio benötigte für die dreimal zwei Kilometer 24:27 Minuten. Beim 1200-Meter-Rennen der Schülerinnen und Schüler stachen die beiden Gewinner, der Hilgertshauser Michael Stettner und Muriel-Alizee Optenhoevel (SpVgg Hebertshausen), heraus. Bei den Kleinsten stürmten Lukas Brummer (TSV Indersdorf) und seine Vereinsfreundin Carina Stocker (TSV Indersdorf) in die Herzen der Zuschauer - und des Streckensprechers Artur Schmidt.

Horst kramer

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