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Alles nur Schau: Eine Frau wird ohnmächtig und schließlich in einen Rettungswagen transportiert: Der BRK-Rettungsdienst führte ganztägig Übungen vor.

15 Jahre BRK-Rettungswache

Der perfekte Standort

Bergkirchen - Das Bayerische Rote Kreuz hat das 15-jährige Bestehen der Rettungswache in Gröbenried mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Die Retter zeigten den Besuchern ihre Ausstattung und ihr Können: von BRK-Motorrad bis zur Rettungsübung.

Eine Frau wird plötzlich ohnmächtig. Sie liegt blass und bewusstlos auf dem Asphalt. Doch Hilfe ist in Sicht. Zwei Sanitäter und ein Notarzt stürmen, bepackt mit großen Taschen, herbei. Die drei Männer beeilen sich, stabilisieren die Patientin, nehmen Kontakt zum Krankenhaus auf, befördern sie auf eine Trage. Drum herum steht eine Traube von Menschen, darunter viele Kinder. Sie verfolgen den Einsatz gespannt. Doch die Zuschauer sind keine ungebetenen Gaffer, sondern durchaus erwünscht: Der Vorfall ist ein Schauspiel.

Das BRK Dachau legte sich mächtig ins Zeug, als es am Samstag das 15-jährige Jubiläum in Gröbenried mit einem Tag der offenen Tür feierte. Der BRK-Rettungsdienst führte ganztägig Schau-Übungen vor, in denen Notfallsituationen realistisch nachgestellt wurden. Die Feldküche der Schnelleinsatzgruppe (SEG) verpflegte die vielen Gäste mit warmem Essen und Getränken. Das Jugendrotkreuz organisierte mit Wunden-Schminken und Hüpfburg ein Rahmenprogramm für die Kinder. An verschiedenen Stationen konnten große und kleine Besucher an Puppen Erste Hilfe leisten oder einmal einen Blick in das Innere der verschiedenen Einsatzfahrzeuge werfen. Besonders beliebt bei den Kleinen war das BRK- Quad und das BRK-Motorrad, an denen ordentlich Fotos geschossen wurden.

Weniger modern, aber umso nostalgischer ging es bei der historischen Ausstellung des BRK-Museums mit seiner Fahrzeugschau zu. Der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath sowie der Leiter Rettungsdienst Dennis Behrendt, Kreisbereitschaftsleiter Reinhard Weber, der technische Leiter Wasserwacht, Andi Fritsch, und Organisator sowie stellvertretender Bereitschaftsleiter Andreas Plennert begrüßten die Gäste um 12 Uhr. Mit dabei waren außerdem Landrat Stefan Löwl, Vizelandrätin Marianne Klaffki, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Landtagsabgeordneter Anton Kreitmair , MdL Martin Güll und Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann.

Vor etwa 20 Jahren wurde klar, dass die Dachauer Zentrale des Bayerischen Roten Kreuzes am Rot-Kreuz-Platz zu klein wird. „Der Fahrzeugbestand wurde immer größer“, erklärt Bereitschaftsleiter Dieter Ebermann. Das habe unter anderem mit dem Rendezvous-System zu tun, das in Dachau in den 80er Jahren einführten. Dort trifft das Notfalleinsatzfahrzeug (NEF) in der Regel an der Unfallstelle mit einem Rettungswagen (RTW) zusammen. Früher saß der Notarzt mit im Rettungswagen und war auf diesen angewiesen. So konnte er bei einem zweiten, parallelen Notfall nicht schnell weg, weil er oft mit ins Krankenhaus fahren musste. Nach dem neuen Prinzip mussten mehr Fahrzeuge angeschafft werden, so wuchs das BRK – und natürlich die Landkreisbevölkerung. Schließlich suchte das BRK gemeinsam mit der Stadt geeignete Standorte, bis die Entscheidung auf Gröbenried fiel.

Im November 2001 wurde nach fast zweijähriger Bauzeit dann der größte Gebäudekomplex des BRK-Kreisverbandes Dachau mit dem neuen Katastrophenschutzzentrum, der Rettungswache sowie der Wasserwacht in Gröbenried in einem Festakt feierlich eingeweiht. „Der Standort ist super, wir sind schnell in der Stadt, schnell auf der B471 und gleich auf der Autobahn“, zählt Ebermann die Vorzüge auf. Er selbst ist seit 1985 beim BRK und kümmert sich heute ehrenamtlich um die Bereitschaften der ehrenamtlichen, aktiven Mitglieder. „Aktuell bekommen wir im Schnitt zwei neue Sanitäter im Monat dazu“, freut er sich über das große Interesse. Werbung mache er dafür nicht, die Neulinge werden oft von Mitgliedern in deren Bekannten- und Freundeskreis angeworben.

„Auch wenn es mit dem Nachwuchs gerade gut steht, freuen wir uns über jedes neue Gesicht“, versichert Dieter Ebermann. Nicht jeder muss mit Patienten zu tun haben. „Wir haben auch Aufgaben für technisch Begabte“, erklärt er – und hofft, dass es dem BRK Dachau auch in Zukunft an nichts fehlt.

mik

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