Konzept für das Haus der Vereine

Turnsaal statt Bürgersaal

Jetzt ist es heraus: Das Haus der Vereine wird künftig nicht mehr mit einem großen Bürgersaal dienen, sondern umfangreich umgebaut: eher zu einem Haus des Sports.

RöhrmoosSeit 2016 ist das Haus der Vereine schon geschlossen. Es war festgestellt worden, dass die brandschutzrechtlichen Vorschriften nicht eingehalten werden. Nun wird es umgebaut und mehr zu einem Haus des Sports werden. Das verriet der neue Gemeinderat und SpVgg-Vorsitzende Günter Bakomenko im Sitzungssaal des Röhrmooser Rathauses seinen Gemeinderatskollegen und einer Rekord-Kulisse.

Über 40 Zuhörer, die hauptsächlich aus den Vereinen kamen, interessierte das Konzept 2020, das Bakomenkos Vorgänger im Vorstandsamt, die Ehrenmitglieder Matthias Mayriedl und Andreas Herich sowie der Funkionär im Lager der Stockschützen, Hans Steiniger, ausgearbeitet haben. Bakomenko machte kein Hehl daraus, dass er und seine Vorstandskollegen sich zu sehr auf die vom Landratsamt vorgeschriebene, 70 000 Euro teure Brandmeldeanlage eingeschossen hatten, Mayriedl & Co. nun aber eine andere Lösung aufgezeigt hatten.

Die 40 Jahre alten Kabel und Leitungen und die ganze Be- und Entlüftung im Dachgeschoß, die im Ernstfall Rauch durch andere Bereiche des Hauses ziehen lassen, werden entfernt, und den großen Bürgersaal opfert man für einen zweigliedrigen Turnsaal. Es müssen zum Teil auch Wände eingezogen werden, aber dann könne man auf die kostspielige Brandmeldeanlage verzichten. Vorbei ist es dann allerdings für größere Veranstaltungen in diesem stattlichen Bauwerk, aber darauf könne die SpVgg verzichten.

Für die übrigen Vereine schaut es dagegen schlecht aus. Ihnen steht künftig lediglich ein 115 Quadratmeter großer Vereinsraum zur Verfügung. Da hilft auch der Appell des Röhrmooser Kulturkreises nicht, der wenige Stunden vor der Sitzung per Mail Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) wissen ließ, dass man eine Mehrzweckhalle mit 350 Besuchern Fassungsvermögen für notwendig erachte. Andere Gemeinden hätten solche Veranstaltungsstätten längst, nur Röhrmoos nicht. Das Pfarrheim könne keine Dauerlösung sein. Das sehen auch die Theatera so, die endlich wieder auf die Bühne wollen, was die neue Konzeption aber leider nicht mehr zulässt.

Der Bürgermeister stellte klar, dass es keine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei, für 5,5 Millionen Euro Platz für Vereinsveranstaltungen zu schaffen. Die Gemeinde könne sich das finanziell einfach nicht leisten. Die Brandschutzmängel, die der beauftragte Architekt am Haus der Vereine festgestellt hat, wurden mit 390 000 Euro beziffert, ohne dass sich Positives für die SpVgg bei der Nutzung des Hauses ergeben hätte. Dem Konzept 2020 entsprechend erspare man sich die Brandmeldeanlage und könne den Bürgersaal für den Sportbetrieb, der immer mehr zunimmt, auch sinnvoll nutzen. Es sei vorgesehen, den Saal mit Vorhang trennbar zu machen. Laut Bakomenko gibt es für das neue Konzept noch keine Kostenschätzung. Wichtig sei ihm, dass die in der Bauabteilung des Landratsamtes geführten Gespräche Genehmigungsfähigkeit zu erkennen gaben.

Auch mit dem BLSV haben schon Gespräche stattgefunden. Für die Umbaukosten zu Turnräumen sei ein 20-prozentiger Zuschuss signalisiert worden. Mit 20 Prozent werde auch die Gemeinde Röhrmoos die Investition fördern. Der im Bereich der ehemaligen Gaststätte entstehende Vereinsraum könne von anderen Vereinen genutzt werden, „aber nicht wie bisher mit zwei Euro Jahresmiete“, unterstrich Bakomenko. Unabhängig von der Nutzung dürfen sich künftig im gesamten Gebäude nie mehr als 199 Personen aufhalten.

Wie Bürgermeister Kugler das Nutzungskonzept des Vereinsraums gestalten will, wurde nicht näher diskutiert, er hat aber eine Nutzungspauschale angedeutet. Die Vhs könne weiter die Räume nutzen, allerdings mit höherer Miete. Kugler sicherte auch den Schützen von „Gemütlichkeit“ Röhrmoos zu, weiter Schießstand und Schützenstüberl im Keller nutzen zu können. Eichengrün Riedenzhofen hat sich ohnehin schon nach einer neuen Schießstätte umgesehen. Seitens der Gemeinderäte gab es zum Konzept 2020 quer durch die Fraktionen nur Zustimmung, und dem Bürgermeister ist es wichtig, dass es mit der Umbaumaßnahme schnell vorangeht. ost

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