Hegeschau des Jagdschutz- und Jägervereins

464 Rehe starben bei Wildunfällen

Im letzten Jahr wurden 2458 Rehe in den 102 Revieren im Landkreis geschossen - das gab der Jagschutz- und Jägerverein bei seiner Jahresversammlung bekannt. Außerdem starben 464 weitere Rehe bei Wildunfällen auf der Straße.

Wenn die Wände voller Rehgehörne hängen, sich Fuchs und Hase unter der Tribüne tummeln und feierliche Jagdhornklänge durch den Saal erschallen, dann ist wieder Hegeschau des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau. Im Gasthof Doll in Ried wurde Rückschau gehalten und die Jahresstrecke des erlegten Wildes bekannt gegeben.

Die Jäger haben im Jahr 2015 die behördlich vorgegebenen Abschusszahlen für Rehwild in den 102 Revieren des Landkreises mit insgesamt 2485 Stück Rehwild zu 94 Prozent erfüllt (Vorjahr 2645 Stück). Grundlage für die Festlegung des Rehwildabschusses sei unter anderem das alle drei Jahre stattfindende „Forstliche Vegetationsgutachten“, bei dem die Balance von Wildverbiss und Waldverjüngung bewertet wird, wie Barbara Karcher, Pressereferentin des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau, mitteilte. Von den sieben Hegegemeinschaften des Landkreises war der Verbiss lediglich in zweien zu hoch. „Leider bewegen sich die gemeldeten Verkehrsunfälle mit Rehwild nach wie vor auf erschreckend hohem Niveau“, so Karcher: „464 Rehe blieben auf der Straße – fast 19 Prozent der Jahresgesamtstrecke.“

349 Wildschweine wurden erlegt (Vorjahr 504), wobei die meisten Schwarzkittel in der Hegegemeinschaft Haimhausen (70 Stück) geschossen wurden, gefolgt von Altomünster (62 Stück) und Ampermoching (54 Stück). Beim Niederwild zeichnet sich nach wie vor ein Abwärtstrend ab: Nicht wenige Reviere im Landkreis verzichten mittlerweile auf die Bejagung von Feldhase, Fasan und Rebhuhn.

Grußworte als Gastredner sprachen Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bezirkspräsident des Bauernverbandes Anton Kreitmair und Landrat Stefan Löwl. Kreitmair lobte die gute Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten und bat die Jäger weiterhin um rege Unterstützung bei der Schwarzwildproblematik. Der Landrat appellierte zudem an die Landwirte, ihren Teil zur Schwarz- wildbejagung beizutragen – etwa durch die Anlage von Schussschneisen im Mais – um die Bejagung zu erleichtern. Löwl stellte zudem eine finanzielle Beteiligung des Landkreises an den Kosten für die anfallende Trichinenbeschau in Aussicht, der Untersuchung von Fleisch auf ein bestimmte Gattung von Fadenwürmern. Jagdberater Dierk Sommermann kündigte zwei Annahmestellen für die Trichinenproben im Landkreis an, die von den Jägern künftig unabhängig von Öffnungszeiten Tag und Nacht angefahren werden können.

Zunehmende Probleme gebe es derzeit mit unbeaufsichtigten und teilweise wildernden Hunden. In den vergangenen Wochen wurden im Landkreis gleich mehrere hochträchtige Rehe von Hunden gerissen (wir berichteten).

Vor der öffentlichen Hegeschau fand die Jahreshauptversammlung des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau mit Neuwahlen statt. Dr. Max Lederer wurde für weitere fünf Jahre als Vorsitzender bestätigt, zweiter Vorsitzender ist künftig Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, der Franz Xaver Romig junior ablöst. Josef Glück legt nach 25 Jahren das Amt des Schatzmeisters nieder, er wurde zum Ehrenmitglied des JJV Dachau ernannt. Neben zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft wurde Walter Wiesner mit dem Hundeführer-Ehrenzeichen in Gold für seine Verdienste als langjähriger Hundeobmann ausgezeichnet. Adolf Rötzer erhielt die Treuenadel des BJV für 65 Jahre Mitgliedschaft

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