Glückspilz: Stefan Behrendt hat einen Parkplatz direkt vor der Schule gefunden. Tochter Toni kann einsteigen. Foto: ros

Realschule Dachau: Und täglich grüßt das Parkplatzchaos

Dachau - Seit Eröffnung der Realschule Augustenfeld vor zwei Jahren gibt es Ärger um die Parkplatzsituation vor dem Gebäude. Als die Stadt vor sechs Wochen Seitenstreifen der Theodor-Heuss-Straße mit Metallbügeln versperrte, ist das Chaos perfekt. Aber vielleicht gibt es in absehbarer Zeit eine doch noch Lösung.

Peter Immler ist verärgert. Er geht vor der Dr.-Josef-Schwalber-Realschule auf und ab und sucht seine Tochter Denise. Bis 13 Uhr konnte er heute nicht bis vors Schulhaus fahren. Die wenigen Parkplätze davor waren mal wieder belegt, auch in zweiter Reihe standen schon viele Autos. Jetzt kann er die Siebtklässlerin nirgends sehen. „Wahrscheinlich haben wir uns verpasst“, sagt Peter Immler.

Und das nicht zum ersten Mal. „An der Schule sind rund 1000 Schüler und wir können hier mit unseren Kindern nie einen festen Treffpunkt ausmachen. Da wurde bei der Bauplanung doch nicht zu Ende gedacht“, schimpft er. Wie er denken viele Eltern. „Nicht nur die Eltern sind über die Situation unglücklich“, fügt Schulleiterin Angelika Rogg hinzu.

Ein paar Meter weiter packt die Tochter von Stefan Behrendt gerade ihren Ranzen ins Auto. Er hatte heute Glück: „Ich war früh dran, nur deshalb habe ich einen der wenigen Parkplätze ergattert.“ Auch Behrendt findet die Parksituation unmöglich. „Am Straßenrand können wir nicht stehen bleiben. Dann wird das Verkehrschaos in der engen Nikolaus-Deichl-Straße zu groß. Deshalb kontrolliert die Polizei hier auch öfter.“ Und an der Theodor-Heuss-Straße können die Eltern auch nicht mehr auf ihre Kinder warten, geschweige denn bei Elternabenden parken. „Die Autos haben die Entwässerungsanlagen der Straße beschädigt, deshalb können dort keine Autos mehr parken“, sagt Josef Hermann, Leiter des Rechtsamtes der Stadtverwaltung.

Auch Anwohner der Nikolaus-Deichl-Straße bei Hermann an. „Ihre Einfahrten werden zugeparkt, und die Müllabfuhr kommt nicht durch“, sagt Josef Hermann weiter. „Wir wollen Eltern und Anwohnern gerecht werden. Deshalb werden wir im März im Bauausschuss über einen Parkplatz auf den östlichen Seite der Theodor-Heuss-Straße sprechen.“ Seit mehr als einem Jahrzehnt will der TSV Dachau auf genau dieses Gelände umsiedeln. „Aber die Parkplatzplanung für die Schule ist unabhängig davon“, sagt Josef Hermann.

Die Stellplätze auf dem Gelände der Realschule und auch die Tiefgaragenplätze werden für die Lehrer der Real- und der angrenzenden Berufsschule benötigt. „Unsere Lehrer nicht alle aus Dachau, deshalb sind Sie auf die Autos angewiesen“, sagt Schulleiterin Angelika Rogg.

Seit Eröffnung der Schule empfehlen Landratsamt und Polizei Dachau immer wieder, Kinder lieber mit dem Bus fahren oder zu Fuß zur Schule gehen zu lassen, um das Verkehrschaos vor der Realschule zu vermeiden und vor allem die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, die zwischen den quer geparkten und fahrenden Autos durchlaufen müssen. Doch die Eltern klagen über die schlechte Busverbindung zur Schule. Die Kinder müssten Umwege fahren, der Schulweg wäre doppelt so lang.

„Wenn ein Kind beispielsweise eine Bein gebrochen hat, können wir aber die Schranke zu den Stellplätzen öffnen, und die Eltern können ihr Kind bis zum Schulhaus bringen“, versichert die Schulleiterin. „Da müssen uns die Eltern nur Bescheid geben.“

Wenn für Realschule oder Berufsschule weitere Gebäude gebaut werden, müssen auch Besucherstellplätze ausgewiesen werden. Das hat die Stadt bereits 2011 festgelegt. Aktuell aber bleiben die Probleme bestehen. „Es gibt an der Theodor-Heuss-Straße eine Haltebucht, zu der die Kinder laufen können, und ein kurzer Halt wird auch an der Bushaltestellen geduldet“, sagt Josef Hermann.

Inzwischen ist es 20 Minuten nach eins - und Peter Immler alles egal: Er parkt jetzt sein Auto auf dem Schulgelände, um nach seiner Tochter zu schauen. Und siehe da, Denise wartet in der Aula. Es war zu kalt draußen und im Chaos vor der Schule hat sie ihren Vater einfach nicht entdecken können. Nicht nur Peter Immler wäre froh, wenn es bald einen Parkplatz am Schulhaus geben würde. (ros)

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