Eine Mitarbeiterin eines Labors hat ein Blutentahmeröhrchen mit Blut für einen Corona-Antikörper-Test in der Hand.
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Das Franziskuswerk Schönbrunn ist von einer Corona-Welle überrollt worden. Insgesamt 40 Personen sind infiziert. (Symbolbild)

Massiver Ausbruch

40 Corona-Fälle im Franziskuswerk - Mitarbeiter hatte Virus in Behinderteneinrichtung getragen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Insgesamt 40 Menschen sind im Franziskuswerk Schönbrunn positiv auf Covid-19 getestet worden. Ein Mitarbeiter hatte das Virus ins Haus getragen.

Schönbrunn – Im Franziskuswerk Schönbrunn kämpfen die Verantwortlichen derzeit gegen einen massiven Corona-Ausbruch. Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Matthias Haack sind in der Behinderteneinrichtung 29 Bewohner und elf Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Die gute Nachricht: Den Infizierten geht es Haack zufolge gut, „wir haben zum Glück nur milde Verläufe“.

Das Virus war über einen Mitarbeiter der Einrichtung in der ersten Januar-Woche in die Einrichtung getragen worden. Da der Mitarbeiter in einem Bereich der Einrichtung eingesetzt war, im dem es keine Einzelzimmer gibt, ließ sich die Verbreitung innerhalb der Wohngruppe nicht verhindern. „Die Zahlen steigen seit Tagen stetig“, gibt Haack zu.

Anders als im Frühjahr allerdings, als während der ersten Coronawelle ebenfalls ein signifikanter Ausbruch mit rund 100 Infizierten in der Einrichtung festgestellt worden war, sind diesmal Wohngruppen mit vergleichsweise jungen Bewohnern betroffen: „Vom Alter her haben wir dort 40 plus“, so Haack. Diese Bewohner hätten die Infektion daher wesentlich besser weggesteckt als die Erkrankten im April, wo das Virus auf der Altenhilfe-Station ausgebrochen und zum Teil schwere Krankheitsverläufe verursacht hatte. Immerhin hat die Einrichtung diesem Corona-Ausbruch im Frühjahr zu verdanken, „dass wir bei den Älteren jetzt eine gewisse Immunität haben“, so Haack.

Die aktuell infizierten Bewohner sind auf der Quarantänestation des Franziskuswerks untergebracht, die Mitarbeiter isolieren sich zuhause. Das daraus folgende Loch in der Personaldecke kompensiert die Einrichtung durch interne Umstrukturierung: „Da die infizierten Bewohner derzeit nicht in die Werkstatt und die Förderstätte gehen können, schicken wir das Personal von dort eben jetzt in die Wohngruppen“, so Haack. Grundsätzlich aber sei man im Franziskuswerk längst geübt im Jonglieren mit knappen Mitarbeiterressourcen, denn: „Personalmangel haben wir eigentlich immer.“

Auch wenn es in Einrichtungen wie dem Franziskuswerk eine 100-prozentige Sicherheit vor derartigen Corona-Ausbrüchen praktisch nicht geben kann, versuchen die Verantwortlichen das Risiko zumindest so gering wie möglich zu halten. Neben Impfungen – zuletzt wurden bereits über 200 hochbetagte Bewohner wie auch deren Pflegekräfte geimpft – gilt auch ein strenges Test-Regime, wofür das Franziskuswerk sogar eine eigene Teststation aufgebaut hat. Sprecher Haack zufolge kann die Einrichtungen bis zu 3000 Tests pro Woche durchführen. „Mitarbeiter im betreuenden Bereich“, wie Haack es nennt, müssen seit Dezember zweimal pro Woche zum Test antreten. Besucher, die ohnehin nur nach Anmeldung eingelassen werden, müssen vor dem Betreten des Hauses ebenfalls einen Schnelltest absolvieren.

Für viele der Bewohner der Behinderteneinrichtung sei die Situation gerade sehr belastend, wie Haack betont. Denn klar gebe es unter den betreuten Menschen diejenigen, die die Maßnahmen verstehen können und sich entsprechend an die Quarantäne-, Hygiene- und Abstandsregeln halten würden. Dann aber gebe es eben auch die Bewohner, die es nicht verstehen würden und die einen Corona-Ausbruch dadurch so schwer kontrollierbar machten. Schließlich, so Haack, „können wir diese Menschen ja nicht einfach einsperren“.

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