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Schule (Symbolbild)

Eine zweite Chance für Bergkirchen

Fünftes Gymnasium: Kreispolitiker im Gespräch mit Staatsminister Piazolo

  • Nikola Obermeier
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Eine Delegation aus dem Kreistag hat ihren Protest kundgetan gegen die Entscheidung, das fünfte Gymnasium in Röhrmoos zu errichten  – und darf hoffen.

Dachau– Eine Delegation aus dem Kreistag hat in einem Gespräch mit Kultusminister Michael Piazolo ihren Protest kundgetan gegen die Entscheidung des Ministeriums, das fünfte Gymnasium in Röhrmoos zu errichten   – und darf hoffen. Der Landkreis wird nun ein aktualisiertes Gutachten vorlegen, das belegen soll, dass auch für den vom Kreistag favorisierten Standort Bergkirchen die Schülerzahlen ausreichen werden. Staatsminister Piazolo sagte eine Prüfung des Gutachtens zu. Wertvolle Zeit dürfte dabei verloren gehen.

Zehn Kreispolitiker – Stephanie Burgmair (CSU), Marianne Klaffki (SPD), Marese Hoffmann (B90/Grüne), Michael Reindl (Freie Wähler), Paul Böller (ÖDP) die Bürgermeister Gerhard Hainzinger (Sulzemoos), Simon Landmann (Bergkirchen) sowie Helmut Zech (Pfaffenhofen a.d. Glonn) und Landrat Stefan Löwl sowie MdL Bernhard Seidenath – ergriffen für den gewünschten Standort in Bergkirchen Partei und erläuterten die Beweggründe des Kreistags hierfür, wie das Landratsamt in einer Presseerklärung mitteilte. Staatsminister Piazolo machte klar, dass die bayernweit geltenden Genehmigungsvoraussetzungen zwingend zu erfüllen seien, insbesondere auch eine prognostizierte Schülerzahl von mindestens 675. Doch laut Pressemitteilung seien einige aktuelle regionalspezifische Entwicklungen in den vergangenen Jahren deutlich geworden, die im Gutachten des Landkreises bislang nicht gewürdigt werden konnten – etwa in Bezug auf die Arbeitsplatzentwicklung, das Bevölkerungswachstum, die Alters- sowie Bildungsstruktur der Neuzugezogenen. Aber auch, was Bebauungspläne und deren Gestaltung betrifft: Insbesondere in den A 8-Gemeinden könnte zukünftig aufgrund der hohen Grundstückspreise enger und mehr gebaut werden. In der Folge wohnen mehr Menschen auf weniger Raum. Und bei diesen Menschen, die sich die hohen Grundstückspreise leisten können, könnte es sich um Gutverdiener aus München mit möglicherweise höheren Bildungsansprüchen handeln. Diese und weitere Aspekte sollen unter Zusammenarbeit der A 8-Gemeinden sowie der Gemeinden Schwabhausen und Erdweg in die Aktualisierung des Gutachtens einfließen.

Die Gemeinden haben nun einige Monate Zeit, um Daten einzureichen, bis Februar/März will das Landratsamt die Unterlagen dann an das Ministerium weitergeben, „dann haben wir Ostern die Rückmeldung“, erklärt Landrat Stefan Löwl. Das halbe Jahr ist keine verlorene Zeit: „Wir werden die Planungen in Bergkirchen und Röhrmoos weiter vorantreiben“, so Löwl. Viele Planungen seien standortunabhängig, manches werde doppelt gemacht, wie etwa die verkehrliche Untersuchung. „Zur Demokratie gehört auch Mehrarbeit“, sagte der Landrat. „Ich hoffe, dass die zeitliche Verzögerung gering ist.“

 In Röhrmoos kann man die Ablehnung des ministeriellen Beschlusses nicht nachvollziehen.  Mit dem Schlagwort „Fakten statt Emotionen“ beschreiben die Vorsitzenden der vier im Röhrmooser Gemeinderat vertretenen Parteien, Günter Bakomenko (Freie Wähler), Wolfgang Götz (SPD), Burkhard Haneke (CSU) und Dr. Nicolas Kugler (Grüne Unanhängige Liste) die Situation aus ihrer Sicht.

 

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