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So sieht Nachwuchswerbung aus: Für die Kinder wurde ein großes Spiel- und Unterhaltungsprogramm organisiert.

Feuerwehr Röhrmoos

Zum 140-jährigen Bestehen ein Familienfest

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Ganz ohne andere Feuerwehren, ganz ohne Festzug und Fahnenparade, rein im internen Kreise hat die Freiwillige Feuerwehr Röhrmoos ihr 140-jähriges Bestehen gefeiert.

Röhrmoos – Der Festtag begann mit einem Nachmittag für alle Kinder, deren Väter das Jahr über oft zu Übungen und Einsätzen müssen und der Familie häufig fehlen. Die Kinder durften sich in einer Hüpfburg vor dem Feuerwehrhaus austoben oder beim Zielspritzen zeigen, dass sie das Zeug dazu haben, später mal in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Natürlich ließen sich die Kleinen gerne mal vom Vater im Löschfahrzeug durch die Gegend fahren. Großen Spaß machte den Kindern auch der mit prall gefüllten Feuerwehrschläuchen ausgerichtete Bobbycar-Parcours.

Am Abend fanden sich dann die 73 Aktiven mit ihren Partnern sowie alle Mitglieder des Feuerwehrvereins zu einem Festakt im Feuerwehrhaus ein. Vereinschef Matthias Scherer blickte auf 140 Jahre Röhrmooser Feuerwehrgeschichte zurück und stellte fest, dass über all die Jahre Kameradschaft und Zusammenhalt den Feuerwehrverein geprägt habe. „Aber es wurde auch bewiesen, dass es sich lohnt, an einem Strang zu ziehen“, so Scherer, der von 19 tatkräftig anpackenden Männern berichtete, die am 4. Mai 1879 die Röhrmooser Wehr gegründet haben. Der damalige Reindlbauer, Josef Rottmair, soll der Vorstand gewesen sein. Noch im Gründungsjahr wurde eine Standarte geweiht, die trotz ihres hohen Alters und einer kürzlich vorgenommenen Auffrischung noch gut erhalten sei.

Mancher Röhrmooser erinnert sich noch an das Jahr 1962, denn da wurde vom damaligen Pfarrer Gauler eine neue Fahne geweiht, die auch zu einem Symbol des Zusammenhaltens geworden ist. Fahnenbraut war damals Ida Weinsteiger, Fahnenmutter Anna Westermayr.

In den 140 Jahren des Bestehens der Röhrmooser Wehr können nach Rottmair noch Josef Sigl, Michael Westermayr, Johann Völkl, Georg Thaler, Ernst Vetsch, Josef Reischl, Andreas Herzinger, Wolfgang Häns und Silvia Dürr als Vorstandsvorsitzende festgestellt werden, bis Scherer 2017 übernahm.

Mit dem Hinweis, dass Feuer eine der ersten Entdeckungen der Menschheit gewesen sei, begann die 2. Bürgermeisterin Andrea Leitenstorfer ihre Festrede. Sie erinnerte auch an die alten Römer, die ebenfalls schon Feuerwehren gebildet haben. Zur Jubiläumsfeuerwehr in Röhrmoos bemerkte sie: „Ihr seid ein Eckpfeiler der öffentlichen Sicherheit. Nicht nur durch eure Einsätze, sondern auch durch die kontinuierliche Ausbildung leistet ihr einen wertvollen Beitrag fürs Gemeinwohl.“

Leitenstorfer erinnerte daran, dass die Brandbekämpfung vor 140 Jahren bei den Feuerwehren an erster Stelle gestanden sei, heutzutage jedoch die technische Hilfeleistung, oft bei Unfällen im Straßenverkehr, die Hauptaufgabe der Feuerwehren ist.

Das bestätigte der Kommandant Manfred Hamann, der gerade deshalb großen Wert auf gute Ausbildung legt. „Aber auch vor unseren Gründungsvätern muss man den Hut ziehen“, fuhr Hamann in seiner Ansprache fort. Er erinnerte an Katastrophenfälle im Gemeindegebiet Röhrmoos, bei denen stets die Feuerwehr wichtige Hilfe leistete, „obwohl es damals noch keine 10-Minuten-Hilfsfrist gab“. Hamann nannte das große Zugunglück von 1889, wo es am Röhrmooser Bahnhof neun Tote und zehn Verletzte gab.

Immer schon habe die Geselligkeit in der Feuerwehr eine große Rolle gespielt. Alten Aufzeichnungen könne man entnehmen, dass nach erfolgreichen Übungen und Einsätzen gerne ein Fass Bier angezapft wurde, das der Kommandant und der Vorstand zu bezahlen hatten.

Ein Fass Bier wie zur Gründerzeit gab es bei der 140-Jahr-Feier zwar nicht, die Dienstleistenden und alle Gäste durften es sich bei ein paar Halben und einem Festessen dennoch gut gehen lassen. Für Stimmung sorgte die Röhrmooser Tanzband „Guad aufglegt“.

JOSEF OSTERMAIR

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