Reizthema Hundekot

Sulzemoos - Lebhaft diskutiert hat der Gemeinderat Sulzemoos die Themen Hundesteuer und Hundekot. Und sich zuletzt für eine Satzungsänderung mit moderater Erhöhung der Hundesteuer entschieden.

Die Steuer für den ersten Hund von 25 Euro auf 30 Euro und für jeden weiteren Hund von 50 Euro auf 60 Euro erhöht wird. Besitzer von Kampfhunden zahlen weiterhin 1000 Euro. Der einstimmige Beschluss tritt ab April in Kraft.

Eine Satzungsänderung sei notwendig geworden, nachdem durch Gerichtsverfahren bestimmte Passagen in der alten Mustersatzung für ungültig erklärt wurden, erläuterte Bürgermeister Gerhard Hainzinger. Unterschiedliche Meinungen wurden laut, als Hainzinger anregte, über die Höhe der Hundesteuer nachzudenken: Die Sätze der Gemeinde Sulzemoos zählen zu den niedrigsten im Landkreisvergleich (siehe Kasten). „Wir müssen nicht die Billigsten sein“, so Hainzinger.

Franz Wagner, selbst Hundebesitzer, betrachtet eine Steuererhöhung als ungerechtfertigt, da die Gemeinde keine entsprechende Gegenleistung erbringt. Siegfried Ketterl und Elfriede Heinzinger, die bei anderen Landkreisgemeinden angestellt sind, schlugen daraufhin vor, mit dem Geld Hundetoiletten aufzustellen. Sie verwiesen darauf, dass man in ihren Arbeitgebergemeinden damit gute Erfahrungen gemacht hat. Hundebesitzer Markus Winter gab zu bedenken, dass die Entleerung problematisch werden könnte, da die Toiletten auch für Restmüllentsorgung missbraucht werden könnten.

Der Gemeindechef lehnt hingegen Toiletten ab: „Ich möchte den Gemeindearbeitern nicht zumuten, diese Behälter ausleeren zu müssen.“ Zudem sei zu befürchten, dass die Standorte solcher Behälter verstärkt frequentiert werden. „Ich würde so eine Hundetoilette nicht neben meinem Gartenzaun haben wollen“, sagte Hainzinger. Auch Johannes Kneidl zeigte sich skeptisch: „Hier ist ein grundsätzlicher Entschluss notwendig. Ich bin gegen ein flächendeckendes Aufstellen.“

Wenig Verständnis für die geforderte Gegenleistung der Gemeinde zeigte Richard Wohlmut: „Jetzt soll die Gemeinde wieder für private Hinterlassenschaften zuständig sein. Jeder Hundebesitzer ist doch selbst für sein Tier verantwortlich.“ Er sprach sich dafür aus, auf die Problematik im Gemeindeblatt und in einem separaten Schreiben an die Hundehalter hinzuweisen. „Falls sich die Situation dann nicht bessert, würde ich die Hundesteuer drastisch erhöhen, auf beispielsweise 100 Euro.“ „Mit einer Erhöhung der Steuern werden wir die Hundehalter bestimmt nicht zu einem anderen Verhalten erziehen“, entgegnete Franz Wagner. Die Hinterlassenschaften der Vierbeiner sind bereits zum Problem geworden. Der Gemeindechef machte deutlich: „Die Hunde in unsere Gemeinde nehmen zu, und sie wirken sich sehr belastend aus.“ Es gebe Beschwerden von Bürgern aus allen Ortsteilen über zunehmende Verschmutzung durch Hundekot und „die Gemeindearbeiter müssen immer mehr Häufchen von den Gehwegen entfernen.“

Für Franz Wagner war die Ursache klar: „Das Problem ist, dass man auf vielen Feldwegen nicht mehr gehen kann, weil sie in einem so schlechten Zustand sind.“ Dem widersprach Johann Stumpferl: „Wenn die Wege in einem besseren Zustand wären, würden sie ja noch mehr verunreinigt werden.“ Er riet Franz Wagner mit seinem Zamperl im heimischen Garten Gassi zu gehen und sprach sich dafür aus, die Hundebesitzer anzuschreiben.

Vizebürgermeister Paul Schmid plädierte für eine moderate Erhöhung „als Entschädigung für unseren Ärger“. Er schlug vor, an einigen Stellen, abseits von Wohnbebauung, Hundetoiletten aufzustellen. Erwin Fried sprach sich ebenfalls für die Errichtung dieser Toiletten an ausgewählten Stellen aus.

Markus Winter brachte ein anderes Argument ins Spiel: Dadurch, dass viele Hundefreunde ihre Tiere unangeleint laufen lassen, sei es den Haltern oft gar nicht mehr möglich, die Hinterlassenschaften zu finden. „Wir können in der Gemeinde aber keine generelle Leinenpflicht erlassen. Wenn überhaupt, dann nur für bestimmte Bereiche“, erklärte Gerhard Hainzinger dazu. (cst)

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