Straßenkreuzung
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Der Bereich Rennweg/Hohlweg beeinträchtigt wegen des Verkehrs möglicherweise die Verwirklichung des Trimm-Dich-Pfads.

Jetzt geht es um die Route

Breite Zustimmung für Trimm-Dich-Pfad in Röhrmoos

Röhrmoos soll einen Trimm-Dich-Pfad bekommen. Nur: Wie soll die beste und schönste Route ausschauen?

Röhrmoos – Grundsätzliche Zustimmung fand der Antrag der CSU-Gemeinderatsfraktion zur Schaffung eines Trimm-Dich-Pfads in Röhrmoos. Die Verwaltung der Gemeinde hat jetzt den Auftrag, einen Trimm-Dich-Pfad zu gestalten und in Verbindung mit einer entsprechenden Kostenschätzung im Gemeinderat zur Entscheidung zu stellen. So hat sich zunächst mal der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Antrag beschäftigt. Die junge CSU-Gemeinderätin Johanna Gastl, die den Antrag vorbereitet hatte, zeigte auf, dass gerade in der aktuellen Situation die Möglichkeiten der Naherholung und der Aktivitäten in der näheren Umgebung an Bedeutung gewinnen. „Daher schlagen wir vor, auch in Röhrmoos das Freizeitangebot und die Möglichkeit zur Erholung vor Ort für alle Bürgerinnen und Bürger auszubauen“, sagte Gastl.

Ein Trimm-Dich-Pfad mit einem breiten Angebot an Geräten zum Training von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit mittels sogenannter Calisthenics-Übungen (Eigengewichtsübungen) ist aus ihrer Sicht ein wertvoller Beitrag, um dieses Ziel zu erreichen. Daher sehe die CSU eine derartige Anlage als hervorragende Ergänzung des Angebots an sportlichen Aktivitäten in der Gemeinde.

Die CSU habe sich auch bereits Gedanken zu einer möglichen Streckenführung gemacht: Beginn der Route unterhalb des Sportheims, über den angrenzenden Feldweg zum Rennweg, von dort weiter zum Hohlweg, über das Juz und den Abenteuerspielplatz zurück zum Sportheim.

Bei dieser Route hätte man den Vorteil, einige anliegende Gemeindegrundstücke zu nutzen und mit Gerätschaften ausrüsten zu können. Was die Anzahl und die Auswahl der Geräte angeht, sollte man sich nach Gastls Worten an vergleichbaren Angeboten anderer Kommunen orientieren.

Man habe sechs Stationen ins Auge gefasst. „Abschließend wäre eine Station für Dehnübungen am Start- und Endpunkt der Route zu empfehlen“, sagte Gastl, die darauf hofft, bald eine sinnvolle Ergänzung zu den Angeboten der SpVgg Röhrmoos und des Röhrmooser Wintersportvereins schaffen zu können.

Die Gemeinderätin Johanna Gastl steht hinter dem Trimm-Dich-Pfad.

Die CSU hoffe auch auf ehrenamtliches Engagement aus dem Kreise der Gemeindebürger, wenn es darum geht, die Geräte zu installieren. Man möchte zudem geprüft haben, inwieweit es Förderprogramme für die ins Auge gefassten Maßnahmen gibt.

In der Diskussion im Ausschuss wurde deutlich, dass die Grünen zur vorgestellten Route Bedenken haben. Vor allem die Tatsache, dass, wie vorgestellt, im Bereich Rennweg/Hohlweg die Kreisstraße von Sigmertshausen her zweimal überquert werden müsste und es auch im Bereich der Arzbacher Straße Probleme mit dem starken Verkehrsaufkommen geben könnte, fand Constanze Feneis bedenklich. Ihres Erachtens sollte im Hinblick auf Kinder eine Tour gewählt werden, die auch landschaftlich mehr hergibt.

Bürgermeister Kugler hat den Vorschlag der CSU getestet und festgestellt, dass man ohne zu laufen und ohne Gerätenutzung vom Start bis zum Ziel 25 Minuten benötigt. Er erachtet die vorgetragene Route für gut, weil so größtenteils Gemeindegrundstücke für den künftigen Trimm-Dich-Pfad genutzt werden könnten.

Der CSU-Fraktionssprecher im Gemeinderat, Stephan Hueber, sprach die Finanzierung an. Er rechnet mit einem überschaubaren Budget und nannte auf die Frage von Freie-Wähler-Gemeinderat Georg Niederschweiberer auch Kosten: Hueber geht von 25 000 bis 50 000 Euro aus.

Freie-Wähler-Sprecher Stefan Lorenz sprach von einer tollen Sache, die hier geplant sei. Es handle sich um eine absolut freiwillige Maßnahme, die man jedoch nur verwirklichen könne, wenn das der Gemeindehaushalt hergibt. „Für den Haushalt 2021 sehe ich noch schwarz“, gab Lorenz deutlich zu verstehen, der auf alle Fälle die Sportvereine im Boot haben möchte.

Er will auch geklärt haben, ob man nicht auf eine Förderung durch den Regionalverein Dachau Agil rechnen könne.

Den Verantwortlichen der CSU ist nicht entgangen, dass Mittel für eine öffentliche Toilette nicht abgerufen werden müssen. Man hofft, dieses Geld in den Trimm-Dich-Pfad investieren zu können.

Hueber wiederholte, dass mit dem Trimm-Dich-Pfad schließlich eine breite Bevölkerungsschicht angesprochen werde. Sollten Gelder über den Europäischen Landschaftsfonds fließen, sei es durchaus denkbar, dass man die Gemeindekasse weniger stark belasten müsse.

Begeistert von der CSU-Idee zeigte sich die SPD-Gemeinderätin Sabine Decker. Sie hofft, dass es mit dem Pfad bald vorangeht.

So beauftragte man einstimmig den Bürgermeister, die Möglichkeit von Fördermitteln zu pürfen und die privaten Grundbesitzer um Zustimmung zu bitten.

Sollte es Vorschläge für eine bessere Route geben, will Kugler diese gerne entgegennehmen. Er will auch dem Vorschlag von Niederschweiberer folgen und das Juz mit einem passenden Gerät in den Pfad einbinden. Dazu werde er Gespräche mit dem Zweckverband Jugendarbeit führen, der das Juz verwaltet.

Wenig Hoffnung machte Kugler seinem Parteifreund Hueber hinsichtlich dessen Wunsch, am Rennweg, der ja nicht gerade das Prunkstück des Trimm-Dich-Pfads sei, einen Zebrastreifen anbringen zu lassen. Kugler: „Da macht in aller Regel die Verkehrsbehörde nicht mit.“

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