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Vorstandschaft komplettiert: (v. l.) Martin Mair, Günter Bakomenko und Stephan Müller.

Nach dem Rücktritt von Michael Wochenfuß

Fliegender Wechsel bei den Freien Wählern Röhrmoos

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Erst im Frühjahr war Michael Wockenfuß als Vorsitzender der Freien Wähler angetreten – und ist vor kurzem wieder zurückgetreten. Jetzt gibt es einen Nachfolger, aber keinen Bürgermeisterkandidaten.

Sigmertshausen –Bei den Freien Wählern Röhrmoos läuft alles wieder in geordneten Bahnen: Nach dem überraschenden Rücktritt des erst im Frühjahr angetretenen Vorsitzenden Michael Wockenfuß wurde am Dienstagabend Günter Bakomenko (63) ohne Gegenstimme zu dessen Nachfolger gewählt. Aber: Einen Bürgermeisterkandidaten gibt es immer noch nicht.

Wockenfuß hatte aus beruflichen Gründen seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl 2020 zurückgezogen (wir haben berichtet). Nach derzeitigem Stand gibt es bei den Freien Wählern aber noch keinen Nachfolger, so dass man davon ausgeht, auch 2020 keinen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. „Wir hätten zwar noch Zeit bis Ende Herbst. Aber da müsste schon noch ein Überflieger kommen“, sagte Bakomenko.

Er betonte auch, dass er sich bei der Postenbesetzung des Vorsitzenden keinesfalls vorgedrängt habe, „denn sechs Enkelkinder fordern auch den Opa“, so der pensionierte Polizeibeamte, der auch Vorsitzender der SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos und Röhrmooser FW-Gemeinderat ist. Bisher war er bei den Freien Wählern Schriftführer, dieses Amt musste neu besetzt werden.

Dafür stellte sich Iris Joseph zur Verfügung, die bisher Beisitzerin im Vorstand war. Doch sie konnte bei ihrer Wahl zur Schriftführerin wegen einer Sommergrippe nicht anwesend sein. Den freigewordenen Beisitzer-Posten nahm Martin Mayr ein.

Der 2. Vorsitzende der Freien Wähler Röhrmoos, Stephan Müller, freute sich, dass der Vorstand wieder komplett besetzt ist. Und er bestritt Gerüchte, dass es Auseinandersetzungen wegen des Rücktritts von Wockenfuß gegeben habe, Wockenfuß war übrigens auch bei der Versammlung dabei.

Außerdem wurde bekannt gegeben, dass bei der Gemeinderatswahl im März 2020 Otto Dörr und Ulrike Mayer-Lange nach zwölfjähriger Amtszeit nicht mehr antreten werden. Auch Rita Bieringer und Sabine Hermann haben schon signalisiert, nicht mehr kandidieren zu wollen. Dennoch wollen die Freien Wähler weiterhin eine wichtige Rolle im Röhrmooser Gemeinderat spielen. Fraktionssprecher Stefan Lorenz ging auf die aktuelle Gemeindepolitik ein und stellte fest, dass die Arbeit im Gemeindeparlament grundsätzlich positiv ablaufe. „Ich stehe für Meinungsvielfalt, da darf es ruhig mal etwas hart zugehen“, so Lorenz, der darauf hinwies, dass der Antrag für eine Baumschutzverordnung hohe Wellen geschlagen habe. Die Idee der Verordnung war, Bäume in der Gemeinde zu schützen, nachdem 14 in der Blumenstraße radikal gefällt wurden.

Doch Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) sei das Thema von Anfang an negativ besetzt gewesen, sonst hätte Kugler nicht bei jeder Gelegenheit von einem Konjunkturprogramm für Kettensägen gesprochen, kritisierte Lorenz. So sei den Bürgern Angst gemacht worden, „aber genau das Gegenteil wollten wir erreichen“. Man müsse zum echten Baumschutz eine Regelung erreichen, die auf Röhrmooser Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Die Flächen fürs Blühprojekt würden erfreulicherweise von allen Fraktionen unterstützt. Dass kürzlich vier Grundstücke im Einheimischen-Modell vergeben wurden, begrüßte Lorenz genauso wie die Sanierung des Hauptweges im Röhrmooser Friedhof, die einem Freie Wähler-Antrag entspricht. Die Freien Wähler waren sich einig, dass die Themen Verkehr und Wohnen echte Zukunftsthemen werden.

Und der frühere Ortsvorsitzende Volker Nist sprach die Überschwemmungen in der S-Bahn-Unterführung in Röhrmoos an. Er bilanzierte, dass sich dieses über sechs Jahre hinziehende Problem nur lösen lasse, wenn die Gemeinde bei der Bundesbahn ganz oben anklopft. „Sonst werden sich viele S-Bahn-Benutzer weiterhin nasse Socken holen“.

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